Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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11 06.06

Zu Gast hinter Mauern

Von derCobold
Vermischtes, WM 2006 . 10:57 Uhr

ähm: was heißt »public viewing« noch mal auf deutsch?
Vor ein paar Wochen hieß es noch, dass sich der Schlossplatz offen gibt und der Blick auf die Leinwände nicht durch Bauzäune versperrt werden würde. Inzwischen hat die WM begonnen und alles sieht ganz anders aus: eine große Umzäunung umgibt die Fan-Area und es fehlt eigentlich nur noch die Aufschrift: »Wir müssen leider draußen blieben«. Womöglich hätte man auf Grund der vielen Zelte eh nichts gesehen.

Public Viewing Area in Stuttgart

Die Einlasskontrollen, wenn sie denn außer Abschreckung noch etwas bewirken sollen, laufen jedoch ins Leere, da der gemeine Fan evtl. nicht in die Fan-Area hineinkommen würde er sich dafür aber auf der Königstraße austoben könnte. Auf mich wirkt diese Absperrung in erster Linie abschreckend und ich hoffe nicht, dass diese Vorgehensweise Schule macht. Public Viewing Area without Public Viewing.

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11 Kommentare zu Zu Gast hinter Mauern

#1 PiLiberty . 11.06.06 . 12:14 Uhr

Das Bild ist ja der Hammer, siehts da wirklich so aus? Bin ich froh, dass ich mich derzeit im beschaulichen Esslingen tummle und ohne Touch-Kontrolle und Taschen-Durchsuche in den Fanblock Capitol (Kino Capitol, Neckarstr. 35) reinkomme und die WM mit viel Spaß verfolgen kann. Aber auch in Esslingen gibts Zäune und Einlass-Schleusen: im DICK - dort muss jeder der rein will, erstmal durch ‘ne Schleuse und wird gründlich angetoucht. Kann es sein, dass die Leute das inzwischen klasse finden? Ich finds nach wie vor grauselig - auch am Flughafen… So long…

#2 Georgia . 11.06.06 . 18:33 Uhr

Mindestens genauso einladend ist die seltsame Präsentation von Bosch auf dem Karlsplatz. Wenn ich das richtig verstanden habe will das Unternehmen dort für sich und den Standort werben. Aber anstatt die Zelte nach allen Seiten zu öffnen, damit man sieht was einen erwartet, stehen unmotivierte Typen an den kleinen Eingängen und schauen einen mit dem Komm-Ja-Nicht-Näher-Blick an. Einfach gelungen!!!

#3 Scrat . 11.06.06 . 19:56 Uhr

Das Ganze dient scheinbar nicht dazu irgendwelche Gewalttätigkeiten zu verhindern, sondern das Gastro-Monopol da drinnen zu sichern. Als ich am Freitag da war wurde ich nicht durchsucht, meine Kumpels mit ihren Rucksäcken dagegen schon. In Cannstatt auf dem Markplatz liefs ähnlich, allerdings hat man dort vom Gässle aus so gut auf die Leinwand gesehen, dass beim zweiten Spiel mehr leute vor den Absperrungen standen als auf dem Marktplatz. Das hat mich irgendwie zum lächeln gebracht…

#4 derCobold . 11.06.06 . 22:42 Uhr

Auf dem Schlossplatz habe ich gesehen wie mehrere Fans an der Schleuse zur Fan-Area abgetastet wurden. Das Motto der WM heißt »Zu Gast bei Freunden«, aber Freunde empfängt man mit offenen Armen und nicht so. Ich finde es traurig, wie Stuttgart sich präsentiert: der zugenköpfte Schlossplatz, die merkwürdige Präsentation auf dem Karlsplatz und die zusammengewürfelt wirkende Action-Area auf dem Marktplatz, richtig Stimmung kommt da nicht auf. Das ganze erinnert mich irgendwie an die vermurkste Olympia-Bewerbung seinerseits. Dabei kann es Stuttgart durchaus anders, wenn man sich an die diversen Arena of Sound Verananstaltungen, an das ADAC-Jubiläum oder die diversen Stadtfeste zurückerinnert. Ich möchte doch nicht durch eine zollähnliche Kontrolle müssen um eine rote Wurst essen zu können, noch dazu wo von außen gar nicht erstichtlich ist, was innerhalb der Absperrung überhaupt geboten ist, denn das Rahmenprogramm ist nirgends näher erläutert.

#5 Liamara . 12.06.06 . 10:16 Uhr

Also wir wurdennicht abgetastet, aber die Taschen wurden kurz kontrolliert. Das geschah aber sehr freundlich und das fand ich auch in Ordnung. Ob da Leute jetzt reingegangen sind, nur um eine Wurst zu essen, wer weiß… los war jedenfalls nicht viel.

#6 derCobold . 12.06.06 . 12:36 Uhr

In der Stuttgarter Zeitung steht heute ein Artikel, der mir aus dem Herzen spricht: »Zu Gast bei Langweilern?« Dort wird unter anderem auch die Frage gestellt, ob wir »neben dem kaum frequentierten Kalrs- und Marktplatz, sowie der See-Arena eine weitere Oase der Ruhe brauchen«. Sehr überrascht war ich über die Aussage, dass das seit Jahren bekannte Toilettenproblem selbst zur WM noch nicht gelöst wurde. :-(

#7 Liamara . 12.06.06 . 13:18 Uhr

Toilettenproblem! SCHNAUB! Am Samstag war ich im Künstlerbund, da wollten die auf einmal 50 Cent für ihre Toilette! GNAAAAA! Ich habe es dann vorgezogen, woanders zu pinkeln. Aber geärgert hab ich mich.

#8 Katinka . 12.06.06 . 13:35 Uhr

Die florentinische Toilettenproblem-Lösung: Als Gast eines zentral gelegenen Lokals erhält man bei Bedarf eine Toiletten-Karte, die zu unentgeltlicher Nutzung des Örtchens berechtigt. Alle anderen bezahlen 60 Cent. So finanziert sich eine Toilettenpflegering - und blitzsauber war es…

#9 Henning . 12.06.06 . 15:58 Uhr

Das machen die im Café Künstlerbund immer, wenn am Schlossplatz was Größeres ist. Und trotzdem gibt es dann oft lange Schlangen.

#10 Liamara . 12.06.06 . 16:02 Uhr

Is wahr? Hab ich noch nie erlebt. Zumal direkt daneben öffentliche Toiletten waren.

#11 derCobold . 12.06.06 . 16:18 Uhr

Im Zwischengeschoss zur Stadtbahnhaltestelle Schlossplatz gibt es auch eine öffentliche Toilette aber außer den kleinen Schildern am Abgang gibt es keine weiteren Hinweise darauf. Ein Ärgenis, das im ürbrigen schon länger existiert aber trotzdem nicht behoben wird. Zudem ist nun der Abgang, der innerhalb der Fan-Area liegt gesperrt und somit auch die Möglichkeit der WC-Nutzung. Also wohin? Sind die Toiletten neben dem Künstlerbund ausgeschildert? Während der ersten WM-Tagen wurde lt. Zeitungsbericht die Fassade der Königsbaupassagen als Pissoir genutzt. Dass die Lokalitäten, wie zum Beispiel der Künstlerbund eine Toilettenbenutzungsgebühr für Nicht-Gäste verlangen finde ich ok.

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