Von Frau Doktor
Kultur, Freizeit . 23:55 Uhr
Die Rössle-Stampede, die seit einiger Zeit über Stuttgart hereingebrochen ist, lässt mich wieder mal stark daran zweifeln, ob Kunst im öffentlichen Raum so eine gute Idee ist. Zumindest wenn dahinter die schlichten Gemüter vom Stuttgarter Stadtmarketing stehen. Was dabei rauskommt, haben ja schon die tollen Fußball-Kunststückchen während der WM gezeigt. (Und damit meine ich ausdrücklich nicht die im Stadion!). Aber schon ein Gang über den Schlossplatz zeigt: Das konnte man hierorts schon mal besser, das mit der Kunst im öffentlichen Raum. Das Warum, Wieso und überhaupt können Interessierte am Donnerstag, den 21. Juni, im Rahmen eines Gratis-Kunstklubs erfahren.
Umsonst und draußen werden Kunstklub-Menschen das Geheimnis um die nackte Frau vor dem WKV lüften, das lustige, hübsche Ding vor dem Kunstmuseum etwas genauer unter die Lupe nehmen, die kleinste Skulptur Stuttgarts vorstellen und den nutzlosen Schornstein vor dem Haus der Abgeordneten erklären. Anschließend gibt’s eine öffentliche Prosecco-Performance im unteren Schlossgarten, bei der jeder, der einen Pappbecher halten kann, gern gesehen ist. Los geht das Ganze um 19 Uhr im Foyer der Staatsgalerie. Und: alles gratis! Sogar der Prosecco.
Update: Nur Sekt und Knabberzeug sind gratis. Die Führung kostet. Und zwar 3 Euronen voll, 1,50 ermässigt.
#1 Wegschaffel . 20.06.07 . 14:39 Uhr
Gerhard Matzig von der SZ hat die Quelle des sich breiig in die Städte ergießenden Kunstschleims wie folgt identifiziert: „ […] eine glücklose Verbindung von stiftenden, sich profilierenden Stadtsparkassen, eifrigen, sich profilierenden Kunstreferenten und tatsächlichen oder vermeintlichen Künstlern, die vermutlich einfach nur hungrig sind.“ Viel Spaß bei Häppchen und Proseggo.