Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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13 11.06

Speisen und Schlumpfen im Cassiopeia

Von Wegschaffel
Kultur, Leben, Essen und Trinken . 15:07 Uhr

Die trauen sich was, die Macher des BIOLAND-Restaurants Cassiopeia: Mitten im Unterholz der Waldebene Ost hat Stuttgarts jüngstes Bio-Restaurant seinen Herd aufgestellt. Wenn man das ehemalige evangelische Waldheim aber erst einmal gefunden hat, steht einem entspannten Ausflug in die atmosphärische Vergangenheit und kulinarische Zukunft nichts mehr im Wege.


Bildnachweis

Die Ökö-Wirtschaft empfängt den Gast mit dem Charme einer Studentenkneipe: Möbel von vor XX Jahren, rauchgebeizte Wände, abgewetzte Sofas, eine kleine Bühne, alles ein bisschen schluffig und ein Wirt, der genau so aussieht, wie Ihr ihn Euch jetzt vorstellt. Nicht ganz so heimelig ist das rauchfreie Nebenzimmer, das wirkt wie ein zu groß geratenes Klassenzimmer. Hier riechts immer noch nach naturtrübem Religionsseminar, unbehandelten Schulbänken und abgelaufenem Bohnerwachs.

Die Speisekarte bietet die Top3 der schwäbischen Charts (Kässpätzle, Maultaschen, Zwiebelrostbraten) ebenso wie Veggie-Classics (Seitangeschnetzeltes, gebratener Tofu, Salatvariationen mit Belugalinsen). Alles frisch und fast alles aus kontrolliert biologischen Anbau (k.b.A.) oder zumindest aus dem Garten hinterm Haus. Eine wechselnde Tageskarte sowie eine „Clubkarte“ für den kleinen Hunger runden das Angebot nach oben und unten ab. Ausgeschenkt werden verschiedene Bio-Brausen und -Weine sowie ein zwar „normales“ aber unter Kennern hochgelobtes Bier (Alpirsbacher). Die Preise liegen naturgemäß eine Ebene höher als im Convenience-Lokal. Ein Hauptgericht erleichtert die Kasse locker um über 20 Euro, schon die Currywurst spezial kostet siebenachtzig, dafür ist sie aber vom wilden Uria-Rind und damit wirklich special. Das gleiche Sümmchen kann man auch für ein Viertele Roten vom Bio-Winzer hinlegen. Für die klamme Studentenkasse oder die Hartz-IV-gebeutelte Geldbörse ist das Cassiopeia daher eher nur an Feiertagen geeignet.

Kunscht & Kultur gibts auch: Immer Donnerstags wird auf der kleinen Bühne live geklampft, geklimpert oder geträllert.

Die Komposition aus ambitionierter Bio-Küche und entspannter Waldheim-Atmosphäre hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, dass sich genügend Gäste finden, die sich dieses Gesamterlebnis hin & wieder leisten und der Laden nicht gleich wieder übern Neckar geht.

Cassiopeia Bio-Restaurant + Live Club. Waldebene Ost, gleich rechts hinterm Gebüsch.

_______Nachtrag am 17. 11.:

Gestern abend wollte ich mir im Cassiopeia eine Bio-Currywurst und ein Bier gönnen. War aber leider nix. Knackevoll der Laden. Würdet Ihr mir künftig bitte am Donnerstag abend ein Plätzchen freihalten? Danke.

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10 Kommentare zu Speisen und Schlumpfen im Cassiopeia

#1 Liamara . 13.11.06 . 15:22 Uhr

Klingt, als wärs die gleiche Karte wie im Stammhaus “Am Sulzbach”. Das Kamut-Gemüseküchle ist super lecker ;)

#2 Wegschaffel . 13.11.06 . 15:26 Uhr

Das Stammhaus gibts glaub ich nicht mehr?! Und genau diese “Kamut”-Taler hab ich mit Begeisterung vernascht. Was ist das für ein Zeugs??

#3 Frau Doktor . 13.11.06 . 15:28 Uhr

Und probiert die erwähnte Curry-Wurst Spezial, Ihr Carnivoren! Ihr werdet in Zukunft die an den diversen hippen und nicht so hippen Imbisstuben unserer kleinen Stadt angebotenen Gerichte gleichen Namens nur noch mit Verachtung und Abscheu dem jeweiligen Grill-Sklaven auf den Thresen knallen!

#4 Liamara . 13.11.06 . 15:30 Uhr

Kamut ist ein Getreide… aber wie jetzt, das Sulzbach gibts nicht mehr? Das würd mich aber arg traurig machen. Da hab ich letztes Jahr zu Weihnachten fürstlich gespeist!

#5 Wegschaffel . 13.11.06 . 15:36 Uhr

___Frau L: Siehe dazu die Presseinfo von Bioland.
(Ich warte übrigens noch auf die Koordinaten der Google Earth Landschaft und packen Sie doch auch gleich die Anleitung für die Getreidebratlinge bei. Danke!)

#6 Liamara . 13.11.06 . 16:05 Uhr

Wenn ich daheim bin, gibts das Rezept. Versprochen ;)

#7 Liamara . 13.11.06 . 17:52 Uhr

Herr Wegschaffel, wo soll ichs Ihnen denn hinschicken? Das Rezept. Den Lebkuchen kann ich leider nicht entbehren, den will mein Mann essen.

#8 Wegschaffel . 13.11.06 . 18:33 Uhr

___Frau L: Sehr freundlich, bitte an mich adressieren und bei gmx.de einwerfen. Dankschön!

#9 blanko . 14.11.06 . 01:40 Uhr

Wenn ich an meine demeter-Entenkeule denke läuft mir noch immer das Wasser im Munde zusammen…
wegschaffel hat Recht - hoffen wir, dass “der Laden nicht gleich wieder übern Neckar geht.”

#10 Dieter Kessler . 29.11.06 . 18:25 Uhr

Morgen, 30.11. will ich Euch mal besuchen. Mit dem “Bioglumpp” als Lokal kenn ich mich nicht so aus. Ich lass mich aber gerne überraschen. Wenn alles schief geht, geniese ich wenigstens Laier&Zaiser,- die sind garantiert gut drauf.
Also bis morgen.
Habt Ihr auch alkoholfreies Bier?
Das würde auch passen.
Dieter

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