Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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11 09.07

Umbennung der Stadt Stuttgart: Acht Gemeinderäte wackeln

Von Wegschaffel
Politik . 22:15 Uhr

Ein Beitrag von Tantalos.

Wenige Tage nach dem Ende der Fussballweltmeisterschaft 2006 hat der Gemeinderat der Stadt Stuttgart in nicht öffentlicher Sitzung einen Antrag auf Umbenennung der Stadt von Stuttgart in “Sportgart” abgelehnt. Was nach einem verspäteten Aprilscherz klingt, bekommt durch das erst jetzt bekannt gewordene Abstimmungsergebnis Brisanz: Der Antrag wurde mit 46 gegen drei Stimmen bei fünf Enthaltungen abgelehnt. Acht gewählte Volksvertreter waren dem Ansinnen, ihrer Heimatstadt den Namen zu rauben, zumindest nicht völlig abgeneigt. Der Antragsteller soll berufliche Verbindungen zum Sportamt haben. Eine Bestätigung hierfür war aus den Reihen des Gemeinderats nicht zu erhalten. Auch die Namen der acht “Sportgarter” werden mit Hinweis auf Vertraulichkeit der Öffentlichkeit vorenthalten. Inoffiziell wird bestätigt, dass vom Antragsteller eine Unterstützerliste mit mehreren hundert Namen eingereicht wurde.

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28 Kommentare zu Umbennung der Stadt Stuttgart: Acht Gemeinderäte wackeln

#1 Mitschreiber . 12.09.07 . 09:26 Uhr

Eigentlich kann ich das nicht wirklich glauben. Das klingt so abgefahren das es unmöglich stimmen kann. Und doch… eine kleine Stimme des Zweifelns flüstert mir, daß so etwas unseren gewählten Volksvertretern durchaus zuzutrauen ist.

#2 Paul-geht-baden . 12.09.07 . 10:17 Uhr

Wenn ich eine Art Freund zitieren darf: “Und: Wo kriegt man das, was Sie so trinken?”

#3 isnochys . 12.09.07 . 11:24 Uhr

Keine Quellenangaben..reiner Hoax

#4 Wegschaffel . 12.09.07 . 13:25 Uhr

Na klar stinkt das Ding zum Himmel. Dennoch gehts mir wie dem Mitschreiber auf #1. Da der Blog hier nicht das Amtsblatt ist und ich nicht der verantwortliche Chefredakteur bin, war es mir ehrlich gesagt zu mühsam, die kompletten Ratsprotokolle nach Spuren zu durchforsten. Was sich da allerdings - belegbar - an abstrusen Anträgen findet, nährt die “leise Stimme des Zweifelns”.

#5 Frau Doktor . 12.09.07 . 14:16 Uhr

Ich hab’ mal durch die Anträge 2006 der wichtigsten Ratsfraktionen gescrollt: So skurril sind die meisten nicht, aus vielen spricht deutliche Entnervung mit den Regierenden, die ihr Gemeindeparlament wohl nicht wirklich für voll nehmen. Zumindest klingt das manchmal in der Antragstellung durch. Ab und an stellt man auch Anträge gegen die generelle Schlechtigkeit der Welt - da ist man natürlich bei der Stuttgarter Stadtregierung ein bisschen an der falschen Adresse. Kurz: ich war eher positiv überrascht. Und einen Antrag auf Umbennung habe ich nicht gefunden. Stattdessen mindesten drei in dem sich unterschiedliche Fraktionen über das Verchecken städtischen öffentlichen Raumes an Geschäftlesmacher aufregen. Und das daraus resultierende Stadtbild.

#6 isnochys . 12.09.07 . 14:31 Uhr

Na, das sind 5 Minuten der Recherche, um herauszufinden, dass an dem Artikel nichts Wahres dran ist.
Aber Hauptsache mal gepostet.
Aber Respekt.
Bildniveau erscheint im Gegensatz zu dem Artikel sogar recht hoch zu liegen
:)

#7 Wegschaffel . 12.09.07 . 14:45 Uhr

___ISNOCHYS: Sie meinen, was nicht in 5 Minuten im Internet zu verifizieren ist, ist damit falsfiziert? Sie meinen, das Tun und Lassen der Gemeindepolitiker ist lückenlos dokumentiert und öffentlich zugänglich? Schönen Gruß an den Weihnachtsmann.

