Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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25 01.10

Unser Landesvater

Von oldman
Politik . 21:59 Uhr

verlässt uns in Richtung Brüssel und beeindruckt nachhaltig.

Update 31.1.2010, 21:15 Uhr /vorheriges Video durch dieses ersetzt:

Update 27.1.2010, 07:15 Uhr

Teile von Oettingers Redemanuskript kursieren im Netz

Redescript Blatt 1

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14 Kommentare zu Unser Landesvater

#1 nick . 25.01.10 . 22:11 Uhr

Das ist so peinlich und spiegelt seinen Intellekt wider.

#2 Paul-geht-baden . 25.01.10 . 22:50 Uhr

Mein Gott, alle zerreißen sich ständig das Maul über Politiker, die aalglatt sind. Und wenn dann mal einer auftaucht, der sich in der Öffentlichkeit offenbar eher unwohl fühlt, der ein schlechter Selbstdarsteller ist und kaum über das verfügt, was man so Weltläufigkeit nennt, dann ist es auch wieder nicht gut, im Gegenteil, der wird dann richtig verachtet von all den souveränen kleinen Kackern, die sich für überlegen halten. Bei Fremdsprachen, habe ich mal gelesen, ist perfekte Aussprache was für Sekretärinnen. Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter.

#3 nick . 25.01.10 . 23:07 Uhr

#2 PAUL-GEHT-BADEN
Wie kommst du denn darauf, dass Oettinger sich in der Öffentlichkeit unwohl fühlt? Auf mich wirkt das eher so, als wäre der sehr von sich überzeugt und merkt dabei gar nicht, wie peinlich er ist.

#4 Bilbob . 25.01.10 . 23:09 Uhr

Also ich finde es lustig, aber auch sympathisch.

#5 Paul-geht-baden . 25.01.10 . 23:20 Uhr

__Nick. Ich finde ihn unbeholfen, irgendwie eckig, unruhig, der fühlt sich ewig nicht wohl in seiner Haut. Und peinlich finde ich 08/15-Kommentare wie die deinen. Schießen, wenn einer zum Abschuss freigegeben wird… darauf kann man stolz sein.

#6 Martin Sp. . 26.01.10 . 07:41 Uhr

Oettinger macht wirklich nicht den Eindruck, als ob er seine Defizite kennt. Und damit meine ich nicht nur seine Englischkenntnisse.

#7 Frau Doktor . 26.01.10 . 11:32 Uhr

Ich habe Oettinger einige Male live als Redner erlebt - und er war immer schlecht. Das fände ich an sich nicht problematisch, schlimm wird es dadurch, dass ihm dafür jedes Bewusstsein zu fehlen scheint. Auf mich haben seine Auftritte jedesmal den Eindruck gemacht, als übernähme er völlig distanzlos das jeweils situativ herrschende Stereotyp (leutseliger Landesvater, weltläufiger CEO, Mitglied der globalisierten Wirtschaftselite, treuer Schüler und Parteigenosse) - ohne wahrzunehmen, wie wenig das von seiner Person gedeckt wird. Schließlich hat er ja die richtige Haltung und sagt die richtigen Sachen. Der weiß gar nicht, wie unwohl er sich gerade fühlt. Aus dieser Diskrepanz entstehen dann die seltsamsten Dinge: Er beleidigt den Gastgeber oder das Publikum, erscheint als rechtsnationale Marionette oder als Plattitüden-Automat. Ganz oft wirkt es vor allem mal ‘falsch’ - und ich vermute, genau das werfen Nick u.a. ihm vor: Wer so affirmativ der Legende vom internationalen CEO und den Segnungen des globalisierten Kapitals anhängt, der muss die Rolle dann auch 1a performen, sonst schlagen die eigenen Ausschließungskriterien auf ihn selbst zurück.
Gegen Oettinger sind Mappus und Teufel Giganten der Kommunikation, gerade weil sie ihre scheinbare Provinzialität nutzen, um authentisch zu wirken; Mappus gerne auch mal authentisch unsympatisch. Oettinger ist dagegen die Komplett-Simulation einer Person, zumindest als Redner. Menschen, die ihn in etwas privateren Situationen kennen gelernt haben, schwören Stein und Bein, dass er da sehr viel authentischer wirkt und sogar die Stimme anders ist, nicht so furchtbar gepresst. Ich finde das Ganze eher tragisch - und wünsche ihm viel Glück in Brüssel, fern dem Lichte der deutschen Öffentlichkeit.

#8 Paul-geht-baden . 26.01.10 . 12:51 Uhr

Klasse Kommentar, Frau Doktor, wie wir es von Ihnen gewohnt sind. Was Sie über die Diskrepanz zwischen dem öffentlichen und dem privaten Oettinger schreiben, habe ich genau so im letzten Jahr in der SZ gelesen (nicht zum ersten Mal)(aber Journalisten gelten bei den Durchblickern ja auch als blödes und verlogenes Pack). Ich finde nur, dass Sie ein bisschen viel Verständnis für Nick u.a. aufbringen. Nach meinem Eindruck (siehe “[…] spiegelt seinen Intellekt wider” ) liegt dem Gedröhne überhaupt keine Reflexion zugrunde, sondern ist purer Reflex. Oettinger wird nicht verachtet, weil er dem Bild, das er abgeben möchte, nicht entspricht, sondern weil er dem Bild nicht entspricht, das Nick u.a. sich von einem Politiker machen, den man achten kann (wenn auch vielleicht als Gegner).

