Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
11 12.09

Wolfgang Schuster, der Demokrat

Von nick
Politik, Stuttgart 21 . 18:21 Uhr

Wolfgang Schuster ist keine Intelligenzbestie. Das wissen wir ja nicht erst seit Stuttgart 21. Dieses Amt wäre mit jedem Jugendrat mit Abstand besser besetzt als mit Wolfgang Schuster, der wahrscheinlich sowieso nicht viel mehr kann als Verträge nicht zu lesen und sie trotzdem zu unterschreiben, weil er keinen Hehl daraus macht, der englischen Sprache nicht mächtig zu sein. Dann ermöglicht ihm seine einzigartige Wahrnehmung eventuell noch, dass ihn aufgebrachte Bürger, die vor dem Rathaus seinen Rausschmiss fordern, völlig kalt lassen. Ein Mann, der seine Aufgabe darin versteht, den Bürgerwillen zu repräsentieren, hat mit Wolfgang Schuster eh nichts zu tun, das würde er selbst wohl nicht mal bestreiten. Über sein Demokratieverständnis würde ich gerne mal mit ihm sprechen, sofern er letzteres Wort überhaupt buchstabieren kann. Egal.

Von Schuster persönlich gibt es auf www.stuttgart.de ein Statement zum “Durchbruch” bezüglich Stuttgart 21 zu lesen. Dabei lässt sich nicht so genau erkennen, ob es ernst gemeint ist oder sich um eine Parodie handelt. Ein paar Auszüge:

Das ist nicht zuletzt Ergebnis des Planfeststellungsverfahrens, in dem auch die Belange des Denkmalschutzes stets eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Der Sicherung der Grundwassers und des Stuttgarter Mineralwassers werden wir während der Bauzeit jedes andere Interesse kompromisslos unterordnen.

Stuttgart 21 ist das wichtigste grüne Projekt der nächsten Jahrzehnte in Stuttgart und in der Region Stuttgart.

Das bleibt mal unkommentiert. Wer so einen Blödsinn erzählt, braucht eigentlich überhaupt keine Kritiker mehr, das ist alles selbsterklärend.

Schusters Schlusswort:

Alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter sind eingeladen, ab dem kommenden Jahr an die gute Erfahrung der Bürgerbeteiligung anzuknüpfen, die wir wegen der Verzögerungen des Projekts von über 10 Jahren unterbrochen haben.

Ja, dieses Gefühl hab ich irgendwie auch.

Nachzulesen ist das Ganze übrigens hier.

Jetzt würde mich noch interessieren, was mit Schusters Wahlversprechen ist. Der hatte nämlich vor seiner Wiederwahl versprochen, die Bürger über das Projekt entscheiden zu lassen, sofern “erhebliche Mehrkosten” entstehen. Eine Kostensteigerung um eine Milliarde Euro liegt auf dem Tisch, 30 Prozent Mehrkosten, schwarz auf weiss.
Herr Schuster, was ist damit? War das etwa eine geschickte Lüge, um sich bei diesem Wahlkampfthema gegenüber den beiden anderen Kandidaten aus der Affäre zu ziehen? Ich bitte um eine Antwort!

Im Übrigen wünsche ich mir von allen Stuttgarter MitbürgerInnen, den Widerstand gegen Stuttgart 21 weiterzuführen. Die Aktion am Donnerstag ist ja auch ordentlich gelungen.

Kommentieren . Trackback-URL

8 Kommentare zu Wolfgang Schuster, der Demokrat

#1 PhilGrooves . 11.12.09 . 20:11 Uhr

Müssen wir jetzt hier einen Monat lang Hasstiraden über S21 (das schon lange beschlossen ist) lesen? Dann bitte umbenennen in stuttgart21-blog.net und ich muss keine neuen Posts mehr checken.

#2 Stoff . 11.12.09 . 22:25 Uhr

Vielen Dank Nick, Du sprichst mir aus der Seele.
Ja Philgrooves, leider werden noch mehrere Hasstiraden auf Stuttgart 21 hier zu lesen sein, denn dieses hirnverbrannte Projekt wird die Stuttgarter noch ziemlich lange in Atem halten.

