Von Der Flaneur
Vermischtes . 08:29 Uhr
Schau, schau, wer doch so alles von S21 profitiert!
http://www.wolff-mueller.de/profil/beirat.html
Vielleicht sehen wir bald noch ein paar “alte Bekannte”.
#1 Rote Socke . 02.08.10 . 12:54 Uhr
Hier noch mehr davon. Aber wen wundert das eigentlich noch?
#2 Peter . 02.08.10 . 13:02 Uhr
Oh Gott,…eine Verschörung?
Sollen etwa tatsächlich auch wirtschafliche Interessen dahin stecken?
#3 nick . 02.08.10 . 14:00 Uhr
Und der Föll will nächster OB in Stuttgart werden? Ha.. haha?
#4 Der Flaneur . 02.08.10 . 14:58 Uhr
Wer sich etwas mehr in die auf- und erregende Vita-Föll vertiefen will:
http://de.indymedia.org/2006/12/164...
#5 Marco . 02.08.10 . 17:15 Uhr
Niedersachsens Ministerpräsident (bis vor kurzem unser jetziger Bundespräsident) sitzt im Aufsichtrat der Volkswagen AG. Darf er deswegen keinen VW/Porsche/Audi und co. fahren, weil er durch den Kauf eines solchen ja davon profitieren könnte?
Es ist völlig normal, dass in deutschen Unternehmen Politiker in Aufsichtsräten und Beiräten (Beiräte beraten die Unternehmensleitung im übrigen nur) sitzen.
Zudem gehe ich nicht davon aus, dass Wolff & Müller ohne den Abriss des Nordflügels morgen insolvenz anmelden müsste. Wäre es euch lieber, der Auftrag wäre an einen Osteuropäischen Billiganbieter gegangen??
Leute… eure Argumente sind langsam armselig und das was da grad am Nordflügel abgezogen wird noch mehr. Bis vor ein paar Monaten hat sich absolut niemand für den Hauptbahnhof interessiert und jetzt soll er auf einmal der Nabel der Weltarchitektur sein? Bitte…
Wie wärs wenn wir mal darüber sprechen: K21 soll 3,7 Mrd. Euro kosten…. also los, nur zu… (Quelle übrigens hier, man lese ab dem Abschnitt “Die Alternative K21, übrigens recht guter, neutraler Artikel)
#6 Marco . 02.08.10 . 17:50 Uhr
noch ein kleiner Nachtrag: ich bin gestern aus Paris zurückgekommen, jedem Bahnhofsjünger würde ich empfehlen, da mal hinzufahren, um zu sehen, wie die Höhepunkte der Weltarchitektur aussehen.
#7 nick . 02.08.10 . 20:26 Uhr
…verstehe ich nicht. Nur weil es normal ist, dass gewählte Politiker zum ganz persönlichen Vorteil in irgendwelchen Aufsichtsräten unterwegs sind, ist es auch zu rechtfertigen?
#8 Marco . 02.08.10 . 21:27 Uhr
Ob es gerechtfertigt ist oder nicht, darüber lässt sich streiten.
Nur jedem Politiker automatisch zu unterstellen, dass er nur zu seinem persönlichen Vorteil handelt ist falsch!
Was ist denn so falsch daran, dass ein Stuttgarter Politiker im Beirat eines großen Baden-Württembergischen Unternehmens sitzt und dort die Interessen der Stadt oder des Landes, in welchem er demokratisch gewählt wurde, vertritt (oder wollt Ihr als nächstes Argument noch den Wahlbetrug und gekaufte Stimmen aufbringen? würde mich nicht wundern…)
Würdet Ihr auch so ein unnützes Fass aufmachen, wenn W&M damit beauftragt wurde K21 zu bauen?
#9 nick . 02.08.10 . 22:34 Uhr
Ich kann dir nicht folgen. Was hat ein Politiker in der Privatwirtschaft zu suchen? Das Ziel der Privatwirtschaft ist Profit, und sonst nichts. Was will da ein gewählter Volksvertreter, vor allem im Interesse seiner Stadt? Das ist völlig an den Haaren herbeigezogen.
