Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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04 04.06

Und donnerstags in den Kunstklub

Von Frau Doktor
Kultur, Freizeit . 20:16 Uhr

Auf viele Menschen wirkt die Staatsgalerie, vor allem im Vergleich zum neuen, transparenten Kunstmuseum, ein bisschen abweisend. Allein schon der Name: Staatsgalerie – und dann sieht das Gebäude auch ganz genau so aus. Da hilft auch das fröhliche Farbspektrum von Herrn Sterling nur bedingt.

Natürlich ist das alles ein Täuschungsmanöver elitärer Kunstfreunde, die die Ruhe zwischen den Bildern genießen wollen. Seit fast zwei Jahren ist damit aber jeden ersten Donnerstag im Monat Schluß. Dann trifft sich der Kunstclub. Menschen unter 40 – also Jungspunde neben so einem 400 Jahre alten Rembrandt – führen sich untereinander durch die Sammlung. Präsentieren ihre Projekte aus dem weiten Feld der Kunst. Und diskutieren das Ganze anschließend bei Bier, Wein und Softdrinks in der Lounge. Vielleicht hat ja schon die eine und der andere von euch davon gehört.

Ich kann den Kunstklub jedenfalls nur empfehlen: Man wird fast mühelos schlauer, lernt spannende Leute kennen und treibt sich abends in einer Location herum, die in Stuttgart wohl ziemlich einzigartig sein dürfte.

Am 6. 4. gibt’s selbst für die Verhältnisse des Kunstklubs etwas ganz besonderes: Drei junge GaleristInnen aus Baden-Württemberg präsentieren sich gemeinsam. Wie wurde noch nicht verraten, nur das es eine eher nicht die typische Galerie-Präsentation wird. Am Start sind

Mario Strzelski, Galerie “Deck”, Stuttgart (auch Herausgeber des Sonnendecks)

Iris Kadel, Galerie Iris Kadel, Karlsruhe

Sebastian Fath, Sebastian Fath Contemporary, Mannheim

Alle drei sind zwar noch nicht so lange im Geschäft, aber schon ganz schön weit gekommen. Wer also wissen will, wie am Kunstmarkt die Musik spielt, warum wahre Kunst auch eine Ware ist oder einfach nur um 23 Uhr lieber eine Grafik als eine Jeans kauft – da kann das Licht aber auch ganz schön täuschen – sollte sich um 19 Uhr in der Staatsgalerie einfinden.

Für Erwachsene 7,0, Studies etc. 4,50, für Mitglieder des Galerievereins kostet es nix. Getränke sind billig und Butterbrezeln gibt’s auch.

9 Kommentare zu Und donnerstags in den Kunstklub

#1 Simon . 05.04.06 . 08:11 Uhr

Danke für den Hinweis!

#2 SodaSister . 05.04.06 . 09:29 Uhr

“vor allem im Vergleich zum neuen, transparenten Kunstmuseum”.. jaja, was so eine Umfirmierung doch gleich ausmacht - Die Galerie der Stadt Stuttgart klingt ja auch ungleich verstaubter.

#3 Henning . 05.04.06 . 12:41 Uhr

Da würde ich eigentlich gerne hin, denn Mario war mal mein Vorgesetzter in einem Praktikum. Schade, hab an dem Abend schon was anderes vor. Allerdings wäre das quasi auch der einzige Grund für mich, da hinzugehen.

#4 Frau Doktor . 05.04.06 . 17:58 Uhr

Allerdings wäre das quasi auch der einzige Grund für mich, da hinzugehen

Hmm. Was mach’ ich jetzt mit so ‘ner Aussage? Henning ist nicht so der Kunsttyp, deswegen sind Museen nix für ihn, da können die treiben, was sie wollen? Oder klingt dieses “da” nicht etwas missbilligend? Nur was wird da denn missbilligt? Über E- und U-Kunst waren ich hier schon mal uneins, ich find’ nur den Beitrag nicht mehr.
Aber wahrscheinlich ist das alles nur ein narzistisches Missverständnis meinerseits: ich find den Kunstklub ganz toll, da fehlt mir einfach der Abstand zu kühleren Kommentaren. Never mind.

#5 Henning . 06.04.06 . 00:27 Uhr

Interessante Gedanken… der erste war richtig, kein Kunsttyp. Der Rest klang ja ganz interessant, aber die Bilder ansehen. Naja…

#6 Stuttgart Blog » Morgendämmerung . 06.04.06 . 08:43 Uhr

[…] Ach ja, heute: Kunstclub. […]

#7 Simon . 07.04.06 . 08:43 Uhr

Das war ja ein netter “Einstieg”, gestern. Und eine richtige Mischung dreier Galeristencharaktere, vom Typ engagiert-intuitiv bis kühl konzeptionierend - jeder auf seine Weise den Erfolg suchend.

Besonders interessant fand ich den Hinweis von Herrn Fath, dass die Mannheimer Galerieszene aus einer Zusammenarbeit profitiert, seit der ängstliche Konkurrenzgedanke überwunden wurde. Da gehen mir so einige Parallelen im Bloggerland durch den Kopf …

Schade, dass ich vorzeitig weiter musste. Frau Doktor blieb damit leider unerkannt ;-).

Wie dem auch sei, ich habe jedenfalls auch bei dieser Veranstaltung ein Motiv für die Kamera gefunden.

#8 Frau Doktor . 07.04.06 . 10:11 Uhr

Fand ich auch – die drei konnten sich auch sehr gut verständlich machen und ihre verschiedenen Konzepte akzeptieren. Gibt’s auch nicht so oft bei ausgeprägten Charakteren. Das alles so super lief, verdankt sich aber auch der Moderation von Peter Danners. Gut gefragt. So hat man einiges über die Arbeit als Galerist gelernt, die zumindest ich mir etwas glamouröser vorgestellt habe. Ich glaube, ich lese zuviel Artforum-Berichte von coolen New Yorker und Berliner Galerie-Events. Da kommt das Ein- und Auspacken und Geldzusammenhalten so wenig vor.

Jetzt kenne ich die Wirklichkeit – aber nicht Herrn Simon. Ich zermartere mein Hirn nach Menschen mit Kameras, es taucht aber außer dem Staatsgalerie-Prakti keiner auf. Ich trug eine hell-/dunkelblaue Trainingsjacke Und auch eine Kamera, aber dazu hoffentlich später.

#9 Simon . 07.04.06 . 15:45 Uhr

Ich bin halt ein etwas unscheinbarer Typ, weil ich das Blitzen nicht so liebe - dementsprechend waren meine Fotos alle ohne - sie hatten nur den berühmten Klick einer Spiegelreflexkamera.

Auffällig war da in der Tat nur der Praktikant, da haben Sie Recht.

Nachdem Sie selbst fotografiert haben, brauchen Sie wohl keine anderen Bilder; falls doch, lassen Sie es mich bitte wissen - so ein zwei konventionelle sind bei mir auch hängengeblieben.