Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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05 05.11

Was wäre eigentlich, wenn

Von nick
Vermischtes . 10:39 Uhr

Nicht jeder Stuttgarter besitzt ein eigenes Auto. An den Straßenrändern im Süden oder im Westen stehen nur noch sehr wenige Autos, rote oder blaue Autos z.B. mit der Aufschrift Stadtmobil. Und zwar nur so viele, wie gebraucht werden. Wer ein Auto braucht, steigt in das nächstbeste ein, steckt sein Kärtchen in den Halter rein und fährt los, wohin er möchte. Lange Wege und Parkplatzsuche waren früher. Mindestens 70 Prozent der wertvollen Innenstadtflächen, früher noch belegt durch Blechkisten, die 98 % der Zeit herumstanden, sind frei geworden und konnten genutzt werden für Grünflächen, Gehwege, Spielplätze, Bäume.

Wäre das nicht Fortschritt?

24 Kommentare zu Was wäre eigentlich, wenn

#1 Peter . 05.05.11 . 11:38 Uhr

NE!
Also ich mag mein Auto und da ich zu der Bevölkerungsgruppe gehöre, die des öffteren unterwegs ist, möchte ich es auch behalten!
Ich habe keine Lust erst an den Stadtrand zu gehen, Auto zu holen mein Zeug (das leider zuviel ist um es zu tragen) einzuladen…..

Deine Idee gibt es überigends in Ulm und nennt sich Car2go. Soll auch bald nach Stuttgart kommen.

#2 nick . 05.05.11 . 11:51 Uhr

Warum Stadtrand? Die Autos stehen doch überall mitten in der Stadt, vor der Haustüre, sogar viel näher als bisher (sofern man keine eigene Garage hat). Auch das Car2go Konzept verstehe ich so.

#3 also eigentlich . 05.05.11 . 13:17 Uhr

In dieser Zukunft wäre der gesellschaftliche Wunsch nach Mobilität gar nicht großartig anders wie heute. Zwar würde sicherlich das eine oder andere Auto nicht mehr in der Stadt stehen, dafür aber eben deutlich mehr Carsharing-Autos.

#4 Mythen in Tüten . 06.05.11 . 12:32 Uhr

Eine weitest gehend Auto freie Innenstadt hat u.a. Pjöngjang. Knackige Politessen gibt es obendrein. Ob die allerdings auch knackige Brezeln verkaufen ist nicht überliefert. Lieber Nick: Also nix wie hin…

#5 Frau Doktor . 06.05.11 . 14:23 Uhr

Da muss man gernicht nach Pjöngjang, da reicht eine Fahrt, selbstverständlich mit dem Zug, nach Bella Italia. Viele oberitalienische Städte sind autofrei. Zum Beispiel Mantua, Sierra oder Ferrara haben komplett autofreie Innenstädte. Sogar Venedig, das von seinen Gründern von Anfang an als autofreie Stadt geplant worden ist, hat es zuwas gebracht. Verrückt eigentlich.

#6 nick . 06.05.11 . 17:04 Uhr

Mehr autofreie Zonen sind eine tolle Sache und ich bin absolut dafür. Aber ich meinte eigentlich etwas ganz anderes, nämlich den Flächenverbrauch der nicht benutzten Autos. Jeder besitzt ein eigenes Auto, obwohl es die meiste Zeit auf dem Parkplatz steht. Das kann doch solange ein anderer benutzen.

#7 Nordrandbewohner . 07.05.11 . 09:38 Uhr

@NICK

Jeder besitzt ein eigenes Auto, obwohl es die meiste Zeit auf dem Parkplatz steht. Das kann doch solange ein anderer benutzen.

Ich bin überzeugt davon, dass ein Carsharing Konzept organisierbar wäre, gäbe es nicht die emotionale Bindung des Autobesitzers zu seinem “Heilix Blechle”.

Viele haben zu ihrem Auto eine Beziehung, die sich mit rationalen Gedanken über ein Fortbewegungsmittel nicht erfassen lassen. Dies gilt nicht nur für Stuttgart, aber bei uns vielleicht in besonderem maße.

Grüße vom Nordrand

#8 nick . 07.05.11 . 20:27 Uhr

#7 NORDRANDBEWOHNER
Genau das glaube ich auch. Leider ist das Auto für viele nicht nur ein wichtiges Statussymbol, sondern für manche auch ein Weg, Probleme in ganz anderen Lebensbereichen zu kompensieren. Warum eigentlich das Auto? Hab ich noch nie verstanden.

Der zweite Grund ist, dass es eine hier ansässige Autoindustrie gibt, die ganz sicher nicht am flächendeckenden Carsharing interessiert ist. Ein gutes Beispiel dafür, dass sich Wirtschaftskraft und Wohlstand sehr wohl gegenseitig ausschließen können.

#9 zu@hause.de . 07.05.11 . 22:01 Uhr

@NICK
Die totale Verneinung des Nutzens eines privaten PKW ist doch Blödsinn. Deine Reduzierung des Besitzes auf die Notwendigkeit irgendwas anderes kompensieren zu müssen lässt darauf schliessen, dass du kein Auto hast. Vielleicht musst du ja was kompensieren?