#9 nick . 26.01.10 . 17:48 Uhr

Ich gebe zu, dass mein erster Kommentar sehr destruktiv und undifferenziert aussehen kann. Darum werde ich jetzt genauer erläutern, was ich mir dabei gedacht habe:

Dass Oettinger kein Englisch kann, möchte ich ihm nicht verübeln. Eein authentischer Politiker steht dazu, nimmt es eventuell mit Humor (dann hätte er meinen großen Respekt), oder hält einfach die Klappe zu dem Thema - aber er sollte keine großen Töne spucken wie im Interview zuvor.

Oettinger weiß in seiner Rede nicht, wovon er redet. Wahrscheinlich weiß er nichtmal, worum es überhaupt geht. Das wird an mehreren Stellen deutlich, z.B. wenn er zum “world” ansetzt und es dann zum “would” korrigiert. Dieses Phänomen ist allerdings in der Politik insgesamt verbreitet - nur hier wird diese Heuchelei besonders deutlich. Frau Doktor hat das richtige Wort gefunden: Es wirkt einfach ‘falsch’.

Ich selbst weiß auch, dass man Menschen nicht danach beurteilen darf, wie sie sich präsentieren, viele sind sehr viel klüger als sie aussehen - nur bei Oettinger ist das nicht der Fall. Es gibt viele Kluge Köpfe in diesem Land und auf dieser Welt - Oettinger gehört in meinen Augen definitiv nicht dazu, ganz im Gegenteil (abgesehen von seinen schlechten Auftritten). Darum der Kommentar oben.

Noch etwas: Wenn ein dummer Politiker zum Abschuss freigegeben wird, dann schieße ich tatsächlich manchmal - auch aus dem Affekt. Da muss nicht immer große Reflexion und Differenzierung dahinter stecken.

#8 PAUL-GEHT-BADEN
Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass Sätze wie “(aber Journalisten gelten bei den Durchblickern ja auch als blödes und verlogenes Pack)” kein Bisschen reflektierter sind als es mir vorgeworfen wird.

#10 Anton Schmittke . 26.01.10 . 18:34 Uhr

ja dieser herr günni ist ja grauslig. und ein freund von mir hat sich mit ihm zusammen auf so´ner komischen offiziellenparty knipsen lassen und ist mächtig stolz drauf… ich sag´ nur: günni verdünni… sier´ dich zu den anderen bürokraten.

so, jezz bin ich stolz auf meinen ersten kommentar als blogger.
bis zum nächsten mal.
AS

#11 Frau Doktor . 26.01.10 . 18:45 Uhr

Ganz ähnliche Probleme hatte (und hat) Edmund Stoiber - und von dessen Intelligenz war die eigene Partei auch ganz überzeugt. Ob da die Fähigkeit, unglaubliche Mengen an Akteninformationen abspeichern zu können, mit Intelligenz verwechselt wird? Eine gutes Gedächtnis ist die halbe Miete, keine Frage, aber man muss aus den ganzen Fakten auch was eigenes machen. Und da sind wir dann wieder bei der Komplett-Simulation von Person / Persönlichkeit.
Für mich ist das ein seltsam faszinierendes Schauspiel, dass jemand, der auf einer technischen Ebene nicht doof ist, sowenig von sich, seiner Wirkung und den eigenen Grenzen weiß, dass wie ein Volldepp wirkt. Jeder hat seine blinden Flecke, aber das ist ja ein schwarzes Loch.

#12 Nordrandbewohner . 27.01.10 . 13:00 Uhr

Und wer weint?

Wenn ich zurückdenke, ach lang, lang ist es her. Wenn ich zurückdenke an den Abschied von Lothar Späth, der nicht wie Oettinger von seiner Partei weggelobt, sondern weggeschasst wurde. Wenn ich daran zurückdenke, dann fällt mir auf, dass über dessen Weggehen sogar in Reihen des politischen Gegners Wehmut entstand und tatsächlich die eine oder andere Träne verdrückt wurde.

Mag es nun daran liegen, dass Späth authentischer wirkte (ob er es tatsächlich war soll an dieser Stelle unbewertet bleiben) weil er seine Herkunft aus dem Ländle nicht versteckte oder weil er als Person einfach mehr Souveränität ausstrahlte als Oettinger dies tut, ich weiß es nicht. Ich stelle aber fest, dass ich noch niemanden getroffen habe der oettinger irgendetwas nachweint, weder hier im Blog noch im “Riel Laif”.

Und zum Schluss noch etwas Polemik: Hofbräu statt Oettinger.

Deshalb abschließend nochmal meine Frage, “und wer weint?”.

#13 Herr Linsinger . 31.01.10 . 21:11 Uhr

Ich weine, weil das Video entfernt wurde?!

#14 oldman . 31.01.10 . 21:24 Uhr

Das Video, Herr Linsinger, wurde auf Betreiben des Rechteinhabers aus dem Angebot von YouTube entfernt.
Dass es, auch bei YouTube, unter ähnlichen Namen noch vorhanden ist, wird oben dokumentiert.

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