Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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23 03.06

Und es geht doch noch tiefer …

Von Martin Hiegl
Politik . 20:18 Uhr

Schon manchmal musste man sich in Baden-Württemberg fragen, ob das Niveau in der Landespolitik nicht endlich am Tiefpunkt angekommen sei. Wie Döring Gall 2002 als “Drecksau” beschimpfte oder Palmer Pfeiffer 2004 eine schallende Ohrfeige gab, sind nur zwei Beispiele der vielen beschämender Momente aus der Politikszene des Ländle.
Im Wahlkampf ist die Situation natürlich viel aufgeheizter und um Aufmerksamkeit zu bekommen, lässt man sich nicht nur lustige Aktionen, wie das Verteilen von Frühstückspaketen einfallen. Die Spitzenkandidaten sind bei Antenne 1 in einer Befragung mit Lügendetektor zu hören. Soweit so normal. Die Fragen haben allerdings absolut nichts mit Politik zu tun, nein, es geht darum “Fragen jenseits des politischen Blabla [zu] stellen”.
Und das ist der Moment, in welchem es wieder einmal geschafft wird, das Niveau erneut zu drücken. Ute Vogt wurde dazu gebracht, von Orgasmusvortäuschung zu berichten und Ihre strikte Heterosexualität zu bekennen. Relativ harmlos blieb es bei den kleinen Parteien: Kretschmann erzählte von den wilden Alkoholexzessen der Studentenzeit und Goll, wie gern er als Prof eine Studentin verführt hätte. Morgen kommt dann Oettinger dran. Ich hoffe wenigstens er hatte Rückgrat genug einfach zu gehen, wenn es so unter die Gürtellinie ging, wie bei Vogt.

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5 Kommentare zu Und es geht doch noch tiefer …

#1 Wilhelm [Schoggo-TV] . 23.03.06 . 20:34 Uhr

Stimmt, mit Politik haben die Fragen nichts zu tun. Wohl aber sagen sie etwas über die Person des/r Befragten aus. Dabei weniger über konkrete persönliche Dinge sondern wie die Person an sich mit Dingen umgeht bzw. auf bestimmte Fragen reagiert (speziell wenn es Fragen sind, mit denen nicht gerechnet worden ist).
btw die Aussage über einen Orgasmus ist nicht unbedingt ein Zwangsbekenntnis zur Heterosexualität - auch Homosexuelle sind orgasmusfähig.

#2 Martin Hiegl . 23.03.06 . 20:37 Uhr

Aber die Frage, ob sie es sich mit einer Frau vorstellen könnte ;-)
Die haben ja nicht nur eine Frage gestellt - die Orgasmusfrage war nur der Tiefpunkt, bei welchem ein jeder Mensch mit Selbstrespekt eigentlich “Tschüss” sagen müsste.

#3 igor . 23.03.06 . 21:04 Uhr

er wird net gehen, da die interviews vorher wohl aufgenommen sind.

#4 isnochys . 23.03.06 . 23:41 Uhr

Wieso tschüß sagen?
Sagt man hier nicht “ade”?
:))

#5 Herr S . 24.03.06 . 01:24 Uhr

Wenn Politiker sich anschicken, mal so richtig zu menscheln, kommen fast immer anbiedernde Peinlichkeiten heraus. Neu sind die Versuche ja nicht, und es bleibt abzuwarten, wie weit man es noch treibt. Dass die definitve Unterkante erreicht ist, habe ich schon oft gedacht, nur um kurz darauf festzustellen, dass es immer noch einen Tick tiefer geht. Womöglich essen sie ja bald Würmer oder zeigen die Möpse vor, wundern täte mich das jedenfalls nicht. Die Interrviewer sind zwar fraglos grobe Trottel, andererseits bedienen sie nur einen Markt, der ist das eigentliche Problem.

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