Von nick
Stuttgart 21 . 18:53 Uhr
Dass die beiden Stuttgarter Blätter nicht immer ganz unvoreingenommen über Stuttgart 21 berichten, wurde ja schon an verschiedenen Stellen gemutmaßt. Der doppelseitige Artikel über eine Aktion der Projektgegner in der heutigen Ausgabe der Nachrichten lässt für mich allerdings keine Zweifel mehr offen. Ein Auszug:
Distanz zu extremen Parteien fehlt
Initiative grenzt sich im Wahlblatt nur von CDU, SPD und FDP ab.
[…]
Am Ende des im Grundton grün/weiß gehalten Faltblatts gibt es für den 27. September eine klare Empfehlung: “Keine Stimme für CDU, SPD, FDP.” Alle weiteren Parteien gelten damit als wählbar, auch extreme am rechten und linken Rand des Spektrums.
Wer so einen Blödsinn schreibt, ist entweder Teil einer gekauften Medienkampagne oder steht unter dem Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen. Punkt.
Vielleicht nehmen wir die Argumente der Befürworter doch ernst und erklären die S21-Gegner zu Nazis. Wenn nach 5 Jahren Bauzeit die 10 Milliarden-Marke dann geknackt ist, könnte man die Baugrube ja immer noch als Endlager für Atommüll nutzen, wäre das nicht eine Idee?
#1 Flox . 17.09.09 . 22:30 Uhr
Ich habe den Artikel vorhin in der Online-Ausgabe der StN gelesen, und war auch etwas… sagen wir mal verwirrt. Wie man auf diesen logischen Schluss kommt, ist mir schleierhaft. Denkt der Autor auch, der WWF befürworte die Abholzung aller Wälder jenseits des Äquatorgebiets, weil er “nur” den Erhalt des Regenwalds fordert?
#2 Martin Sp. . 18.09.09 . 08:33 Uhr
Kann ja auch keiner ahnen, daß die Leute das Denken angefangen haben, und nicht mehr blind glauben was in der Zeitung steht.
#3 Bino Banani . 18.09.09 . 12:47 Uhr
Das Pressehaus in Möhringen ist Teil der Kampagne pro S 21. Da wird es eng für die Redakteure bei der Berichterstattung, wie dieses Beispiel eindrucksvoll belegt. Lautsprecher vom Schlage Oettinger, Schuster, Drexler erhalten jederzeit eine Bühne, kritische Sachverhalte werden gedreht, gewendet, gehäckselt - wenn sie sich denn nicht gänzlich unterdrücken lassen. Wäre es nach den StN und ihrem damaligen Chefredakteur Offenbach (der heute als Ruheständler Strippenziehern wie Stihl oder van Agtmael für dessen Da-Vinci-Projekt zu Diensten ist) gegangen, dann hätte das Land dem angeblichen Milliardär Deyhle vor Jahren nicht nur einen Millionenzuschuss für seine Tiefgarage bei den Musicaltheatern (weil diese doch tagsüber als P+R-Anlage für das Industriegebiet Wallgraben und die Uni Hohenheim dienen könnte) nachgeworfen, sondern flugs das Neue Schloss geräumt, um dort einen “schwäbischen Louvre” für Deyhles überbewertete und schon damals sicherungsübereignete Gemäldesammlung zu schaffen. Bananenrepublik? Vetternwirtschaft? Viel schlimmer: Komplotte zu Lasten der geschröpften Normalbürger am laufenden Band.
#4 oldman . 18.09.09 . 16:10 Uhr
Aus ähnlichen Gründen war ich nur konsequent .
#5 oldman . 18.09.09 . 16:46 Uhr
Auch zum Thema:
Nicht nur die Schweinegrippe grassiert, die Zerstörung der Pressefreiheit durch die Presseorgane selbst ist das größere Übel.
