Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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28 05.10

Zuhause

Von von unten
Leben . 22:16 Uhr

So richtig zuhause fühlt man sich doch erst, wenn man in der eigenen Wohnung ein Brot gebacken hat. Und der Duft Tage später nicht mehr gerochen aber gespürt werden kann.
So richtig zuhause fühlen sich auch die Touristen in Stuttgart nicht. Sie binden sich ihre Regenjacke um die Hüfte und ihre Digitalkamera um das Handgelenk. Sie legen sich überlebenssichere Rucksäcke an. Wieso ist das so? Dass sich jeder Tourist in fremden Städten nicht zuhause fühlt. Als ob die Städte in Europa sich wesentlich voneinander unterscheiden.
So richtig Unsere Stadt ist es auch nicht. Ein Richter entscheidet, dass die Modernisierungsinteressen eines Unternehmens über dem Denkmalschutz und der ästhetischen Gestaltung stehen. Denkwürdig. Finanzielle Interessen gegenüber gestalterischen Interessen. Staatliches Unternehmen gegenüber Einwohner der Stadt. Bedenklich.
So richtig Unsere Stadt ist es nicht mehr, wenn gegen den Willen der Mehrheit die Innenstadt umgebaut wird. Wer fühlt sich dann eigentlich noch zuhause?
Die da oben könnten kleinere Brötchen backen. Das duftet auch.

Denn so richtig Unser Park ist es an einem sonnigen Wochenendtag im Schloßgarten. Wenn Kinder im Brunnen baden, wenn junge Paare rumknutschen, wenn Familien, Freunde sich treffen, wenn sich Fahrräder hinter Inlinefahrern und Joggern stauen, wenn Frisbee, Fußball, Volleyball gespielt wird, wenn Schlappseil gelaufen wird, wenn…
Wenn das Gras unbeirrbar nachwächst, auch wenn es immer wieder niedergetrampelt wird…

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3 Kommentare zu Zuhause

#1 zu@hause.de . 30.05.10 . 10:23 Uhr

Ich komme zwar nicht original von ihr, bin aber regelmäßig im Park. Irgendwie lässt der mich in Stuttgart heimisch fühlen :)

#2 nick . 30.05.10 . 13:16 Uhr

Ein guter Beitrag, wieder einmal.

#3 jizzle . 05.06.10 . 00:37 Uhr

Ach dumme Parkschützer.

Ich komme schon immer aus Stuttgart und der Schlosspark war erst ein Junkie-Moloch (Strich an der Staga!) und jetzt ist er ein Junkie-Loses-Moloch. Ich heule den paar Platanen keine Träne nach. Der Park ist lächerlich klein, lächerlich überfüllt und ist von viel besseren Alternativen umgeben. Er ist eigentlich eine etwas breitere Allee Richtung Rosensteinpark. Gerade da, wo die Züge vorbeifahren! Und zu den Luftverhältnissen brauchen wir nichts zu sagen: Spielplatz quasi direkt am Neckartor? Pfff.

Geärgert habe ich mich über das Loch am Killes! Das Tal der Rosen war so schöön. Auch wenn es sich auf dem Kräherwald recht gediegen chillen lässt. Oder spazieren in Degerloch. Oder der Max-Eyth-See. Der Fluss in Cannstatt. Der Bismarkturm, der chinesische Garten, Weißenburgpark. Alles wunderbar. Aber der mittlere Schlossgarten? Slackline-Vegane treffen Penner treffen Emos/Punks, zwischen 2 1/3 Bäumen neben der B14. Sehr schützenswert. Für Leute, die denken Stuttgart erstreckt sich vom Bahnhof zur Schwab/Bebelstraße.

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