Von lela
Vermischtes, Kultur, Leben, Freizeit, Politik, Fundsachen, Befindlichkeiten, Interna, Lokalblogs der Region, Exil . 03:49 Uhr
Kaum zu überbietende Dummheiten sind im Ausgang des diesjährigen SWR-Kabarettfestivals („Stuttgarter Besen“) zu bestaunen.
Der selbst gestellte Anspruch war, einen Wettbewerb mit bundesweit prägendem Niveau zu präsentieren. Mal abgesehen davon, dass dort ein Künstler auftrat, dessen rassistische Witze nicht einmal den verantwortlichen Redakteuren auffielen: Possen über Negerküsse als Schaumwaffeln mit Migrationshintergrund schmecken eher nach Deutsch-Südwest, als dass sie zur Klarheit der Sprache auffordern - Wilhelminische Nazischeiße. Wem das nicht sofort sauer aufstößt, der hat heute möglicherweise immer noch ein massives Problem.
Allerdings ging dieser Kandidat preislos aus.
Deswegen?
Ein unglaublich von sich selbst überzeugter, rehäugiger Jung-Barde, angeblich Berliner, versuchte sich in Arno Holz`scher Lyrik, blieb aber weit unter dessen poetischem Niveau; bemühte Philosophie gegen sich allenthalben selbst entlarvendes, dümmliches Alltags-Gequatsche, sparte aber nicht am Effekt dieser Poesie. Und reimte mehr schlecht als recht auch etwas Unverdauliches über Kindersoldaten - Das war der Jury den ersten Preis wert. Und dem sentimental-verblödeten Publikum mit SOS-Kinderdorf-Konto als Legitimation den Publikumspreis.
„PauL“ erntete zur Hälfte den dritten Preis, den „Hölzernen Besen“. Was sollte das sein? Drei Typen, die an BWL-Studenten erinnern, die zu viel Kaffee getrunken haben, führen als scheinbar smarte Boy-Group arbeitsteilig das www vor. Selten so geschnarcht. Jobnomaden-Poesie. Neoliberaler Dünnschiss.
Max Uthoff war diesbezüglich aus anderem Holz geschnitzt. Jedoch blieb sein, wenn auch guter Beitrag, schmackhaft, anstatt bissig, weil zu üblich. Das goutierte die schlaffe Jury mit dem „Silbernen Besen“.
Die Gewinner dieses „Wettbewerbes“ sind die Ungekürten.
Zuerst ist an dieser Stelle die Stuttgarter Ausnahme-Kabarettistin Christine Prayon zu nennen. Was diese große, schöne und mutige Frau als Dame/Mädchen/Alter Mann auf die Bühne stellt, ist lesbar nur im Augenblick. Es ist fast unbeschreiblich, denn sie führt diese ganze Veranstaltung ad absurdum. Sehr leise und sehr gekonnt. Weder Jury noch Publikum bemerken das. Provinzielles Armutszeugnis, sie ohne Preis gehen zu lassen. Eine Ausnahme-Stuttgarterin!
„Ulan & Bator“ sind würdige deutsche Nachfolger von Monty Python und präsentieren es sogar besser: 3. Preis (zusammen mit „PauL“): Ein weiteres Armutszeugnis der Jury. Mehr gäbe es dazu zu sagen…
Severin Groebner hätte den „Silbernen Besen“ genau so verdient wie Max Uthoff. Wohl aber eher als dieser, weil er subtiler zuschlug. Die Jury schnallte es nicht.
„Knuth und Tucek“ war Musikkabarett auf allerhöchstem Niveau. Jedoch da schlief die Jury wohl schon…
Was angesichts der Zusammensetzung dieser auch kein Wunder ist; überforderte Lokal-Journalisten, unausgeschlafene Kleinintendanten, gejetlagte Groß-Kabarettisten.
Provinz eben.: Schlag` nach bei Gogol…
#1 trollengerzengga . 02.05.10 . 18:56 Uhr
Sorry, und was soll uns das Ganze jetzt sagen?
#2 Wegschaffel . 02.05.10 . 21:48 Uhr
Ja ja ich wiederhole mich grad öfter, trotzdem: Könnten wir evtl. doch in Betracht ziehen, den Blog in den frühen Morgenstunden zwischen 2 und 6 zu schliessen? Schützt die Schreiber, schont die Leser und spart Platz im Internet.
#3 planb- . 03.05.10 . 01:52 Uhr
So schwer ist das doch nicht zu verstehen.
Jemand ätzt über ein Kabarettfestival.
Leider hab ich die Beiträge nicht gesehen und kann mir kein Urteil erlauben.
Aber so eine Polemik finde ich durchaus ok und deswegen den Blog zeitlich zu begrenzen Blödsinn.
#4 Nordrandbewohner . 03.05.10 . 08:29 Uhr
@#2
spart Platz im Internet
Huch, wird der denn knapp?
#5 Exilostfriese . 04.05.10 . 07:48 Uhr
und hier ist doch derzeit sehr viel Platz.
#6 kritikerskritiker . 02.12.10 . 17:26 Uhr
sorry, aber was für ein auf elaboriert getrimmtes geschwafel.
“neoliberal” bei ner truppe die so politisch ist wie apfeltorte?
“willhelministische nazischeiße” weil jemand negerküsse als schaumwaffeln mit migrationshintergrund bezeichnet?
lela, zieh dirn stock ausm arsch. lachen soll gesund sein.