Dass viele Parlamentarier auf allen Ebenen Nebentätigkeiten in Konzernen und Unternehmen verrichten und dabei nicht gerade wenig Geld verdienen, ist bekannt. Du glaubst doch wohl selber nicht, dass es dem Politiker dabei um die Interessen des Volkes geht. Das ist auch bei Föll nicht anders, siehe den Link in #4. Dort steht u.A:
Was der Multi-Funktionär Michael Föll CDU an Gehältern, Einkünften, Nebeneinkünften, Diäten, Tantiemen, Aufwandsentschädigungen, Tagungsgelder, Sitzungsgelder, usw - formal legal - jedes Jahr abkassiert, ist kaum noch zu berechnen. Es sind wohl mindestens 500.000 bis eine Million Euro.
#10 Marco . 03.08.10 . 09:16 Uhr
“formal legal”, eben, es ist legal, und nicht nur formal. Wie gesagt, davon kann jeder halten was er will, ich bin niemand der jemand anderem seine Meinung verbietet. Ich bin auch für Protest. Jedoch hat die Form des Protestes der zur Zeit in Stuttgart abgehalten wird nichts mehr mit Protest zu tun. Morddrohungen, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch (auch von Politikern!!!) sind keine Form des Protestes.
Und wie profitiert denn Herr Föll bitteschön davon? Wird dadurch sein Entgelt für seine Beratertätigkeit erhöht? Baut ihm W&M kostenlos ein kleines Häuschen? Sicher nicht.
Einzig und allein BaWü profitiert dadurch. Es werden Arbeitsplätze gesichert und geschaffen, es tut der Wirtschaft und somit uns allen gut…
Wäre es euch lieber gewesen, der Auftrag wäre an ein Osteuropäisches Billigunternehmen gegangen? Da wäre das Geschrei wieder genau so groß. Man kann es euch nicht recht machen (gut, euch wäre es wohl sowieso lieber gewesen, es gäbe nie einen solchen Auftrag, aber sehen wir doch einfach mal ein, dass S21 unumkehrbar ist).
Und, wie bereits erwähnt, wenn W&M den Auftrag bekommen hätte K21 zu bauen wärs hier um einiges ruhiger. Oder wie sehen Sie das?
#11 Der Flaneur . 03.08.10 . 13:52 Uhr
@Marco
Morddrohungen, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch ???
Es tut mir leid, aber haben Sie das aus Blöd oder Locus?
Mir jedenfalls ist davon nichts bekannt.
Wer profitiert? Gute Frage!
Ich will jetzt nicht über die Maultaschenconnection spekulieren, wir werden wahrscheinlich noch davon hören.
W&M arbeitet bereits am Nordflügel, es gibt also offensichtlich Auträge.
Was Herr Föll für seine Bei”rat”stägikeit bekommt, ist mir nicht bekannt. Aber er ist Kämmerer (leider nicht Kümmerer!) und hat eine Ahnung vom Geld.
Er wird, wie Herr Drexler u. a. sicher für Ehre und Gotteslohn arbeiten.
Allerdings dachte ich immer Herr Föll sei einer unserer Bürgermeister?
Vertritt also uns Bürgergemeinde via Wahl durch den Gemeiderat nach außen.
“Herr Wolf” und “Frau Müller” sind auch Bürger, aber nur zwei von 600.000 (von denen gut 10% - dreimal so viel als nötig wären - eine Volksabstimmung über S21 gefordert haben).
Leider lagen in den Kartons mit den 67.000 Stimmzetteln eben nur diese und kein Umschlag Beraterhonorar - das war dumm.
Man könnte Bücher schreiben…
#12 Marco . 03.08.10 . 18:10 Uhr
Morddrohungen: hierzu verweise ich u.a. nochmal auf meinem im 1. Beitrag verlinkten Artikel (vielleicht mal ganz durchlesen, nicht nur die Argumente der K21 jünger lesen). Auch unabhänging von diesem Artikel ist es schon lange bekannt das Drexler und Co. Morddrohungen erhalten.
