Von Wegschaffel
Leben . 09:33 Uhr
Ein Blick in den Stellenteil der lokalen Zeitung stellt unmissverständlich klar: Wie wir es von unserer aufstrebenden Südkapitale nicht anders erwarten, ist man in Stuttgart bevorzugt XY-Leiter, Dingsbums-Ingenieur (auch: Gnihihi-Engineer) oder natürlich *-Manager. Und was ist man im Schatten dieser mächtigen Stämme und ihrer gen Himmel strebenden gekrönten Häupter? Man ist auch: Küchenmitarbeiter in Teilzeit. Top-Verkäufer. Chef einer Autowaschanlage. Lacklaborant. Sonderschulrektor. Senior Berater M&A, Corporate Finance und Turnaround-Management. Schulsekretär in Teilzeit (66,67 %). IT-Spezialist Bausparkonto. Hygieneinspektor/in. Spezialist/in für Problemkredite. Fahrradmonteur/in. Direktionsbeauftrager Finanzen 50+. Zweite rechte Hand. Apotheker/in bei der Pinguin-Apotheke. PreSales Storage Consultant im Bereich Großkunden (m/w). HR-Experte Expatriates. Eigener Chef als Webmaster (Ohne Vorkenntnisse, auch nebenberuflich). Caritasdirektor. Junger Mann zum Mitreisen (saubere Erscheinung gewünscht). Oder auch Referent im Bereich sonstige Leistungen. Sonst noch was? Kuckst Du hier: Stuttgarter Zeitung, 6. April 2008.
#1 beejees . 09.04.08 . 12:34 Uhr
Du hast den “Chief Blogging Officer” vergessen. Das wär doch was ;-) Oder Chief Blogger.
#2 Mythen in Tüten . 09.04.08 . 14:13 Uhr
Ich find ja den “Researcher” klasse, bei dem ich mich immer frage, ob der dann automatisch arbeitslos wird wenn er fündig geworden ist.
#3 Flakfritz . 10.04.08 . 11:20 Uhr
In Großbritannien sind ja einer Umfrage zugrunde die meisten Bereit, auf einen Teil Ihres Gehalts zu Verzichten, wenn man einen tollen Titel verliehen bekommt.
Wenn ich mir vorstelle, dass dann so mancher Ausserschwäbische erfurchtsvoll zu Besen greift, wenn der Facility - Manager die Kehrwoche anmahnt…
“Ein Titel muß kein Küchenzettel sein. Je weniger er von dem Inhalt verrät, desto besser.”
Ob Lessing sich ab und an den Stellenteil der StgtZ angeschaut hat?