Von Mann²
Vermischtes, Politik . 18:41 Uhr
Es gibt eigentlich nur zweite gute Gründe übers Wetter zu sprechen. Es ist zulässig, wenn man bei einem Radio- oder Fernsehsender dafür angestellt und bezahlt wird oder wenn man gezwungen ist Smalltalk zu führen, weil einem gerade nichts besseres einfällt. Trotzdem möchte ich es wagen über so etwas Banales wie das Wetter zu bloggen. Und zwar hauptsächlich weil es dabei um Stuttgart und meine Steuergelder geht.
Nachdem ich jetzt schon einige Zeit im Kessel lebe und ausserhalb arbeite ist mir natürlich auch aufgefallen, das sich das Klima in Stuttgart deutlich vom Umland unterscheidet und es mir seit ein paar Tagen sogar tierisch auf die Nerven geht. Im Grunde genommen nervt es mich auch Nachts. Während im Umland ein Regenschauer zur Abkühlung führt, führt ein Regenschauer im Kessel zum Saunaeffekt. Jetzt wollt ich wissen wieso. Und musste feststellen, daß ich nicht der Erste bin. Das Amt für Umweltschutz in Stuttgart unterhält offensichtlich sogar eine ganze Abteilung “Stadtklimatologie”. Klingt fachmännisch.
Hier einige der, mit Steuermitteln finanzierten Erkenntnisse:
Das Klima von Stuttgart ist geprägt durch seine großräumige Lage im Neckarbecken, abgeschirmt durch den Schwarzwald im Westen, die Schwäbische Alb im Süden, den Schurwald im Osten und das Strom- und Heuchelberggebiet im Nordwesten.
Kennzeichnend für Stuttgart ist sein mildes Klima mit einer Jahresmitteltemperatur von 10 Grad C im Stadtkessel (245 m ü. NN) und 8,4 Grad auf den Randhöhen (ca. 400 m ü. NN). Neben dem Oberrheintal ist der Großraum Stuttgart eines der wärmsten Gebiete in der BRD.
Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge liegt in der Stadtmitte bei 679 mm.
Wer mehr davon braucht, besucht am Besten die Webseite dieser Institution. http://www.stadtklima-stuttgart.de
Jetzt kommt die Frage, die mich aber wirklich interessiert. Was haltet ihr davon? Darf, Soll oder Muß man für sowas Geld ausgeben? Oder reicht für derartige Erkenntnisse nicht auch einfach ein Thermometer, ein Messbecher und eine Umgebungskarte im Maßstab 1:1000?
#1 Martin Hiegl . 22.06.06 . 19:25 Uhr
Um einen professionelen Vergleich anstellen zu können langt eben nicht ein einfaches Thermometer mit Messbecher und Karte. Nicht zum Spaß gibt es auch den Studiengang Klimatologie. Ich finde es gut von Stuttgart, dass sie sich so eine Abteilung halten.
Btw. ist das Gras woanders natürlich immer grüner. Als langjähriger Bewohner der Peripherie und nun Kesselinsasse kann ich dir sagen, dass der Unterschied nicht wirklich soo groß ist. Wobei man das auch nicht über einen Kamm scheren darf, da in Vaihingen oder gar Leinfelden es schneien kann, während man sich in Ludwigsburg über die ersten Sonnenstrahlen freut.
#2 toxilogic . 22.06.06 . 20:29 Uhr
Probleme, die Andere gerne hätten.
#3 Wegschaffel . 23.06.06 . 09:44 Uhr
Man darf.
#4 Herr S . 23.06.06 . 10:52 Uhr
Die Klimaforschung ist okay, noch okayer ist, wie die Stadt auf der Klimaseite mal so richtig unbürokratisch den Werbetrommler für Versatel macht, während man sonst wegen jedem Furz zähe Ausschreibungsprozeduren anleiert.
#5 kesselblick . 23.06.06 . 11:48 Uhr
Ich finde, der Unterschied ist immens. Immer so ein bis drei Grad ist es “oben” kühler. Man kanns feststellen, wenn man mit dem Auto rumdüst.
Die Steuermittel sind gut angelegt, denn immerhin werden dadurch Bebauungspläne beeinflusst - Stichwort “Frischluftschneise”. Es muss nämlich verhindert werden, dass die Hanglagen weiter mit Protzburgen zugeballert werden, sonst kann man hier unten überhaupt nicht mehr atmen…
#6 MannQuadrat . 23.06.06 . 12:07 Uhr
@Kesselblick: Das Frischluftschneisenargument überzeugt mich. daran habe ich nicht gedacht. ab sofort bin ich fan und anhänger dieser behörde.
#7 Georg . 23.06.06 . 13:27 Uhr
Also, zu deiner Frage kann ich nur sagen: Man kann. Warum auch nicht ? Steuergelder werden für viel blödsinnigeres Verbraten …
Als zugezogener (komme aus Freiburg, da gibts den “Höllentäler”, ein Wind der jeden Abend um ca. 22 Uhr durch Freiburg weht und für erfrischung sorgt) bin ich natürlich etwas über die “Kesselsituation erschrocken. Vorallem, als ich folgenden Arbeitstag hatte: Morgens los mit der S Bahn zum Kunden nach Echteringen und dann Mittags zu meinem Arbeitsplatz nach Ludwigsburg und Abends wieder zurück… 3 Klimazonen in 8 Stunden …
#8 Das Leben und Ich » Blog Archive » Das Klima in Stuttgart . 23.06.06 . 13:45 Uhr
[…] Im Stuttgart Blog habe ich gerade einen Link für das Stadtklima in Stuttgart gefunden: Stadt Klima Stuttgart. Ist relativ interessant wenn man sich dafür interessiert … Der Satz macht irgendwie Sinn […]
#9 Uwe Keim . 23.06.06 . 17:58 Uhr
Aber Schorsch, das ist ja eine komische Logik von Dir: Nur weil für einen großen Scheiß Geld ausgegeben wird willst Du die Geldausgabe für einen etwas kleineren Scheiß damit rechtfertigen.
Das klingt unplausibel.
Weil dann bringe ich 1 Mensch um und verweise auf Leute die 3 Menschen umgebracht haben und bin automatisch rehabilitiert?!?