#8 isnochys . 12.09.07 . 14:50 Uhr

Weil man jemanden von der Prese kennt, weiß man die Wahrheit?
Schönen Gruß an den Osterhasen

#9 Frau Doktor . 12.09.07 . 15:18 Uhr

Also, es ist schon ein Unterschied, ob das als Antrag in den Gemeinderat eingebracht oder mal innerhalb einer Fraktion angedacht worden ist. War es im Gemeinderat, dann ist das protokolliert - selbst wenn das nichtöffentlich verhandelt wurde (dann gibt’s zum Antrag auf nichtöffentliche Sitzung nämlich ein Protokoll). Falls Herrn Tantalos Geschichte stimmt, dann wäre der eigentliche Skandal, dass Gemeinderatsprotokolle nicht vollständig oder nachträglich verfälscht worden sind.

das Tun und Lassen der Gemeindepolitiker ist lückenlos dokumentiert und öffentlich zugänglich?

Natürlich nicht, aber Schnapsideen, die auf irgendwelchen Fraktionssitzungen zu späterer Stunde und unter Einfluss von Herrn Trollinger ventiliert werden, sollte man auch nicht aufblasen. Sowas bringt man doch nur dann in die Presse, wenn man internen Gegnern so richtig eins mitgeben will. Und da würde ich mich als Redakteur auch nicht für einspannen lassen.
Nachdem ich mich da jetzt ein bisschen eingelesen habe, stellt sich mir die Frage, ob wir BürgerInnen unseren Gemeinderat gegen den autokratischen Herrn Schuster nicht sehr viel mehr unterstützen sollten. Leider fehlt mir die Idee, wie. Vorschläge anyone?

#10 Wegschaffel . 12.09.07 . 15:35 Uhr

__ISNOCHYS: Nix da, ausgebüchst wird nicht. Sie behaupten in #6, dass an der Sache nicht Wahres dran ist. Wo behaupte ich, dass sie wahr ist?

__Frau Dr.: Selbst wenn Herr Trollinger und seine Brüder mit im Spiel gewesen sein sollten: Wie wohl ist Ihnen beim Gedanken an solche “Herrenabende” im Rathaus?

#11 kesselblick . 12.09.07 . 16:05 Uhr

@ Frau D.
1 Kundgebung vorm Rathaus gegen den OB, das wäre doch mal was! Motto: STOPPT SCHUSTER! Scheint ja eine Menge Leute zu geben, die so richtig sauer auf den sind …

#12 Frau Doktor . 12.09.07 . 16:18 Uhr

@#1o Wegschaffel: Die Herrenabende im Gemeinderat halte ich für deutlich weniger gefährlich als die zwischen Oberbürgermeister-Büro und Staatskanzlei. Und das mehr Transparenz her muss - keine Frage. Darum geht’s mir ja bei meinem Unterstützungsaufruf für den Gemeinderat. Vielleicht sollte man so eine Google Map der mehr oder weniger offenen Verbindungen innerhalb der Stuttgarter Polit- und Medienklasse erstellen. Dann würde man ja schnell sehen, wer die grauen Eminenzen sind.

#13 Wegschaffel . 12.09.07 . 17:14 Uhr

__ Frau Dr.: Mit alle Tunneln, Vorfahrts- Einbahn- und Schnellstrassen? Wollen Sie das wirklich wissen? Danach könnten wir das Städtle nochmal umtaufen. In Amigogart.

#14 Frau Doktor . 12.09.07 . 17:45 Uhr

@Wegschaffel: Na klar. Wenn’s öffentlich gemacht ist, ist es nur noch halb so mächtig. Dass für sowas in StZ und StN jetzt nicht der Platz eingeräumt wird, kann ich nachvollziehen. Das ist ja mehr so Recherche und Reportage im klassisch amerikanischen Sinne und eher was für Magazine. Und wenn man halt so arg gern mit den Mächtigen am Stammtisch in der Dinkelacker Braustube sitzt, wird so was natürlich auch nicht gerade einfacher.
However: Ich finde Gemeinderats-Bashing deswegen kontraproduktiv. Gerade hier ist ein Gremium, das öffentlich sein muss - und deswegen von den Stadtgranden auch gerne offensiv desavouiert und ignoriert wird (meine These). Natürlich gibt’s da drin auch einige Sub-Prime-Kräfte. Aber hey - das ist Demokratie und gehört so.

#15 isnochys . 12.09.07 . 22:15 Uhr

Also hatte ich doch recht, dass es erstunken und erlogen ist, wenn nicht behauptet wird, dass an der Lügengeschichte etwas Wahres dran sei?