#6 alm-oehi . 20.09.09 . 10:48 Uhr
Was GENAU ist an dem von den Stuttgarter Nachrichten (denen ich, beiläufig bemerkt, ganz und gar nicht nahestehe) gezogenen Schluss eigentlich unrichtig?
#7 bloodymedia . 20.09.09 . 12:30 Uhr
Ist doch ein toller Trick. Man assoziiert einfach jede Gruppierung und jeden Menschen mit allem vovon die Betreffenden sich noch nicht distanziert haben.
#8 Flori . 20.09.09 . 15:01 Uhr
*Genau* dieser Artikel hat mich aus *genau* diesem Grund auch sehr verwundert. Der überregionale Teil der lokalen Zeitung hier stammt von den Stuttgarter Nachrichten..
Generell ist immer ein S21-Fanboy-Grundton vorhanden.
Freue mich schon, dass ich bald von meinen Eltern ausziehe, dann muss ich dieses Käsblatt nicht mehr lesen. ;)
#9 Waschl . 20.09.09 . 19:24 Uhr
Unter Extremisten kann man nicht nur die Nazis, sondern auch den ganzen anderen Müll auf der linken Seite sehen.
Für K21 - für Demokratie wie sie in der Sowjetunion gepflegt wurde.
#10 T.R. . 21.09.09 . 14:22 Uhr
Es ist schon interessant.
Seither war die Stuttgarter Presse sehr negativ gegen Stuttgart21 eingestellt.
Die Bahnhofsgegner wie die SÖS und die Grünen haben bei der Kommunalwahl gerade durch diese negative Berichterstattung provitiert.
Nun kommt die Presse endlich mal ihrem Auftrag nach und berichtet objektiv und sofort wittern die S21 Gegener Verat. Der Bürger hat es geschnallt. Grüne rudern seit der Kommunalwahl stetig zurück, weil sie die Bürger verarscht haben und wissen, daß sie S21 nicht verhindern können.
Und die SÖS iniziert Sitzplokaden vor dem Gemeinderat obwohl dieser erst vor kurzem demokratisch gewählt wurde. Man hat gerade den Eindruck die Chaoten hätten die Oberhand gewonnen.
Seither wurde verschwiegen, daß die Stadt Stuttgart nur 30 Mio Euro für Stuttgart 21 zahlen muß.
Dagegen sind 2,1 Mrd durch die EU ein Pappenstiel.
Hannas Rockenbauch hat auch endlich mal erwähnt, daß die 30 Mio längst als Rücklage durch die Stadt Stuttgart zu Verfügung stehen und nicht aus dem laufenden Haushalt kommen. Deshalb wollte er auch gleich die Rücklage zum Stopfen von Haushaltslöchern die infolge der Wirtschaftskrise auflaufen,verwenden.
Da haben Ihn aber die Grünen gebremst.
Die wissen nähmlich, daß unser Bahnhof so marode ist, daß man das Geld für Notreperaturen braucht, sollte S21 nicht gebaut werden.
Für die maroden Brücken, für die Vorkonstrktion des Gleisfeldes usw, usw.
Die 2,1 Mrd von der EU fehlen dann allerdings. Die Bundeszuschüsse ebenfalls.
Darüber könnte die Stuttgarter Presse endlich auch mal schreiben, dann würde die Stimmung in der Stadt ganz schnell kippen.
Und die Presse hätte endlich einmal objektiv berichtet.
#11 Josh von Staudach . 21.09.09 . 20:48 Uhr
Wer nämlich mit ‘h’ schreibt, ist dämlich. Soviel zum Intellekt der S21 Befürworter — sie können weder rechnen noch schreiben. :P
#12 T.R . 22.09.09 . 08:59 Uhr
Hallo Herr von Staudach,
da haben Sie recht. Ich meine mit dem Schreibfehler. So etwas sollte mir nicht passieren. Nur von einem Schreibfehler auf das Rechnen zu schließen, da disqualifizieren Sie sich selbst. Aber so ist das halt, etwas oberflächlich.
