Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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19 03.09

Your city neeeeeeds you!

Von Westbalkon
Politik . 10:40 Uhr

Weil ich ein guter Mensch und Vorzeigemitbürger bin, meldete ich mich neulich nach einem riiiiiiiiiiiiesen Artikel in der STZ, als dort stand, es würden noch Wahlhelfer fehlen, um meinen Willen zu helfen kundzutun. Aber scheinbar bin ich nicht die einzige Zeitungsleserin, die des Lesens und des Helfens mächtig ist, und so sagte man mir, man sei schon voll voll, aber ich würde mal ins Verzeichnis aufgenommen werden.
Schade, es ist doch so ein schönes Gefühl gebraucht zu werden.
Dann kam Post.
Als einfacher Helfer wurde ich nicht gebraucht - aber ob ich mir vorstellen könnte, in einem Wahlvorstand, und daselbst am besten gleich als Vorsitzender tätig zu werden?
Aber sicher doch!
Wow, was ne Blitzkarriere!
Wir sehen uns am 7. Juni.

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14 Kommentare zu Your city neeeeeeds you!

#1 isnochys . 19.03.09 . 10:50 Uhr

Wo kann man sich melden?
werden noch Vorstandsvorsitzende gesucht?;)
Je später der Einstieg umso höher die Karriere
:))

#2 circulus . 19.03.09 . 13:12 Uhr

Isnochys, als Vorstandsvorsitzender kann man sich überall da ‘melden’, wo noch nicht ausreichend Versager vorhanden sind … :D

#3 Der MfG . 19.03.09 . 18:11 Uhr

Das man in einem Wahlvorstand ist, ist eigentlich normal, außer man führt für die Stadt Befragungen durch - dann ist man wohl nur ein normaler Helfer. So bald man jedoch in einem Wahllokal sitzt oder z.B. die Briefwahl auszählt, ist man in einem Wahlvorstand.

Das Tolle am Wahlvorstandsvorsitzenden ist, dass sich der ganze Wahlvorstand auf ihn verlässt und er ihnen ganz klar erklärt was sie zu machen haben und wie das richtig auszuzählen ist. Besonders interessant wird es dann bei fragwürdigen Wahlzetteln, so wie bei der Kommunalwahl mit dem kommulieren und panaschieren :-)

#4 qx . 19.03.09 . 18:58 Uhr

@MFG Kommulieren? Gibts das nur bei der Kumunalwahl? Vielleicht nochmal googlen oder wikipedisieren, bevor Sie Wahlvorstandsvorsitzender werden…

#5 Der MfG . 23.03.09 . 22:55 Uhr

Die Kommunalwahl ist ja nur ein Beispiel .. auch an der Gemeinderatswahl am 7. Juni kann man Kommulieren und Panaschieren - ach ja - und scharf bin ich auf den Job eines Wahlvorstandsvorsitzenden gewiss nicht … mir reichts ein normales Mitglied eines Wahlvorstands zu sein .. am liebsten wieder bei der Briefwahl …

#6 circulus . 24.03.09 . 02:58 Uhr

Was bedeutet nun eigentlich Kommulieren und Panaschieren? Wird man mit diesen erfundenen Fremdworten allein gelassen? Sehr politisch! Wenn man das Volk dumm halten will, benutzt man eine Sprache, die es nicht versteht, hm? ;-)

Der ganze Kokolores (= Unsinn) um Vorstände und Vorsitzende zeigt mir, wie unsinnig mittlerweile das Wählen geworden ist. Unsinnig weil volksfern. Fern von den Interessen des Volkes. Basierend auf einer Verfassung, die das Volk nicht bestätigt hat. Die Regierung trifft Entscheidungen, für die sie nicht legitimiert sein kann, weil sie über das Wohl und Vermögen einer Generation entscheidet, die noch gar nicht wählen kann.

Wirklich demokratisch wäre, diese Entscheidungen in Volkes Hand zu legen. Also Volksentscheide zuzulassen. Das will aber scheinbar nicht mal das Volk selbst. Weil es die Verantwortung dafür nicht übernehmen will. Also wird die Verantwortung an Personen gegeben, die das alles nicht verantworten werden, weil sie nicht mehr im Amt sind, wenn die Konsequenzen zu tragen sind. Das läßt sich seit der Regierung Kohl besonders deutlich ablesen. Keiner ist Schuld, keiner will es gewesen sein, wenn etwas schief ging. Kollektives Verdrängen und unreflektiertes Weitermachen.

Wir stecken echt in der Klemme. Nicht-Wählen bringt den Unwählbaren zuviel Stimmen. Aber Wählen bringt auch nicht weiter, weil es nichts zu wählen gibt außer verschiedene Sorten von Übel. Ich werde mich in diesem Jahr erstmals fürs Nicht-Wählen entscheiden! (Unter Inkaufnahme o.g. Risikos)

Vielleicht überlegt ihr euch das mal, bevor ihr euch um Fremdworte und Posten rangelt …

#7 Flakfritz . 24.03.09 . 11:32 Uhr

weil sie über das Wohl und Vermögen einer Generation entscheidet, die noch gar nicht wählen kann

Genau, was geht uns die Jugend an, wo wir doch im hier und jetzt leben!

Wirklich demokratisch wäre, diese Entscheidungen in Volkes Hand zu legen.

…welches dann bestens durch die Springerpresse informiert fundierte Entscheidungen trifft!

