Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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08 12.05

Stuttgarter Internetpioniere

Von Herr S
Vermischtes, Politik . 15:08 Uhr

Der Verwaltungsausschuss des Stuttgarter Gemeinderats schickt sich an, aber sowas von durchzustarten: Zu allem entschlossen stimmte er dem Pilotprojekt »Drahtloser Internet-Zugang« zu. Ist das nicht der Wahnsinn? Sicher, Fragen bleiben noch offen, aber die »neue Technologie« will man jetzt schon mal ausprobieren. Man kann ja nie wissen.

Immerhin 250 Stuttgarter Gymnasiasten kommen testhalber in den Genuss eines gebührenfreien Laptops, und wenn »diese alternative Technik den Anforderungen der Schulen beim Einsatz von Multimedia im Unterricht, aber auch bei den Hausaufgaben zuhause als Lernmittel gerecht wird«, dann wird man weitersehen.

Ob das in technischer und pädagogischer Hinsicht der Fall sein wird, entscheiden zwar nicht die Schüler, sondern das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, meine internen, auf Erfahrungswerten basierenden Hochrechnungen haben aber ergeben, dass schon Ende 2010 mit dem finalen Ratschluss gerechnet werden darf.

Noch nicht ganz klar ist, wie im Fall einer negativen Bewertung der Gremien verfahren wird. Zur Debatte stehen derzeit die dann erfolgende Abschaffung des Internets oder dessen Transformation in einen Kelch, der an uns vorüberziehen wird. Es bleibt spannend.

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5 Kommentare zu Stuttgarter Internetpioniere

#1 Liamara . 08.12.05 . 15:19 Uhr

Ach herrje. Laptops mit Internetzugang für Schüler ist ungefähr so wie Bücher mit rausgerissenen Seiten. Dann kann man auch gleich drauf verzichten, diese ach so herrlich “neuen” Technologien einzuführen.

#2 Herr S . 08.12.05 . 15:48 Uhr

Ich fürchte eher, dass es an die berüchtigten Sprachlabore der 70er-Jahre erinnern wird. Der Lehrkörper erwies sich als heillos überfordert und die Gerätschaften waren ewig kaputt. Richtig lustig wird es, wenn die ersten Schüler mit eingefangenen Viren oder ähnlichem ankommen und vom Lehrkörper zügige Abhilfe verlangen. Bislang war die Rollenverteilung ja meist umgekehrt.

#3 Steff . 08.12.05 . 16:18 Uhr

Herr S., sie sind doch vom Fach: Wie wärs denn mit einem speziell auf die geistig-moralische Weiterbildung der Schööler ausgerichteten Web-Filter, der diese von Viren und Weibern fernhält? Sowas entwickeln Sie doch morgens schnell einhändig beim Zähneputzen?

#4 Herr S . 08.12.05 . 16:21 Uhr

Tur mir sehr leid, aber ich bin Dichter. Damit habe ich alle Hände voll zu tun. Mindestens den Weiberfilter gibt’s aber schon bei Google, nennt sich »Family« oder so.

#5 dj clavis . 11.12.05 . 10:53 Uhr

Man könnte den Schöölern (tolle Rühmann-Assoziationen) auch einfach schicke, weiße Laptops mit mit der erbsündigen Frucht im Logo zur Verfügung stellen. Ob der einfachen Technik wird der Lehrkörper nicht überfordert und die Schööler könne keine Viren, Würmer und PornoDialer einfangen, weil es keine gibt…

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