#16 Henning . 12.09.07 . 23:44 Uhr

Ich wundere mich, dass das jemand auch nur eine Sekunde ernst genommen hat. Wollte auch erst was in dieser Richtung schreiben, aber dann dachte ich “Die tun bestimmt alle nur so als würden sie’s glauben”. Und jetzt weiß ich nicht mehr, was ich denken soll und schreibe einfach. Zugegeben, keine gute Voraussetzung zum Schreiben, aber nun ist’s passiert. ;-)

#17 Wegschaffel . 13.09.07 . 08:37 Uhr

___ISNOCHYS: Wie schön muss das Leben in einer so einfachen Welt sein.

#18 isnochys . 13.09.07 . 08:55 Uhr

Du mußts ja wissen
:)

#19 Paul-geht-baden . 13.09.07 . 13:27 Uhr

@ ISNOCHYS, mein herumrempelnder Bruder. Was Wegschaffel hier macht: Er bietet uns einen durchs Prisma des im weitesten Sinne Phantastischen gebrochenen Blick auf die Wirklichkeit. Warum? Um sie auf neue Weise sichtbar zu machen, um ein Schlaglicht auf bestimmte Missstände, Verhältnisse usw. zu werfen. Jonathan Swift z.B. hat sich in ‘Gullivers Reisen’ derselben Methode bedient. Um dokumentierbare Wahrheit geht’s also nicht, sondern darum - sagen wir: die Phantasie des Lesers zu entzünden (bitte jetzt keine Witze über ‘entzündete Phantasie’, ja?). Ob das gelingt, hängt von verschiedenen Dingen ab, von der Neuheit und/oder der Schönheit der Ideen auf der einen Seite und der literarischen Qualität der Ausführung auf der anderen. Schwerelos muss das Ganze sein, der Vogel muss fliegen. Ob’s gelungen ist? Urteilen Sie selbst.

#20 isnochys . 13.09.07 . 13:37 Uhr

Ein Prisma erfindet aber nichts neues oder dichtet was hinzu.

#21 Paul-geht-baden . 13.09.07 . 15:11 Uhr

Das sieht Ihnen ähnlich, Ichnochys: Sie haben, ihren ersten Einlassungen zufolge, keine Ahnung, was hier eigentlich vorgeht, und wenn es Ihnen jemand erklärt, dann sagen Sie nicht “Ach so!” und betrachtenn die Sache im neuen Licht, sondern picken sich irgendetwas heraus, was Sie bemäkeln können. Doderer nannte so etwas ‘Apperzeptionsverweigerung’, die ‘moderne Form der Dummheit’. ‘Prisma’ mag ja nicht das präziseste Bild sein, das sich finden lässt, aber es ist ja auch nicht völlig absurd und unverständlich den menschlichen Geist, durch den etwas hindurchgeht und verwandelt wieder herauskommt, ‘Prisma’ zu nennen. Konfabulation nennt man diese Ergänzungen der wirklichen wirkenden Wirklichkeit, und das Leben des Menschen ist ohne Sie kaum vorstellbar. Auch das, was Sie ‘ich’ nennen, ist zum guten Teil eine Erfindung von Ihnen. Der Herr Wegschaffel, der alte Hirnforscher, wußte und weiß das ganz genau. In der Eile habe ich vorhin den fast wichtigsten Satz glatt vergessen. Wenn Sie also nach “…fliegen” bitte einsetzen wollen: Klar, das man dabei leicht baden gehen kann.

#22 isnochys . 13.09.07 . 15:16 Uhr

Achso!
nur eine Parodie seiner selbst, jetzt wirds klar

#23 Paul-geht-baden . 13.09.07 . 15:54 Uhr

“Ach, Roswitha, Sie reden, wie Sie’s verstehen.”

#24 Wegschaffel . 13.09.07 . 17:18 Uhr

Kaum ist man mal ein paar Stunden nicht da, schon springt einer ans Mikro und verrät den Trick. Aber ok, so schön hätt ich das selbst nicht erklären können. Bloss mit der Konfabulation bin ich nicht einverstanden. Die Psychos verstehen darunter eine hirnorganische Denkstörung mit mehr oder weniger mißglückter sprachinhaltlicher Situationsangleichung. Und das geht dem alten Hirnforscher dann doch zu weit.

#25 Frau Doktor . 13.09.07 . 17:34 Uhr

Also, Satire stelle ich mir irgendwie …. satirischer vor. Und die GemeinderätInnen sind doch das am wenigsten nahrhafte Glied der politischen Nahrungskette. Aber als Parodie auf Enthüllungs-/Sensationsjournalismus: Respekt!

#26 Paul-geht-baden . 13.09.07 . 17:42 Uhr

Ganz enge Auslegung, Herr Doktor, ein klein wenig müssen Sie schon über den Kessel- äh… Tellerrand hinausblicken. Vorher die Brille der Orthodoxie abnehmen, das hilft.

#27 Paul-geht-baden . 13.09.07 . 17:49 Uhr

Wollen Sie, liebe Frau Doktor, damit andeuten, dass Tantalos’ Beitrag, um einem Begriff aus der Avifauna zu gebrauchen, eine Art Steißfüßler ist?

#28 isnochys . 13.09.07 . 17:53 Uhr

Daher hat auch keine den satirischen Teil in den Kommentaren entdeckt

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