Ich persönlich nutze mein Auto überwiegend um damit zur Arbeit in Böblingen/Sindelfingen zu fahren. Da ich mehrere Monate auf mein Fahrzeug warten musste, kann ich gut vergleichen, wie es ist mit der Bahn zu fahren und Car sharing für gelegentliche Besorgungen zu nutzen. Mit meinen Privat-Auto spare ich demgegenüber jeden Tag anderthalb Stunden allein nur durch den Weg zur Arbeit.
Als Parkplatz habe ich übrigens eine Tiefgarage, die zur Wohnung gehört.

Das Problem ist nicht, dass zu viele Leute einen Pkw haben, sondern dass Stuttgart offenbar jahrzehntelang versäumt hat eine vernünftige Parkplatz-Infrastruktur aufzubauen und Parken auf den Strassen zu verbieten. Stuttgart hätte mindestens 50% mehr Verkehrskapazität, wenn man das diese Unart mal abschaffen würde.

#10 nick . 07.05.11 . 23:19 Uhr

Deine Reduzierung des Besitzes auf die Notwendigkeit irgendwas anderes kompensieren zu müssen lässt darauf schliessen, dass du kein Auto hast. Vielleicht musst du ja was kompensieren?

Vielleicht ist das auch eine Fehleinschätzung? Ich habe ein Auto. Leider. Weil ich in seltenen Fällen eines brauche, aber die meiste Zeit steht es rum und nimmt Innenstadtfläche weg.

Übrigens verstehe ich deine Ausführung nicht so ganz. Wann brauchst du 1,5 Stunden länger? Mit der Bahn? Mit Carsharing? Kann ich mir nicht vorstellen. Wärst du gegenüber dem Modell, das ich vorgeschlagen habe (oder dem Car2go-Modell entspricht) auch 1,5 Stunden langsamer als bisher? Oder wenn du nicht zu den Glücklichen gehören würdest, die einen Privatparkplatz haben (was leider die allermeisten Innenstadtbewohner nicht haben).

#11 filderfahrer . 08.05.11 . 00:40 Uhr

Vielleicht ist das auch eine Fehleinschätzung? Ich habe ein Auto. Leider.

Na, dann schaffen Sie es doch ab. Problem erkannt, Problem gebannt. Oder sind es emotionale Gründe, aus denen Sie “leider” Ihr Auto behalten müssen?

#12 Frau Doktor . 09.05.11 . 09:35 Uhr

@Nick: Daimler hat in Ulm das Car2Go Pilotprojekt mit Smarts gerade ausgeweitet. Außerdem experimentieren sie wohl auch an anderen neuen Mobilitätskonzepten rum, womit sie aber wohl eher in Chin als in Deutschland punkten wollen/können. Womit ich deinen Verdacht, dass die autofreie Stadt nicht wirklich oben auf der Prioritätenliste der Automobilindustre steht, aber nicht entkräftet sehe.

Ich lebe seit über 10 Jahren autofrei, d.h. ich besitze kein eigenes Auto, nutze aber regelmäßig STattmobil und manchmal das Auto von Freunden. Das geht ziemlich gut hier in Stuttgart, erfordert aber natürlich eine Art Planung, die viele Autobesitzer schon als Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit interpretieren.

Dass für viele Autobesitzer das Auto sehr viel mehr bedeutet als ein Transportmittel, zum Beispiel Status-Markierung (manchmal auch Anmaßung / Persönlichkeitsprothese), ein Symbol für Unabhängigkeit (v.a. wenn man als Jugendlicher auf dem Land groß geworden ist) etc., darüber brauchen wir uns nicht zu streiten. Dazu gibt es einfach zuviele Forschungen, u. a. der Autoindustrie, die sowas ja auch für ihre Werbung einsetzt. Viele Autofahrer sind zum Beispiel ganz schlecht darin, realistisch zu beziffern, wieviel sie ihr Auto tatsächlich pro Monat kostet. Ein ganz ähliches Phänomen gibt’s bei Häuslebauern, die ganz oft der festen Überzeugung sind, mit einer eigenen Immobilie würden sie gegenüber Miete super dastehen. Stimmt meist auch nicht. In beiden Fällen werden soziale und psychologische Bedürfnisse und Vorteile ökonomisch rationalisiert, so scheint’ smir jedenfalls. Ein interessantes Phänomen, auf dem vermutlich die Hälfte unserer Konsumwirtschaft aufbaut. Der echte Homo oeconomicus wäre für das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich die reine Pest.

#13 Exilostfriese . 12.05.11 . 15:28 Uhr

Das Problem ist nicht, dass zu viele Leute einen Pkw haben, sondern dass Stuttgart offenbar jahrzehntelang versäumt hat eine vernünftige Parkplatz-Infrastruktur aufzubauen und Parken auf den Strassen zu verbieten. Stuttgart hätte mindestens 50% mehr Verkehrskapazität, wenn man das diese Unart mal abschaffen würde.

