Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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23 12.05

Was es in Stuttgart nicht gibt. Teil 2.

Von Wegschaffel
Sport . 12:36 Uhr

Heute: Die Blase-Anstalt.
(Dieser Beitrag ist für Leser unter, sagen wir mal, 14 Jahren und für Japaner jeglichen Alters möglicherweise nicht so gut geeignet)

Wer jemals in Japan war weiß: Die spinnen, die Japaner. Diese pauschale Aussage ist vielleicht politisch nicht ganz korrekt, entspricht aber dem subjektiven Empfinden der meisten Nicht-Japaner die ich kenne.

Fugo, Karaoke oder die Kombination daraus - Harakiri - sind längst in Stuttgart angekommen. Was es hier meines Wissens aber noch nicht gibt, sind Serviceprovider, die ich in Ermangelung des korrekten Begriffes „Blase-Anstalt“ nennen will. Es handelt sich dabei um Etablissements, die dem Japanermännchen einen speziellen Dienst leisten: den Afterwork-Blowjob. Nicht etwa ein ordinärer Puff, in den Mann gesenkten Hauptes rein und drei Minuten später wieder raus wuselt. Sondern eine Art Bar, in die der ganz normal spinnende männliche Japaner nach der 14-Stunden-Schicht mit großem Hallo und freundlich nach links und rechts grüßend einkehrt, um sich bei einem Gläschen Whisky, nun ja, einen blasen zu lassen. Und n u r blasen. Anfragen nach „mehr“ werden die angestellten Servicekräfte mit Verweis auf ihre moralische Integrität und die hunderttausend Jahre währende Tradition ihres Gewerbes entrüstet ablehnen. Ins gastronomische übersetzt ist das also wie eine Wirtschaft, die nur ein Gericht auf der Karte hat, sagen wir mal ‘Spätzle mit Soß’.

Wer jetzt einwendet, dass das Ganze mit richtigem Sex ungefähr so viel zu tun hat, wie Karaoke mit richtiger Musik, erntet von mir (und wohl den meisten Nicht-Japanern die ich kenne) keinen Widerspruch. Es scheint sich bei diesen Verrichtungen eher um eine Art „Speed-Wellness“ zu handeln. Hierzulande völlig undenkbar. Sollte ich mich irren, und Stuttgart ist doch bereits an dieses sehr ferne, östliche Servicenetz angeschlossen, freue ich mich über einen Kommentar.

PS: Weiß jemand, wie sich die Japanerweibchen im Gegenzug wellnessmäßig über Wasser halten?

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6 Kommentare zu Was es in Stuttgart nicht gibt. Teil 2.

#1 Jackie Stewart . 23.12.05 . 16:14 Uhr

Mein Wort des Jahres 2005:

“Speed-Wellness”

#2 tobi . 30.12.05 . 01:05 Uhr

klar, ob sex oder nicht darüber kann man sich ausführlich streiten - aber es unter “sport” zu kategorisieren kann doch auch keine lösung sein … :)

#3 Herr S . 30.12.05 . 01:25 Uhr

Die Spätzle-mit-Soß-Metapher ist ausgesprochen malerisch geraten, mein Kompliment. Nur der Badenser mit seinen traurigen Knöpfle, der hat das Nachsehen.

#4 Herr Alex . 02.01.06 . 19:41 Uhr

Aber, aber Herr S. Badeners Knöpfle wären denn ja zumindest die passende Metapher für den Gegenschlag der Japanerweibchen.

#5 Herr S . 03.01.06 . 18:29 Uhr

Auch wieder wahr. Da hat der Badenser ja nochmal Glück gehabt.

#6 bln . 04.01.06 . 13:24 Uhr

[kopie aus der kehrwochen-ecke, da ich fürchte, dort nicht mehr gelesen zu werden]

ich habe mit recht großem interesse die oden, kommentare, kunstwerke zum urschwäbischen thema der kehrwoche hier gelesen. tatsächlich war mir das aus berlin vollkommen fremd. als mein allgäuischer kollege, dessen kulturbotschaft hier in berlin ebenfalls schon einigermaßen verblasst, alle befürchtungen, dass es sich hierbei um samstägliche expeditionen in hausflur und auf den bürgersteig handele, bestätigte, ist natürlich der lange gehegte plan, stuttgart mal zu besuchen, wieder aufgeblüht. mit seinem kopfbahnhof kann die stadt ja nicht grade auf der durchreise besucht werden, eine veranstaltung in tübingen musste ich vor jahren krankheitsbedingt absagen.
allerdings wird der besuch nicht nur rein voyeuristischer natur: tatsächlich drehen wir sogar einen film. und da darf die kehrwoche natürlich nicht fehlen. mich würde also sehr interessieren, wie den im januar gekehrt wird, wir sprechen hier von diesem wochenende oder der nächsten woche. ist es wohl möglich einfach so jemanden beim hausflursaubermachen zu filmen, nach diesen und jenen stuttgarter eigenheiten zu befragen und nicht gleich einen besenstiel gegen empfindliche körperstellen geschlagen zu bekommen?
tatsächlich werden wir uns der frage widmen: “warum glauben eigentlich alle, dass stuttgart so spießig sei?” wir haben fünf minuten und genug zeit thesen und gegenthesen zu erörtern, mit dem auto durch die stadt zu fahren, wildfremde menschen zu beäugen und genau nachzufragen.

ideen, vorschläge, antworten?
sehr gerne auch an lenk3radAyahoo.de

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