Von circulus
Vermischtes, Stuttgart 21 . 00:28 Uhr
Nee, hab mich nicht vertippt. Es handelt sich um ein (Link dorthin:) spektakuläres Modell im Maßstab 1:160 (Spur N) vom Stuttgarter Hauptbahnhof und einigem Gelände drumherum, wie es noch im vorigen Jahrhundert aussah. Ich denke, diese Info gehört hier ins Blog, damit die Arbeit von Herrn Frey wenigstens virtuell betrachtet werden kann. Denn real gibt es praktisch leider keine Besichtigungen - die wenigen Möglichkeiten sind bis November ausgebucht. Also bitte nur gucken und von Fragen an Herrn Frey weitgehend absehen - er soll statt Mails beantworten lieber weiter basteln …
#1 IceDealer86 . 28.04.08 . 01:49 Uhr
Krass, also wenn man sich die Zimmerwand wegdenkt, sieht das echt sehr realistisch aus, wow!
#2 Peter . 28.04.08 . 11:45 Uhr
Habe ich letztens kurz im Fernsehen gesehen - echt beeindruckend. Vielleicht findet man ja demnächst einen Videobeitrag über die Modellbahn bei den einschlägigen Videoportalen. Ich konnte noch nichts finden.
#3 Paul-geht-baden . 28.04.08 . 13:57 Uhr
Ich gebe zu, dass ich mir die Fotos auch fasziniert angesehen habe. Aber hat das ganze Unternehmen, dieser 1:160-Nachbau der Wirklichkeit, nicht auch etwas… Abgründiges, Gruseliges? Ich war jedenfalls irgendwie erleichtert darüber, dass die Legenden zu den Bildern immer wieder ziemlich ironisch und witzig sind.
#4 Wegschaffel . 28.04.08 . 20:19 Uhr
#5 Paul-geht-baden . 28.04.08 . 21:21 Uhr
So unheimlich mir das Unternehmen auch ist - einen Kommentar wie Ihren, Herr Wegschaffel, der buchstäblich unter die Gürtellinie geht, hat der gute Mann meiner Meinung nach nicht verdient. Ist doch kein eitler Fatzke, der sich in der Öffentlichkeit spreizt und sich quasi selbst zum Abschuss frei gibt. Der Herr Frey ist, soweit ich sehe, eher ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt worden, als dass er es selber gesucht hätte, und verdient deshalb eine gewisse Milde und Behutsamkeit des Urteils. Kommen Sie, Wegschaffel, geben Sie Ihrem Herzen einen Stoß und erklären Sie Ihren Kommentar für ungültig.
#6 Wegschaffel . 29.04.08 . 10:19 Uhr
Hm, ich hab hier nicht angelegt und unter die Gürtellinie gezielt; die Frage hatte ich beim Betrachten dieser Werke spontan im Kopf. Für ungültig kann ich den Kommentar daher nicht erklären, aber meinetwegen für unwichtig, vernachlässigbar und ganz und gar irrelevant.
#7 Herr S . 29.04.08 . 12:59 Uhr
Unheimlich, lieber Paul, genau das habe ich mir beim Betrachten auch gedacht – bei allem ungläubigen Staunen. Wie man 29 Jahre mit dem peniblen, schon fast ein wenig verbohrten Nachbau eines Weltausschnittes zubringen kann, wird sich vermutlich nur einem sehr engen Ausschnitt der Bevölkerung erschließen. Andererseits ist die objektive Sinnlosigkeit der Unternehmung schon wieder sympathisch, wenn man berücksichtigt, wieviel angestrengte Schwer-Sinnhuberei Tag für Tag gestemmt wird, ohne dass das Leben und die Welt dadurch auch nur ansatzweise ideal zu nennen wären. Davon abgesehen wird jeder, der schon mal was auch immer für ein Modell gebaut hat, anerkennen, dass Herr Frey sich am obersten Ende der Könner-Skala bewegt, das ist größtenteils schon sehr extrem, wie weit er seine Kunst treibt.
#8 kesselblick . 29.04.08 . 13:13 Uhr
Über 20 Jahre im Keller basteln - angesichts der Nachrichtenlage kein Wunder, dass das etwas, nunja, merkwürdig wirkt…
#9 Paul-geht-baden . 29.04.08 . 14:16 Uhr
Ich vermute, dass ein ziemlich großer Ausschnitt der Bevölkerung, um Ihre Formulierung zu variieren, mein einziger Herr S, irgendwie davon träumt, auch so etwas zu haben wie Herr Frey, das sie aus der Wirklichkeit entführt - eine von ihnen beherrschte Parallelwelt, in die sie sich zurückziehen können. Zumal, wenn sie wie hier, rein mechanisch erschaffen oder besser nachgeschaffen ist und, anders als ein LG, wie Arno Schmidt das nannte, ein Längeres Gedankenspiel also, keine ausgreifende Phantasie, keine über das Bastelerische hinausgehende Kenntnisse, geistige Fähigkeiten, Begabungen usw. erfordert. Mit andern Worten: Wenn man sich von ‘Zettels Traum’ bezaubern lassen will (oder von Hegel), muss man eine Menge mitbringen. Stuttgart en miniature dagegen ist voraussetzungslos zugänglich. In die eigentlich platte Sache kommt nun aber durch die Art und Weise, wie Frey sie betreibt, doch noch etwas hinein, was die Fantasie beflügelt (und ich würde nicht bestreiten, dass in dem ganzen Unternehmen auch eine Art von Edelmut zu Hause ist).
#10 Herr S . 29.04.08 . 16:15 Uhr
Haben ja, da habe ich keinerlei Zweifel. Das Problem ist das Machen, der normale Bürger ist ja bekanntermaßen ein fauler Sack, ein bequemer. Dass aber auch noch ein paar übers Hochleistungsbastlerische hinausgehenden Kenntnisse nötig sind, würde ich wohl meinen, ich weiß gerade nur nicht, wie man die am besten klassifiziert.
Und Sie sind ein echter Spaßvogel, Herr K. (Obwohl ich locker 20 Sekunden gebraucht habe, bis der Groschen fiel.)
#11 Paul-geht-baden . 01.05.08 . 15:31 Uhr
ich weiß gerade nur nicht, wie man die am besten klassifiziert
Ich weiß es auch nicht, aber ich dachte, es könnte nicht schaden, die Botokuden, die hier verkehren, mal daran zu erinnern, dass es so was wie Edelmut überhaupt gibt . Nächste Woche, das kann ich jetzt vielleicht schon mal sagen, verlinke ich dann allerdings auf unseren Lkw-Verleih und das Flötenstudio, das wir nebenbei noch betreiben (und falls gewünscht, bekommen Sie bei uns auch ‘nen Laster mit ‘nem Flötisten am Volant); denn es ist ja nicht alles nur Freejazz im Leben, nicht wahr…
#12 Der MfG . 01.05.08 . 16:07 Uhr
Ich finde das model echt gut und ja auch notwendig. Wenn erstmal der ganze Bahnhof erneuert und tiefergelegt ist und sich Stuttgart verändert hat ist so ein Model echt ne gute Sache um sich an die Vergangenheit zu erinnern.