Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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12 08.09

Was für ein Schätzchen!

Von Josh von Staudach
Kultur, Befindlichkeiten . 12:23 Uhr

Armin Dellnitz tritt bei der Stuttgart Marketing Gesellschaft die Nachfolge von Klaus Lindemann an, heißt es in der StZ vom 04.08.2009, er will bis Ende 2010 ein Strategiepapier vorlegen.

Ach, doch so bald? Was macht er denn dann so eineinhalb Jahre lang? Den Kruscht aufräumen, den der Vorgänger hinterlassen hat. Oder ein bißchen die Sehenswürdigkeiten besuchen und sie mit ‘toll’ und ‘klasse’ zu bezeichnen. Am besten nutzt es die Zeit, um auch an seinem Wortschatz zu feilen, das nett grinsende Blondinchen.

Dellnitz grinst.

Mit den Stuttgarter Fotografen hat er es gleich zu Beginn seiner Amtszeit verschissen. Im ersten Moment dachte ich ja, er hätte das falsche Panoramafoto an der Wand hängen, aber kurz darauf war ich der Überzeugung, dass er auch kein besseres verdient hat! Sein Schuppen hat aktuell einen Fotowettbewerb laufen. Das an sich wäre ja nichts Neues. Besonders dreist sind aber mittlerweile die Teilnahmebedingungen. Der entscheidende Satz lautet:

Mit der Einsendung Ihres Bildmaterials erklären Sie sich damit einverstanden, dass die Aufnahmen mit allen Nutzungsrechten in das Archiv der Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH und der Stuttgart-Marketing GmbH auf unbestimmte Zeit übergehen und bei Bedarf unentgeltlich veröffentlicht werden dürfen.

Eine schallende Ohrfeige für alle Berufsfotografen, die ehedem wenigstens noch ein paar müde Euro verdienen konnten, wenn sie ein schönes Motiv anzubieten hatten. Dabei steht nicht zur Diskussion, ob die Wettbewerbseinreichungen qualitativ gut oder schlecht sind. Es geht schlicht um die Erschleichung der Nutzungsrechte — und das, so kann ich hiermit nur in aller Deutlichkeit ausrufen, sollte kein Hobby-, Amateur-, Semiprofi- oder Berufsfotograf mitmachen! > BOYKOTT!

Aber es gibt doch so tolle Preise zu gewinnen? Pah! Schaut man sich die Liste der möglichen Gewinne an, so kann man nur mutmaßen, dass die nicht bezahlt sind, sondern von den Anbietern zur Verfügung gestellt werden — also Stuttgart Marketing auch hier nichts berappen muss.

Herr Dellnitz, wenn Sie meinen, es sei traditionell schwäbisch, die ‘naiven’ Bürger bauernschlau übers Ohr zu hauen, dann haben Sie etwas gründlich missverstanden. Dann brauche ich auch nicht eineinhalb Jahre auf Ihr Strategiepapier warten, da sag ich jetzt schon ‘Gute Nacht’ zum schnarchlangweiligen Tourismusmanagement. Ein modernes Stadt-Marketing sollte sich am Nutzen für die Bürger und Touristen orientieren und nicht am Profitgedanken einer kommunalen GmbH.

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5 Kommentare zu Was für ein Schätzchen!

#1 Wegschaffel . 12.08.09 . 17:56 Uhr

Was macht er denn dann so eineinhalb Jahre lang?

harr harr, genau das hab ich mir bei der Lektüre dieses Artikels auch gedacht. Eineinhalb Jahre für ein Strategiepapier?! Versteht er das unter - Zitat- “Wir müssen alle Register ziehen um die Talfahrt zu stoppen”? Aber was solls, am End’ wirds ohnehin nur viel Papier und wenig Strategie. Ob das in drei oder in 18 Monaten in der Schublade verschwindet, ist auch egal. Auf jeden Fall weiss ich mal wieder, warum ich nicht auf dem Amt “schaff”.

#2 Josh von Staudach . 13.08.09 . 14:09 Uhr

Kleiner Anreiz für das Strategiepapier: erreichen der Top Twenty in den Postkarten-Charts! Womöglich klappt es, wenn man die Gewinner des Wettbewerbs als Motive her nimmt?!

#3 Josh von Staudach . 13.08.09 . 16:25 Uhr

Und gleich noch eine Hitliste, wo die Stuttgarter (auch wegen dem Umbau) wohl nie reinkommen werden — oder, was ist Ihre Strategie, Herr Dellnitz?

#4 Basti . 14.08.09 . 23:23 Uhr

Diese Masche greift im Internet immer mehr um sich. Der kleine Mann macht die Arbeit der Großen - natürlich unentgeltlich. Ich werde in Zukunft öfter mal das Kleingedruckte lesen.

#5 josi . 15.08.09 . 11:15 Uhr

Was ist das für ein Geschwätz? “Wettbewerb”, überall nur “Wettbewerb”, in dem man sich positionieren müsse..

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