Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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17 03.08

Velvet Underground

Von beejees
Kultur, Leben, Freizeit, Exil, Stuttgart 21 . 12:20 Uhr

Es gab einen Hit von Lou Reed in den Achtzigern, der war Kult. Walk on the wild Side. “She said, hey babe, take a walk on the wild side. And the coloured girls go Doo, doo, doo, doo, doo, doo, doo, doo …” Die Band hiess Velvet Underground und wurde mit Andy Warhol berühmt, der die Gruppe im Cafe Bizarre in Greenwich Village entdeckte, als sie mit dem Rücken zum Publikum spielten. Er produzierte die Band und nahm sie in seine “Factory” auf. Das Debütalbum The Velvet Underground & Nico wurde mit den Musikern Lou Reed, Sterling Morrison, Maureen Tucker, John Cale und Nico eingespielt. Das erste Plattencover ist heute eines der Klassiker der Rockgeschichte. Das mit der legendären gelben Banane.

Ein Hauch von Cafe Bizarre wehte durch die Röhre, als Nico Ende der Achtziger Jahre dort auftrat und ich sie live erleben konnte. Sehr eindrucksvoll. Alles schwarz und düster und Abenteuer. Das war noch Nachtleben ohne Alcopops und Ärger mit Türstehern, dafür mit skurrilen Ideen und Paradiesvögeln. Definitiv anders. Wer erinnert sich noch an Ralf Schmerberg (auch ein Exilant und ehemaliger Stuttgarter)? Der entdeckte damals den Raum hinter der Röhre. Wilde Parties und Konzerte folgten, eingeladen war, wer einen Tipp bekam.

Die Röhre ist jetzt in Gefahr. Wenn der Hauptbahnhof als Projekt von Stuttgart 21 unter die Erde verlegt wird, dann mutiert die Kultstätte vielleicht in eine Baustellen-Einrichtungsfläche. Dann tanzen andere Zombies im Tunnel, die Presslufthämmer schwingen zum Takt Doo, doo, doo, doo, doo, doo, doo, doo. Yeah Babe, take a walk on the wild side. Das ist der Fortschritt. Das Leben geht weiter. Ständig.

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19 Kommentare zu Velvet Underground

#1 Andreas . 17.03.08 . 14:04 Uhr

“Walk on the wild side” ist kein 80er Jahre Hit und kam auch nicht von Velvet Underground! Der Song ist nämlich auf dem 1972er Lou Reed Solo Album ‘Transformer’…

#2 beejees . 17.03.08 . 14:58 Uhr

Du hast recht und ich würde gern den Satz mit Deiner Erlaubnis korrigieren:

Es gab einen Hit von Lou Reed in den Siebzigern, der war Kult. Walk on the wild Side. “She said, hey babe, take a walk on the wild side. And the coloured girls go Doo, doo, doo, doo, doo, doo, doo, doo …” Lou Reed war eines der Gründungsmitglieder von Velvet Underground, die mit Andy Warhol berühmt wurden, der die Gruppe im Cafe Bizarre in Greenwich Village entdeckte, als sie mit Vorliebe mit dem Rücken zum Publikum spielten. …

#3 planb . 17.03.08 . 20:09 Uhr

Die Röhre, da hab ich viele tolle Erinnerungen dran.
Leider ist sie heute nicht mehr so toll, da ja nicht mehr so viele gute Konzerte stattfinden.
Das Geld wird wohl mit Partys verdient.
Tja hätte die geldgeile Stadt damals die Röhre nicht den Vereinen weggenommen (MIR, IG Jazz…) und diesem seltsamen Gastronomen verschachert, wer weiss was heute dort laufen würde.
Ganz schrecklich: Die DJ Kanzel, zerstört Konzert-Sound und architektonisches Röhrenfeeling.

#4 Wegschaffel . 17.03.08 . 22:16 Uhr

Röhre… Röhre… Ich sehe … Ich höre … Jeffrey … Jeffrey … Jeffrey Lee Pierce …. Irgendwann Mitte 90er. Der Mann kann nicht singen (Bob Dylan kann auch nicht singen) … Trotzdem hat sich der Abend in meiner Kleinhirn-Music-Partition verewigt. Warum? Weiss nicht. War jemand da, zufällig? RIP, Jeffrey.