Ich bin gar kein typischer S21 Befürworter.
Ich bin ein Bürger des Stuttgarter Ostens.
Und ich sehe sehrwohl auch viele negative Seiten des Projektes.
Aber ich wäge ab, und lasse mich nicht von irgendwelchen Idiologien leiten.
Ob richtig gerechnet wurde, kann man erst sehen, wenn so ein Großprojekt mal 5 Jahre in Betrieb ist.
Ich denke aber, das sich die EU als der größter Geldgeber, der Bund, also CDU, SPD, FDP und siehe da die Grünen, die im Bundestag teilweise der Finanzierung von Stuttgart21 zugestimmt haben, das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, mit Ihrem 30 Mio Anteil und nicht zuletzt die deutsche Bahn sich schon etwas dabei gedacht haben.
Aber eines muss ich schon noch sagen.
Durch meinen einzelnen begangenen Schreibfehler auf alle S21 Befürworter zu schließen zeigt ein bißchen Ihre persönliche Einstellung.
Gell Herr Von
#13 Josh von Staudach . 22.09.09 . 13:34 Uhr
Herr/Frau/Dings T.R. — Sie versuchen es sehr freundlich, nützt aber nichts. Von meiner persönlichen Einstellung zeige ich hier im Blog schon lang nicht mehr alles. Zuviele Weicheier. … Bspw. halte ich Ihren Satz:
Ob richtig gerechnet wurde, kann man erst sehen, wenn so ein Großprojekt mal 5 Jahre in Betrieb ist.
noch für viel dämlicher als Ihren Schreibfehler. Jeder kleine Häusslesbauer oder auch ein Existenzgründer muss seiner Bank haarklein vorrechnen, wie und bis wann er seinen Kredit zurückzahlen will. Kommen Sie dann Ihrer Bank mit: »Och wissen Sie, ob ich richtig gerechnet habe, sehen Sie dann, wenn der Laden 5 Jahre gut gelaufen ist.«? Die werden Sie auslachen und rausschmeißen. Egal wer hier Geld reinsteckt (und die EU ist sicher nicht der größte Geldgeber für das Projekt), es ist Steuergeld! Ich kann Ihre Naivität nicht nachvollziehen, zu meinen »es kratzt mich nicht, wenn es aus einem anderen Topf kommt«. Es wird schon mehr als unverantwortlich mit unseren Abgaben umgegangen, besonders EU-weit, da mag S21 wahrlich nur Peanuts sein.
Dämlich ist außerdem, den Politikern jeden Mist zu glauben, den die verzapfen — ohne je das eigene Hirn eingeschaltet zu haben. Sie T.R. haben abgewägt — aha, ja was denn? Was liegt denn da auf Ihrer Waagschale? Wo ist der reale Vorteil für die Stadt und die Region, wenn der Baulärm verstummt, nach 20-25 Jahren. Ja, solange wird es dauern, bis schließlich auch das Gleisfeld abgerissen und die neuen Geschäfts- und Wohnblocks erstellt sind. Dann fahren ein paar Business-Affen ein paar Minuten schneller nach München oder gar Bratislava? Und gleichzeitig hängen Jugendliche unzufrieden (weil perspektivlos) auf der Straße rum und treten Rentner? Genau das sind die ‘Ideologien’, GEGEN die ich ganz vehement antrete!
Unsere Zukunft — und damit meine ich die gemeinsame Zukunft aller Menschen auf diesem Planeten — braucht keine Steigerung von Mobilität und Wirtschaftskraft. Machen Sie sich das mal klar.
#14 T.R . 22.09.09 . 16:51 Uhr
Sie tun mir wirklich leid. Hätten Ihre Vorfahren auch so gedacht wie Sie, dann wären wir Heute noch in der Steinzeit.
Man sollte nicht immer nur an sich selber denken, sondern auch an zukünftige Generationen.
