Von Gunvald
Fundsachen . 12:41 Uhr
Wir erinnern uns, dass die Schwaben alles können, außer Hochdeutsch. Tatsächlich sind viele Schwaben stolz auf ihren Dialekt und pflegen das Schwäbische. Das ändert sich mitunter, wenn Sie außerhalb des Ländles zu tun haben und jeden Satz zweimal wiederholen müssen, bis sie verstanden werden. Besonders Menschen, die beruflich viel unterwegs sind, zeigen ein wachsendes Interesse an Hochdeutschkursen.
Das Fon-Institut in Stuttgart ist da eine Anlaufadresse, die bereits überregional zur Kenntnis genommen wurde. Nachdem im Sommer die SZ über die Kurse berichtete, gab es gestern einen Artikel in der FAZ. Ariane Willikonsky vom Fon-Institut geht es in den Kursen nicht darum, dass Schwäbische zu verbannen, sondern ihren Schülern zu ermöglichen, situationsbedingt ins Hochdeutsche wechseln und selbstbewusster auftreten zu können. Und wie es in so einem Kurs zugeht, kann man sich auf einem Video in der ZDF-Mediathek anschauen.
(Nachtrag: Windows Media- oder Realplayer wird für das Filmchen benötigt.)
#1 Herr S . 28.11.05 . 13:55 Uhr
Soweit kommt’s noch. Unsereins soll Kurse besuchen, nur weil die anderen nicht richtig sprechen können? Wieso gehen die nicht zum Kurs?
#2 tobi . 28.11.05 . 23:11 Uhr
mich hat es ja auch gewundert, herr s., dass ich nach meinem umzug nach stuttgart nicht in einen zwangs-schwäbischkurzs eingewiesen wurde. vielleicht hab ich aber nur glück, und es hat mich noch niemand bemerkt … :)
#3 Herr S . 29.11.05 . 11:04 Uhr
Wir können eben nicht nur alles, sondern tolerieren auch alles, sogar hochdeutsch! Leider haben die anderen nicht so ein großes Herz. Wobei ich persönlich ja finde, dass Schwaben, die meinen, sich wägen Bisinessmiedings jede Färbung abgewöhnen zu müssen, traurige Weicheier sind. Schauen Sie sich den Bundeshorschd und den Bundesdräner an: beide schwäbeln eklatant und sind doch in Amt und Würden.
#4 Gunvald . 29.11.05 . 13:08 Uhr
Tobi, das liegt sicherlich daran, dass der zuständige Sachbearbeiter völlig überarbeitet ist.
#5 tobi . 29.11.05 . 23:45 Uhr
@gunvald: na, dann macht das ja wieder sinn :) - dann muss ich zusehen, dass ich hier so schnell wie möglich wieder wegkomme, bevor der sachbearbeiter wieder luft hat und meine eltern mich bald nicht mehr verstehen.
#6 Gunvald . 30.11.05 . 00:31 Uhr
Am besten verhalten Sie sich möglichst unauffällig. Sollten Sie dennoch zum Schwabendiplom eingezogen werden, müssen Sie das bei einer eventuellen Ausreise sowieso wieder abgeben und einen Hochdeutschkurs buchen. Die Vorschriften sind da sehr streng.
#7 Georgia . 01.12.05 . 03:24 Uhr
Nun manchmal hat es auch Vorteile Schwabe zu sein. Denn so können wir - in korrekter schwäbischer Manier - den Blog als das bezeichnen was er ist: “Der” Stuttgart-Blog. Der Rest der Republik muss sich - die Armen - dem Hochdeutsch beugen und “das” Stuttgart-Blog sagen.
Scheuslich. Wie gut, dass wir nicht alles können, und Hochdeutsch nur dann wenn’s sich gut anhört. Wir haben halt doch mehr Sprachgefühl als die anderen und vor allem als die Zeit
http://blog.handelsblatt.de/indiskr...
, auch wenn es falsch ist.
#8 Eddy . 15.03.08 . 06:14 Uhr
Moin, mir ging es umgekehrt, ich habe jahrelang im Schwabenländle gearbeitet und hatte anfangs Probleme meine Kollegen zu “verstehen”. Nur sprachlich.
Was ich nun im weltweiten Web gefunden habe, schockiert mich aber sehr.
Leider gehören wohl solche traurigen Lebensgeschichten zum “Musterländle”? Schade. Da bekomme ich Wut.
Moin
Eddy