Aber Wählen bringt auch nicht weiter

…sagte letzthin ein Freund von mir und trat in eine Partei ein (andere können gerne eine Gründen, wenn Sie sich bisher nicht vertreten fühlen, ich weiss, ist anstrengender als jammern, hilft dafür aber mehr) um diesen unfähigen Haufen vortan aufzumischen.

#8 nick . 24.03.09 . 11:54 Uhr

…welches dann bestens durch die Springerpresse informiert fundierte Entscheidungen trifft!

Dann müssen wir unabhängige bzw. neutrale Informationsmöglichkeiten schaffen. Alternativ können wir die Demokratie abschaffen.

#6 CIRCULUS
Grundsätzlich gebe ich dir Recht, aber bei Kommunalwahlen gibt es wirklich viele Kleinparteien, die alle eine Chance haben, reinzukommen. Die lohnt es sich zu wählen. Ich habe für mich schon eine gefunden. Auf Bundesebene ist das natürlich anders, da hast du tatsächlich die Wahl zwischen Pest, Cholera und noch drei anderen Übeln.

#9 Flakfritz . 24.03.09 . 13:46 Uhr

Dann müssen wir unabhängige bzw. neutrale Informationsmöglichkeiten schaffen

Glaubst du wirklich, es würde dann keiner mehr Bild Zeitung lesen? Bist du so naiv oder hältst du uns hier zum Narren?

#10 nick . 24.03.09 . 16:25 Uhr

Wir leben in einer Demokratie. Hier entscheidet das Volk. Deine Strategie ist also, die Demokratie so einzuschränken, dass das Volk nur doch nicht zu viel Macht erhält, weil es sich zu sehr von der Springerpresse beeinflussen lässt. Mag sein, aber das ist das Problem an einer Demokratie. Wie ich sagte, ist die Alternative, die Demokratie ganz abzuschaffen. Meiner Meinung nach ist das, was wir hier haben, sowieso keine wirkliche Demokratie. Entweder richtig oder überhaupt nicht.

#11 Flakfritz . 25.03.09 . 11:05 Uhr

Lieber eine eingeschränkte Demokratie als selbsternannte Weltherrscher und Könige von Deutschland.

Aber gehen wir mal von Deinem Modell aus:
Wie viele Entscheidungen werden denn so pro Tag beschlossen, so auf Bundes-, Länder-, Kreis- und Gemeindeebene?
Da willst Du überall neutral informiert mit allen Anderen deine Stimme abgeben? Bei Themen, bei denen einem die Kompetenz fehlt legen sich alle alle alle einen temporären Wahlverzicht auf? Das klappt auf der einsamen Insel, bei einem Gebilde wie es die BRD ist brauchen wir zwingend Vertreter. Das die dann nicht machen was der Wähler will kann ja nicht sein, schließlich werden Sie jedesmal wiedergewählt.

#12 nick . 25.03.09 . 14:01 Uhr

Ich sage ja nicht konkret, dass über jede Entscheidung abgestimmt werden soll. Natürlich gibt es Vertreter und das soll auch so bleiben. Trotzdem könnte man als ersten Schritt zumindest mal einführen, dass das Volk bei bestimmten Themen Einfluss nehmen kann, wenn es das ausdrücklich will. Beim Beispiel Stuttgart 21 werden die Bürger erst im Wahlkampf angelogen und später von der Beteiligung ausgeschlossen, obwohl sie ausdrücklich Mitsprache verlangen. Das ist antidemokratisch und sonst nichts.

#13 circulus . 25.03.09 . 17:26 Uhr

Wieso selbsternannt? Ich könnte mich ja von den gut informierten BILD Lesern zum König wählen lassen! :D

Als erstes würde ich dann alle Fritze mit Flugabwehr- Kanonen (=FLAK) im Zuge der nationalen Abrüstung des Landes verweisen …

Wie viele Entscheidungen werden denn so pro Tag beschlossen, so auf Bundes-, Länder-, Kreis- und Gemeindeebene?

Wo ist die Antwort, FF? Wieviele sind es denn? Weiß keiner? Vielleicht weil es keiner zu wissen braucht. Ich behaupte, dass dieser Verwaltungswasserkopf völlig überflüssig ist. Das Volk könnte zunächst mal darüber entscheiden, was überhaupt wichtig genug wäre, um darüber zu entscheiden. Das Volk würde nämlich auch völlig ohne Vertreter ‘funktionieren’, Wenn es ein wenig mehr (Selbst-) Verantwortung zu tragen bereit wäre. Stichwort Anarchie (mal nachlesen).

Gebt allen Politikern, Beamten und Verwaltungsangestellten ein bedingungsloses Grundgehalt und enthebt sie Ihres Amtes. Das gibt Milliarden frei, die sinnvoller verwendet werden können. Da, wo was zum Verwalten übrig bleibt, können das auch ‘Ehrenamtliche’ übernehmen — deren finanzielle Honorierung durch eben dieses bGg um ein Vielfaches steigt.

Aber da waren wir ja schon mal an anderer Stelle: Solche Utopien kann niemand überdenken oder nachvollziehen, der sich engstirnig am Erhalt eines maroden Systems festklammert.

#14 Flakfritz . 26.03.09 . 12:20 Uhr

Solche Utopien kann niemand überdenken oder nachvollziehen, der sich engstirnig am Erhalt eines maroden Systems festklammert.

Solche Utopien kann aber auch keiner überdenken der sich engstirnig für die Schaffung eines maroden Systems festklammert.

Und selbst das bGg ist zwingend an Bedingungen geknüpft, so dass es eben ein fastbGg ist und die Diskussion eher in der Richtung geführt werden muss, welche Bedingungen noch akzeptabel sind und welche nicht.

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