Nein, wenn es mehr Parkplätze geben würde, würde es mehr Autos geben. Viele haben ihr Auto gerade auch deshalb abgeschafft, weil sie selten einen vernünftigen P finden.

Andersherum wird ein Schuh daraus: Wäre die Infrastruktur seitens ÖPNV so gut, dass Sie nicht 1:30h länger bräuchten, hätten Sie vielleicht auch kein Auto, und viele mehr.

Bessere Radwege, mehr ÖPNV.

Das ist alles ein dynamisches System. Wenn man was verändert, ändern sich auch andere Faktoren mit.
Z.B. ist es hanebüchen zu glauben, dass es sich nicht lohnt die Taktzeiten zu verkürzen, weil die Bahnen ja jetzt schon halb leer sind. Mit kürzerer Taktzeit hat so mancher Betreiber gemerkt, dass die Bahnen voller sind als vorher, obwohl mehr davon fahren.

Als Tipp privates Carsharing:
http://www.tamyca.de/
http://www.nachbarschaftsauto.de/

Vielleicht auch für Autobesitzer interessant, um ihr Auto besser auslasten zu können.

#14 Mpulan . 12.05.11 . 21:55 Uhr

Es kommt auf ein versuch an! Zu der heutigen zeit wo die Straßen über Quellen und die Ölpreise explodiert..Ich würde auf jeden Fall mit machen. Schon aus dem Grunde, was für die Umwelt Zutun.

#15 jozyf . 15.05.11 . 13:35 Uhr

Nein, das wäre kein Fortschritt. Und das mit den “Blechkisten” ist, mit Verlaub, blöd’s G’schwätz. Gewisse Automobile aus Baden-Württemberg (und Bayern) sind mitnichten Blechkisten sondern Meisterleistungen in Design, Ingenieurskunst und Verarbeitung. Das sucht seinesgleichen.

Dieser grüne Ökoquatsch, den kann man auch übertreiben, mir geht er auf den Geist. Und wozu brauchen wir denn noch mehr Spielplätze? Dachte die Deutschen sterben aus?

#16 nick . 16.05.11 . 12:20 Uhr

#15 JOZYF
War das jetzt Argumentation?

#17 Frau Doktor . 16.05.11 . 13:18 Uhr

#15: Cool, ein kombinierter VDA /JU Social Media Spambot! Bisher nur ein Gerücht aus der Welt der Social Media Berater - und hier jetzt live. Wow!

#18 Exilostfriese . 17.05.11 . 09:36 Uhr

uih, und ich dachte nun, da macht einer ne coole Satire..
Frau Doktor meinen se wirklich, dass das jemand wirklich ernst meint?
Diese maßlose Überspitzung “Meisterleistungen in Design, Ingenieurskunst und Verarbeitung”, das kann doch nur Satire sein.
Aber gut die JU aus meiner alten Heimat neigt auch stark zur Realsatire.

#19 Frau Doktor . 17.05.11 . 10:35 Uhr

@Exilostfriese: JU - eben, eben!

#20 jozyf . 23.05.11 . 09:53 Uhr

so so, auch hier also die (unter s21-gegnern beispielsweise weitverbreitete) “weltanschauung”: wer ne andere meinung hat als ich, der muss bezahlter lohnschreiber sein.

bumsfallera, der hat ne andere meinung! gibtsdochgarnich!

@#16: nein. stellungnahme.

#21 nick . 23.05.11 . 10:13 Uhr

Das bestätigt mich nur in meiner Vermutung, dass die “andere Meinung” manchmal keine andere Meinung ist, sondern nur eine Schlussfolgerung aus ziemlich primitiven Gedankengängen, die sehr vieles außer Acht lassen.

#22 Frau Doktor . 23.05.11 . 10:53 Uhr

@Jozyf: Nein, nein nicht Lohnschreiber. Von dem würde man als Auftraggeber doch deutlich mehr Qualität verlangen.
Das ist doch das Tolle an Spambots: vollautomatisierte Textgenerierung inkl. Individualitätssimulation - für sowas muss man nicht bezahlen, das (re-)produziert sich von selbst. Man muss nur das Biotop zur Verfügung stellen und vor Einflüssen von außen schützen.

#23 Herr Linsinger . 24.05.11 . 20:59 Uhr

…und vor allem: Was haben Design, Ingenieurskunst und Verarbeitung von Autos damit zu tun, dass sie die Strassen verstopfen, die Umwelt verpesten und damit, dass man nach Alternativen dazu sucht?! Dann nimmt man halt “Gewisse Automobile aus Baden-Württemberg (und Bayern)” als Shared Cars… Was ein blöds Gschwätz. Also ehrlich. Und dann gleich noch über S21 Gegner herziehen, was bitte soll das?
Fazit auch von meiner Seite: Spambot.

#24 Klein . 23.11.11 . 12:52 Uhr

Privates Carsharing ist m.E. eine gute Methode, da kann man sein Auto sozusagen nebenbei Geld verdienen lassen. Ich kenne z.B. noch www. rent-n-roll.de.