Von Frau Doktor
Vermischtes, Stuttgart 21 . 16:53 Uhr
… läuft nicht alles so, wie man es sich wünscht. Heute hat das Stuttgarter Landgericht die Urheberrechtsklage gegen den Teilabriss des Bahnhofs im Zuge von Stuttgart 21 abgewiesen. Wir Gegener müssen’s mit Fassung tragen - und werden uns davon hoffentlich nicht entmutigen lassen. Gibt ja noch die eine oder andere Wahl… Und gegen direktere Aktionen spricht ja auch nix. Infos zum Urteil hier.
Update: Urteil im Wortlaut.
#1 Nordrandbewohner . 20.05.10 . 20:41 Uhr
man stelle sich vor…
…man habe ein Haus gebaut und komme nach Jahren zu der Überzeugung, ich brauche einen Anbau / Umbau / Wintergarten etc. Der Architekt meines Hauses aber will mir dies verbieten, indem er auf sein Urheberrechtpocht und mit meiner Erweiterung /Teilabriss / Umbau verletze ich sein Urheberrecht.
Meine urschwäbische Seele wehrt sich gegen die Vorstellung, dass mir der Architekt von damals vorschreiben können soll, was ich heute umbaue, … und erst recht sein Enkel.
P.S. zur Vorbeugung: ich bin nicht nicht für S21, aber einen Prostest auf dieser Ebene halte ich für daneben, weil er mit der eigentlichen Sachlage nichts zu tun hat.
#2 Frau Doktor . 20.05.10 . 21:47 Uhr
Ihre Argumentation kann ich gut nachvollziehen, deswegen war ich auch nie besonders glücklich darüber, welche Hoffnungen von einigen auf dieses Verfahren gesetzt wurden. Kommunal-, landes-, verkehrspolitische und städtebauliche Entscheidungen diesen Ausmaßes müssen in der politischen Auseinandersetzung geklärt werden, nicht per Gericht.
#3 nick . 20.05.10 . 21:53 Uhr
Im Parkschützer-Newsletter wurde ganz treffend formuliert:
Silvio Berlusconi blickt jetzt bestimmt neidisch nach Stuttgart. So eine Justiz hätte er bestimmt auch gerne.
Letztendlich hat niemand mit einem anderen Urteil gerechnet, da ein Gericht in einem solchen Fall niemals für eine Einzelperson entscheiden würde und gegen einen Großkonzern, der mit Milliarden im Spiel steht. Daher glaube ich nicht, dass der heutige Tag dem Widerstand etwas anhaben kann, im Gegenteil, viele Leute werden erst jetzt den Ernst der Lage erkennen.
#4 Peter . 20.05.10 . 22:52 Uhr
…und wie immer muss ich die Frage stelle
“Müssen wir jetzt alle Sterben?”
Wenn die lieben S21 Gegner Ihre Zeit für wohltätige Zwecke, Bäume pflanzen, Wälder säubern, …einsetzen würden als gegen eine ENTSCHEIDUNG zu demonstrieren, hätte die Menschheit mehr davon!
#5 dr schwob . 21.05.10 . 08:29 Uhr
Hallo,
ich möchte gerne mal ein klares Pro Stuttgart21 Statement abgeben.
Sicher ist es höchstzweifelhaft was unser Vätterleslandtag so den ganzen Tag treibt und entscheidet. Auch bin ich eher für den Erhalt von Natur und älteren Konstrukten.
Leider muss ich eingestehen, wenn man einen realen Blick auf die Welt zulässt, das nicht die Schwaben alleine die zukünftigen Entwicklungen bestimmen ;(
Deshalb müssen wir stets nach vorne gehen! Stets in der Bereitschaft hohe Geldsummen zu investieren und auch gewisse Risiken tragen.
Nur wenn wir nicht stehen bleiben und nach vorne gehen haben wir aktuell eine Chance die Zukunft mit zu gestalten, verharren im Althergebrachten bedeutet aktuell Stillstand und Verlust der Handlungsfähigkeit.
Nichts desto trotz ist eine strenge kritische Hinterfragung aller Vorhaben, speziell die unsere Landesfürsten, höchst wichtig.
Sicher ist Stuttgart21 nicht Fehlerfrei, Geld versickert unnötig etc. Aber wir brauchen Bewegung, mutige Ansätze und Bereitschaft nach Vorne zu gehen!
Ich freue mich auf Stuttgart 21.
#6 nick . 21.05.10 . 15:19 Uhr
#4 PETER
Und wenn die lieben S21-Macher ihr Geld für sinnvolle Zwecke ausgeben würden, hätte die Menschheit garantiert am meisten davon.
#5 DR SCHWOB
Wie definieren Sie denn, was “nach vorne gehen” bedeutet und was vielleicht nur teuer ist und nichts als Nachteile bringt?
Denn wie Sie selbst ganz richtig sagen:
Nichts desto trotz ist eine strenge kritische Hinterfragung aller Vorhaben, speziell die unsere Landesfürsten, höchst wichtig.
#7 DR SCHWOB . 21.05.10 . 18:59 Uhr
Hallo,
ich glaube die Vor und Nachteile haben viele Personen und Gruppierungen ausreichend dargelegt.
Mit “nach vorne gehen” meine ich in diesem Zusammenhang den Mut das finanzielle und strukturelle Risiko von Stuttgart21 zu tragen mit den Vor - und Nachteilen.
Wird Stuttgart 21 erfolgreich ist unterm Strich für alle mehr Zukunft dabei, ein ganz neues Viertel in Stuttgart entsteht.
Stuttgart hat die Chance neue Richtungen zu gehen.
Natürlich wurde dafür auch ein hoher Preis bezahlt.
Aber gerade wir Schwaben wissen ja das es nichts zum Nulltarif gibt.
#8 Kanzlerkandidat . 21.05.10 . 22:06 Uhr
Das mit dem Wald putzen statt demonstrieren lieber Schwob erinnert mich an die Vorstellung, wir sollten unser übriges Vesperbrot doch nach Biafra schicken. Ich denke das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Auch Stuttgart 21 Befürworter könnten mal den Wald putzen, Sie vielleicht vorne weg. Viele Grüße.
#9 dr schwob . 25.05.10 . 21:02 Uhr
@kanzlerkandidat: meine sie vielleicht den peter?
#10 nick . 31.05.10 . 09:17 Uhr
#7 DR SCHWOB
Das einzige konkrete Argument, das Sie genannt haben, ist das neue Stadtviertel. Das gibt es auch mit Kopfbahnhof.