Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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29 10.07

Unter Beschuss

Von derCobold
Vermischtes . 19:26 Uhr

Heute, kurz nach Vier: sechs kräftige Schläge reißen mich aus meiner Arbeit in einem der Büros an der Theodor-Heuss-Straße. Der erste Gedanke: Schüsse?! Nein, sowas gibt es nur im TV.

Ich denke mir nichts weiter und wende mich wieder meiner Arbeit zu. Nicht mal eine Minute später dringt das Blinken von blauem Licht durch die Winkel meiner Augen. Ein Blick aus dem Fenster schafft Gewissheit: Ein Polizeiwagen. Einer? Nein gleich mehrere. Von oben beobachte ich wie der Eingangsbereich des Gebäudes großräumig abgesperrt wird.

Spurensicherung

Ratlosigkeit macht sich bei den Kollegen breit. Erst später erfahren wir, dass es sich bei den Geräuschen doch um Schüsse gehandelt hat, die Beamte der Hundeführerstaffel auf einen Flüchtigen abgegeben haben. Dabei traf der Beamte gleich dreimal eine Säule, hinter der sich der Flüchtige versteckt hatte.

Spuren

Während einer meiner Kollegen noch von einer Messerstecherei an einem der letzten Wochenenden spricht wird mir schlagartig klar, dass die so oft gesehene Gewalt gar nicht so weit weg ist, wie sie immer scheint. Was wäre wohl gewesen, wenn ich an diesem Montag früher Feierabend gemacht hätte und dem Flüchtigen mitten in die Arme gelaufen wäre?

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7 Kommentare zu Unter Beschuss

#1 Plasier . 29.10.07 . 21:51 Uhr

…was wäre wenn…

Die Gewalt ist und war stets ein Bestandteil des Miteinanders. Doch im Wandel der letzten Jahre hat sie an Agressivität und Brutalität hinzugewonnen.

Viele der alltäglichen Gewaltdelikte gehen unter bzw. bleiben den Augen der Öffentlichkeit vorenthalten/verborgen.

Der Polizeibeamte, der jeden Tag damit konfrontiert wird, kann dies sicher bestätigen.
Ein Paradoxon, dass nun von politischer Seite Stellen im Polizeidienst gestrichen werden müssen.

Können präventive Ansätze bei diesen Gewaltdelikten überhaupt noch greifen?
Repressivität wird zunehmend die Parole werden, da Prävention immer kürzer kommen wird.

Der Haushaltspolitik sei Dank!

#2 Henning . 29.10.07 . 23:26 Uhr

Können präventive Ansätze bei diesen Gewaltdelikten überhaupt noch greifen?

Je älter die Leute sind, desto weniger. Aber es werden täglich neue Kinder geboren.

#3 TH . 30.10.07 . 09:12 Uhr

Die Frage ist, muß sich der Polizist jetzt schämen weil er nur die Säule getroffen hat?

#4 JP . 30.10.07 . 09:38 Uhr

Hier mehr dazu : STZ Online Artikel

#5 Herr S . 30.10.07 . 10:17 Uhr

JP: Das Interessante ist ja, dass Ihr STZ-Artikel nicht mehr bietet als die Pressemitteilung (PM), sondern eindeutig weniger. Während die PM uns fünf Mal klarmacht, dass der Täter 59 Jahre alt ist und drei Mal das Alter des Opfers nennt (56), erzählt es uns der STZ-Artikel lediglich je zwei Mal. Zudem fehlen ihm herrliche Details wie dieses hier:

Der 56-Jährigen gelang es, den ihr Unbekannten davon zu überzeugen, dass sie keinen Kraftstoff mehr im Tank hatte.

oder auch jenes:

Da die 56-Jährige vorgab, bedürftig zu sein, gab der Mann ihr das Geld zurück und flüchtete.

Summa summarum spricht also einiges für ein ziemlich talentiertes Opfer (56), was in der PM kaum ausreichend gewürdigt wird und bei der STZ gar nicht. Die STZ reitet eigentlich vorwiegend auf der angeblichen Filmreife der Polizei herum, wo doch jeder Aktenzeichen-XY-Kenner weiß, dass kaum etwas den normalen Polizeibeamten mehr hemmt als eine Kamera.

#6 derCobold . 30.10.07 . 18:25 Uhr

Die Pressemitteilung geht eben rein auf die Fakten ein ohne weitere meinungsbildende Kommentare. Interessant finde ich allerdings, dass sich auch die Artikel der Print- und Onlineausgabe der StZ unterscheiden, offensichtlich arbeiten die jeweiligen Redaktionen weitgehend unabhängig. Von “abgeblicher Filmreife” ist in der Printausgabe jedenfalls nichts zu lesen. Ganz dick hat wie erwartet die Zeitung mit dem vier Buchstaben aufgetragen. In ihrem Artikel “Peitschten die Kugeln durch Luft”.

#7 Aslan . 10.11.07 . 16:27 Uhr

ich find das krass von den patrols wie die da abgehen. ballern rum und achten nicht auf fußgänger. die cops dort werden echt immer krasser finde ich. ich bin jede nacht dort um party zu machen und die cops gehen krass ab mit den leuten und jetzt ballern sie schon rum. hoffentlich wurde der polizei angezeigt.

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