#5 Herr S . 18.03.08 . 19:31 Uhr

Ob jemand da war? Ja, ich beispielsweise. Hätte ich gewusst, dass Sie auch auch da waren – mein lieber Scholli! Ich führe sogar noch die CD, die ich an dem Abend erworben habe, insofern gehe ich davon aus, dass es mir tatsächlich gefallen hat und es sich nicht lediglich um eine der sattsam bekannten nachträglichen Verklärungen handelt.

Und Sie, Beejees, recherchieren in Zukunft bitte spürbar intensiver, bevor Sie uns Alten ahnungslose Geschichtslektionen erteilen. 80er-Jahre-Hit von Velvet Underground – da wird ja die Milch sauer.

#6 beejees . 18.03.08 . 19:47 Uhr

ja ja

#7 Wegschaffel . 18.03.08 . 21:19 Uhr

Beneidenswert. Mit CD, Herr S., können Sie den Sex-Beat wenigstens noch hören auf dem noch nicht ganz tauben Ohr … Vielleicht leihen Sie mir die ja sogar mal?

#8 Herr S . 19.03.08 . 00:02 Uhr

Sex-Beat? Gott bewahre. Nein, die Scheibe nennt sich Lucky Jim. Und hören tue ich die selbstverständlich längst nicht mehr. Sie verdient sich ihr Gnadenbrot als Glasuntersetzer, seit ich feststellen musste, dass gestauchtes Bier immer so hässliche Dellen im PVC-Tischtuch hinterlässt. Das mit dem Leihen bekommen wir aber wahrscheinlich hin, würde ich sagen.

#9 beejees . 19.03.08 . 11:35 Uhr

Und Sie, Beejees, recherchieren in Zukunft bitte spürbar intensiver, bevor Sie uns Alten ahnungslose Geschichtslektionen erteilen. 80er-Jahre-Hit von Velvet Underground – da wird ja die Milch sauer.

Yoa. Steife Brise von vorn und oben. Ein Haar in der Suppe. Schlechte Recherche.
Da wird aus einem falschen Erscheinungsjahr gleich eine zu erteilende Geschichtslektion. Da wird es Zeit, dass mal klar gemacht wird, wo der Bartel den Most holt, bzw. die Milch.

Ok, ok, ich entschuldige mich in aller Form beim Ältestenrat für schlampige Recherche. Ob das was nützt? Wahrscheinlich führt jetzt am Free-Jazz-Blog kein Weg für mich vorbei?

#10 Ralph . 19.03.08 . 12:54 Uhr

Wir nehmens halt ganz genau in Stuggitown. Da sind wir ganz furchtbar pennibel, wenn einer aus der 7 eine 8 macht. Dafür haben wir aber ein riesengroßes Herz für Europa und die Röhre geht uns am Arsch vorbei.

#11 Herr S . 19.03.08 . 17:33 Uhr

Penibel bitte, nicht pennibel! Und nicht gleich wieder die Nummer von wegen dem kleinmütigen Stuttgarter an sich und überhaupt – auch wenn es in meinem Fall stimmt. Falls man davon absieht, dass ich streng genommen kein Stuttgarter bin und mein Herz für Europa eher klein ist.

#12 Wegschaffel . 19.03.08 . 21:45 Uhr

Herr S., vielleicht sollten Sie davon absehen, ausgemusterte Brennstäbe aus Neckarwestheim als Bier-Staucherle zu verwenden. Im gerontologischen Fachhandel gibt es formschöne und bruchfeste Alternativen. Im Leih-Tausch gegen den mir nicht bekannten Lucky Jim kann ich übrigens ein gut erhaltenes Exemplar “Wildweed” anbieten. Oder verdient die Scheibe bei Ihnen auch schon das Gnadenbrot als Bettpfannendeckel?

#13 Wegschaffel . 19.03.08 . 22:00 Uhr

Möönsch Beejees, haben Sie sich doch nicht gleich so. Sie wurden bei einer, sagen wir, “Unschärfe” erwischt, die genau wie Schalke 05 nur ganz knapp daneben liegt, aber eben voll daneben ist. Wenn Sie dafür die Pfiffe aus der Fankurve nicht aushalten können, müssen Sie künftig entweder besser spielen, oder halt die Sportart wechseln und wieder Tagebuch schreiben.