Ich weiß aber, daß viele das Projekt ablehen, weil sie das Ende nicht mehr selber erleben.
Noch ein kleiner Tipp: Machen Sie mal in Uganda oder in Nordkorea Urlaub ( ich war in beiden Ländern), dann werden Sie sehen wie bescheuert Ihre Ausführungen zur Mobilität sind. Dort können Sie mal sehen wie es ist, wenn es keine Infrastruktur gibt. Dann hat man nichts zu fressen, weil es keine Märkte gibt)
Aber ist ja einfach in unserer Wohlstandgesellschaft so blöde Sprüche von sich zu lassen. Sie hatten wahrscheinlich auch noch nie eine Firma oder waren selbstständig, sonst würden Sie so einen Blödsinn wie mit der Wirtschaftkraft nicht verzapfen. (Sie sehen, ich kann durchaus auf Ihr Nivau herunterkommen)
Dann sollten Sie sich auch wirklich besser informieren, bevor Sie den Mund aufmachen. Was haben Sie denn über S21 gelesen oder wie haben Sie sich damit beschäfigt?
Wahrscheinlich gar nicht, wie viele.
Was hätten wir denn ohne Politiker und ohne Ordnung? Richtig Anarchie, aber das wollen ja viele, weil sie sich in Ihrem Leben nichts erarbeitet haben. (Und da meine ich nicht unbedingt Sie)
Egal, Sie werden Ihre Meinung behalten. Was soll es. An der Art wie Sie argumentieren merkt man, daß sich bei Ihnen viel Frust aufgestaut hat.
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit.
PS: Sie sollten sich noch mal erkundigen. Die EU ist der absolut größte Geldgeber. Und das Geld wird in Deutschland investiert. In Arbeitsplätze und in Infrastruktur.
Stuttgart wird es freuen.
#15 nick . 23.09.09 . 22:02 Uhr
Zur Steigerung der Wirtschaftsleistung noch ein Kommentar. Wer wirklich an zukünftige Generationen denkt, der sollte mal die Theorie des ewigen Wachstums in Frage stellen.
Warum immer Wirtschaftswachstum? Das verbraucht nicht nur natürliche Ressourcen und schädigt das Klima, sondern kann auch gar nicht funktionieren, da nichts ins Unendliche wachsen kann. Auch die Wirtschaft nicht. Genau aus dem Grund gibt es in regelmäßigen Abständen Wirtschaftskrisen, damit das System mal zusammenbricht und dann wieder wachsen kann. Von Nachhaltigkeit kann man da schon gar nicht sprechen.
Wirtschaftswachstum hierzulande braucht keiner mehr, da - im Gegensatz zu Ländern wie Uganda und Nordkorea - hier die Bedürfnisse befriedigt sind. Wirtschaftswachstum muss auch immer neue Bedürfnisse schaffen. Ein krankes System eigentlich.
#16 T.R . 24.09.09 . 08:25 Uhr
Sie haben recht. Ich sehe das genauso. Ich bin froh, wenn in meiner Firma am Ende des Jahres eine schwarze Null steht, alle Gehälter bezahlt sind, alle Investitionen getätigt, und alle Nebenkosten und Steuern bezahlt sind.
Ich denke auch, daß die Nachhaltigkeit und auch eine realistische Einschätzung in den immer schwierigeren Märkten wichtiger sind als ungesundes Wirtschaftswachstum.
Dadurch, daß ich in der Welt schon herumgekommen bin und zwar nicht nur auf touristischen Pfaden, weiß ich wie toll wir hier eigentlich leben. Selbst ein Harz4 Emfänger bekommt hier seine Wohnungsmiete, Strom etc. bezahlt. In anderen Ländern vereckt jemand in vergleichbarer Situation.
Dies sollte nicht vergessen werden.
Unser Land ist immer noch ein soziales Land.
Und das ist eine tolle Leistung.