Von von unten
Leben . 00:15 Uhr
Um 21.24 Uhr verkauft einer am Mos Eisley die Zeitungen von morgen schon heute. Keiner kauft eine. Alle sind im Hier und Jetzt. Wer muss da an morgen denken?
Was sollte auch drinstehen, was gestern nicht drin stand? Was außer die ewige und tägliche Berichterstattung von Krieg und Frieden, Leid und Freude, Geld und Armut, Belanglosem und Wichtigem, Recht und Unrecht, Meinung und Information?
Die Wahrheit liegt sowieso zwischen den Zeilen, egal ob im Artikel oder im Gespräch. Die Menschen am Mos Eisley wissen das.
Es heißt, nichts sei so alt wie die Zeitung von gestern. Wer heute die Zeitung von morgen kauft und liest, für den oder die wäre die Zeitung von morgen schon die gestrige.
#1 Der MfG . 15.07.09 . 01:40 Uhr
und da immer noch keiner in die Zukunft reisen kann sind halt die Meldungen in solch einer Zeitung auch nur von “HEUTE”. Und wie aktuell kann denn eine Zeiutung die ja auch gedruckt werden muss und eine Gewisse Zeit vor dem Druck eben auch gelayoutet werden muss und somit irgendwann einen “Neue-Meldungen-Stopp” hat (und selbst wenn die Druckerpressen noch drei mal angehalten wurden und neu gestartet wurden weil jene Meldung noch rein sollte) … so bald sie verkauft wird sind es die Meldungen von Heute und nicht von morgen. Denn wenn 10 Minuten nachdem der Verkäufer angefangen hat die Zeitung zu verkaufen und beispielsweise ein großer Popstar stirbt - so einer wie Michael Jackson oder so, dann sieht diese Zeitung von Morgen halt am nächsten Tag sehr alt aus, wenn die herkömmlcihen Zeitungen “von Gestern” am nächsten Tag schon die Schlagzeile Bringen.
Ganz davon abgesehen sieht so eine Zeitung egal von Morgen, Gestern oder Heute im Vergelich zum Internet in Zeiten von twitter, blogs und überhaupt dem web2.0 allgemein doch immer alt aus. Meiner Meinung nach kann eine Zeitung heute nicht mehr mit Aktualität werben. Vielleicht sollten sie mit gut rechercheirten Artikeln, Unabhängigkeit, unbestechlichkeit, Ehrlichkeit, Wahrheitsaufdeckend werben … weil selbst das ist im internet nicht (überall) gegeben - im Internet isses halt immer nur schnell da…
“Tomorrow never dies”
IMHO
#2 Jürgen Lück . 17.07.09 . 13:39 Uhr
Das der gute Mann im Mos Eisley keine Zeitung verkauft, liegt bestimmt auch daran, dass die Generation, die dort unterwegs ist, nicht mehr zu den “Analogen” gehören. Digital ist einfach schneller. Sicherlich ist die Berichterstattung in der Zeitung immer noch hintergründiger und sollte im besten Fall auch exklusiver sein. Anhand des Trends zum Online-Stellen aufgrund des wachsenden Terrors der Zugriffszahlen wird die Exklusivität natürlich von den Verlagsoberen torpediert, weil die Controller immer Wachstum wollen.
Deshalb versuchen natürlich die lokalen Tageszeitungen, mit exklusivem Content von vor Ort ihren Leserstamm zu halten. Schade nur, wenn ein Relaunch des Layouts wie bei der Stuttgarter Zeitung, die ja jetzt echt edel daher kommt, mit absolut proviziellen und langweiligen Nachrichten im Lokalteil kollidiert. Aber das haben sich die Verantwortlichen selbst zuzuschreiben: Wenn immer mehr Stellen abgebaut werden, kann ja nur noch Mist rauskommen.
Auch mit ein Grund, warum die Auflagen der Zeitungen weiter zurückgehen.