#14 beejees . 19.03.08 . 23:03 Uhr

Möönsch Wegschaffel, ich biete Dir jetzt einfach das Du an. Ich bin das so gewohnt von meinen anderen Blogs und Foren. Hoffe Du hast nichts dagegen. Die Pfiffe aus der Fankurve kann ich eigentlich ganz gut aushalten, was ich nicht leiden kann sind die Nebelkerzen.

#15 Herr S . 20.03.08 . 10:13 Uhr

Auf die Gefahr hin, dass Sie auch mir Ihr Du antragen: mit Nebelkerzen meinen Sie hoffentlich nicht mich. Ich habe nämlich keine solchen geworfen, sondern zur historischen Präzision gemahnt – eine Tugend, deren Überlegenheit Sie kaum ernsthaft bestreiten werden.

Und Sie, Herr W., schauen bei Gelegenheit einfach mal in Ihren Briefkasten. „Geriatrisches verhandelst Du stets im überschaubaren Kreis“, hat mein Urgroßvater zeitlebens gepredigt, und ich bin immer gut damit gefahren, mich daran zu halten.

#16 beejees . 20.03.08 . 10:38 Uhr

Hallo Herr S.
die Nebelkerzen waren ganz allgemein gemeint.
Die Gefahr ist gross, dass ich ins Du rutsche. Das ist erstmal für mich die normale Anrede in Blogs und Foren. Wenn einer darauf besteht, respektiere ich natürlich das Sie.
Auch bei mir in der Firma sind alle beim Du. Der Respekt ist davon nicht tangiert und leitet sich primär aus Können und Verhaltensweise des Anderen ab.

#17 Donna Lüttchen . 22.03.08 . 00:35 Uhr

Nochmal zurück zum Thema: mein Herz müßte wohl auch ein wenig bluten, sollte die Röhre weichen müssen.
Immerhin gehört der olle Schlauch zu meinen ersten Erinnerungen in Stuttgart. Wenn ich recht erinnere, tanzte man den letzten Tanz mitnichten im Odeon, sondern in der Röhre. Die beherrbergte uns nach anderweitigem Ringelpietz wenigstens bis zur ersten S-Bahn. Ein letztes ” Underpass” auf Schachbrettmuster, dann ab in die Heia; das hatte damals viel Schönes. An fröhliches Knochenschmeißen von Alien Sex Fiend denke ich auch schmunzelnd zurück.Oder das “Worry Bomb”- Konzert von Carter usm.
Erste Bahnen und letzte Tänze haben ihren Reiz eingebüßt. Die Röhre lockt mich ab und an jedoch schon noch mit vereinzelten Konzerthöhepunkten aus dem Haus. The National hätte ich ungern verpaßt, das muss ich sagen.
Nun noch ein kurzes Hoch auf das stilvolle “Sie”. Man nutzt es nur noch viel zu selten und nimmt sich damit die Möglichkeit eines langsamen, betulichen Kennenlernens. Sofort wird alles plump-vertraulich. Ich finde das so wenig reizvoll, wie eine Frau in zu kurzem Rock und zu tiefem Ausschnitt. Das eine wie das andere ist selbstredend Ansichtssache. Ich würde mich an dieser Stelle empfehlen.

#18 beejees . 22.03.08 . 16:00 Uhr

Hallo Donna,
für meinen Geschmack kommt das “Sie” in einigen Beiträgen etwas verschwurbelt gezwungen rüber. Bewundernswert, wie englischsprachige Länder ganz gut ohne Sie zurechtkommen und trotzdem Stil bewahren?
Als Macho würde ich sagen, dass eine Frau in zu kurzem Rock schon reizvoll sein kann, allerdings, da stimme ich zu, nicht jede.

Ja, zurück zum Thema: Mit der Röhre verbinden sich für viele Leute eine Menge an Erinnerungen und Emotionen. Nicht nur für mich. Deshalb bin ich dankbar, dass der Fokus wieder zurück aufs Eigentliche gerichtet wurde. Ohne die Röhre wird eine wichtige Station fehlen. Aber es kommen ständig neue Clubs und locations …

#19 beejees . 27.03.08 . 22:20 Uhr

apropos … hier gibt es spannende Kommentare zum Siezen und Duzen im Netz …

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