#3 jozy . 12.12.09 . 11:58 Uhr

Was soll diese Hasstirade? Vor allem der erste Absatz grenzt schon stark an Schmähung. Man kanns auch übertreiben, und hier ist es wirklich nur geistlos und beleidigend. Klingt nicht sonderlich intelligenter als angeblich der Schuster nur ist. (IM Übrigen: Ein Depp wird an Intelligenz immer noch durch diejenigen unterboten, die den Deppen zu ihrem Bürgermeister wählen).

Und: Die drei Zitate Schusters werden nicht kommentiert? Dann ist es wertlos. Denn so selbsterklärend, wie das mancher Betonkopf-S21-Gegener vielleicht denken mag, ist das mitnichten! Ein Zitat muss immer kommentiert werden, und “Blödsinn” ist noch längst kein sinnvoller Kommentar.

Wirklich, man kanns auch übertrieben, das hier ist peinlich. Wenn das die Art ist, auf der S-21 kritisch begegnet wird, habe ich keine Hoffnungen. So eine Art von “Kritik” weist eigetnlich nur darauf hin, dass man gar keine echten Argumente hat.

#4 nick . 12.12.09 . 19:43 Uhr

Zumindest in einem Punkt muss ich Ihnen Recht geben:

(IM Übrigen: Ein Depp wird an Intelligenz immer noch durch diejenigen unterboten, die den Deppen zu ihrem Bürgermeister wählen).

Im Hinblick auf Herrn Schusters Verhalten finde ich diese Art zu schreiben jedoch völlig angemessen. Argumentation und demokratische Mittel werden von ihm nämlich seit Jahren ignoriert. Und die inhaltlichen Argumente gegen S21 möchte ich hier nicht nochmal wiederholen, die sind jedem bekannt, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Mir ging es in meinem Beitrag vielmehr um Herrn Schuster und die Tatsache, dass er seiner Verantwortung nicht gerecht wird.

#5 Herr Linsinger . 12.12.09 . 23:38 Uhr

Danke auch von mir für die Beobachtungen, Nick.
Und für´s aufschreiben. Es kommt mir alles irgendwie wie eine einzige Parodie vor. *????*
Man darf gespannt sein, wie´s weitergeht.

#6 zmeu . 14.12.09 . 13:40 Uhr

Das ist nicht zuletzt Ergebnis des Planfeststellungsverfahrens, in dem auch die Belange des Denkmalschutzes stets eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Auch der Tote im Tatort spielt eine “wesentliche Rolle”…

#7 Janina . 14.12.09 . 19:17 Uhr

Gibt es denn ein Thema, das die Stuttgarter Steuerzahler zur Zeit mehr beschäftigen sollte? Und kennt irgendwer irgendeinen, der nicht daran verdient und der Stuttgart 21 trotzdem will? Ich nicht.

#8 MeMyselfAndI . 09.01.10 . 10:48 Uhr

Ich hab keine Lust mehr. Man könnte es schon fast Resignation nennen. Vor über einem Jahrzehnt bin ich schon auf die Straße gegangen, hab Buttons an meiner Jacke getragen und die Welt (in dem Fall Stuttgart) angeschrien, dass das zu teuer ist. Mittlerweile haben sich die Kosten so dramitisch erhöht, dass ich über den Faktor nicht mehr nachdenken will. Und sie werden die nächsten 10 Jahre auch noch drüber quatschen also was solls. Machen sie sich halt selber fertig.
In einem Land in dem die Stimme des Bürgers so wenig zählt wie in unserem, können wir uns nicht beschweren wenn son kleiner popliger Bürgermeister kein angemessenes Demokratieverständniss hat. Außerdem glaubt einer wirklich, dass der Schuster da was zu melden hat. Da geht es um wirtschaftliche Interessen un die Stadt Stuttgart hat nicht genug Macht da wirklich mitzureden.
Ihr wollt was ändern? Ich denke das geht nur noch radikal. Generalstreik!!! Aber dafür ist der Mensch ja wieder zu bequem. Wer traut sich den noch wirklich für was zu streiten.
Ich hoffe es dauert nicht mehr lang bis die Bürger endlich solidarisch werden und anfangen sich zu wehren.

Kommentar hinterlassen


Made by 6B