Sachbeschädigung: es gibt sogar Bilder davon, wie das Sprecherbüro verklebt und vermüllt wurde, ja, auch das zählt als Sachbeschädigung.
Hausfriedensbruch: der Bahnhof gehört bekannterweise der Deutschen Bahn, dringt jemand unbefugt in dieses Gebäude ein (wie letzte Woche geschehen), so handelt es sich hierbei um Hausfriedensbruch.
Vielleicht sollten Sie, anstatt den ganzen Tag am Bahnhof zu stehen, mal lieber Zeitung lesen…
Zu den restlichen Argumenten: lächerlich, aber ich verweigere mich einer weiteren Diskussion darüber, da es eh nix bringt!
#13 nick . 03.08.10 . 18:28 Uhr
#10
Mir ist wurscht, wer wann welchen Auftrag bekommen hätte. Und wer letztendlich den Hauptbahnhof abreißt, ist mir genauso wurscht, weil ich wie die Mehrheit der Stuttgarter Bevölkerung nicht will, dass der Hauptbahnhof abgerissen wird. Diese Geschichte mit Föll zeigt nur, dass die einzigen Profiteure des ganzen Projekts in der Etage der Entscheider sitzen. Überhaupt stinkt das alles nach Korruption, dass einem schwindelig wird. Wer profitiert, will verständlicherweise selbst entscheiden und sich nicht vom Volk reinreden lassen. Der verhindert einen Volksentscheid, welcher der Mehrheits- und Volkswillen-Diskussion schlagartig ein Ende bereiten würde. Der gibt lieber Millionen für dämliche Werbung aus, in der Hoffnung, sich die passende Meinung beim Volk erkaufen zu können. Aber nicht mit Erfolg, wie sich zeigt.
Und wie Föll profitiert? Was für eine dumme Frage. Er ist Teil eines Unternehmens und ist somit an Gewinnen und Verlusten beteiligt (besonders an den Gewinnen, da Verluste ja immer öfter gerne sozialisiert werden). Und bekommt selbstverständlich, wie in der Wirtschaft üblich, “Prämien” für besonders wertvolle “Leistungen” im Interesse des Unternehmens. So einfach ist das.
#14 nick . 03.08.10 . 18:33 Uhr
#12
Es ist richtig, dass manche S21-Gegner Handlungen begangen haben, die als Straftaten definiert sind. Aber wie wäre es, mal selbst zu denken und nicht mit dem Gesetzbuch zu argumentieren?
#15 Der Flaneur . 03.08.10 . 18:37 Uhr
Maultaschen-Connection.
Zum Weiterlesen:
http://stuttgart-21-kartell.org/
#16 Marco . 03.08.10 . 19:04 Uhr
@ Nick: es gibt in diesem Land nunmal Gesetze, was ja wohl unbestritten nicht das schlechteste ist. Mit selber denken hat das nichts zu tun, das sind Fakten! Und bei Morddrohungen hört der Spaß auf
Man schaue übrigens mal hier: Abschnitt Öffentliche Ämter, Grüne Ministerin in Hamburg… wie war das? Politiker in der Privatwirtschaft geht gar nicht? Selbst die Grünen tun es. Joschka Fischer, ebenfalls Politiker, sitzt, seit er kein Minister mehr ist, in unzähligen Aufsichts- und Beiräten (BMW, Siemens…). Aber sicher sitzt er da ehrenamtlich und nicht in seinem Interesse. BMW ist mit seinem Spritfressenden Autos ja ein Musterknabe was Umweltfreundlichkeit betrifft…
#17 nick . 03.08.10 . 21:34 Uhr
Es ist auch nicht zu rechtfertigen, dass die Grünen das tun. Wer demokratisch gewählt wurde, darf m.E. keine Ämter in der Privatwirtschaft ausüben, egal von welcher Partei.
Das Hausfriedensbruch-Gesetz macht Sinn, aber warum gibt es Leute in der Öffentlichkeit, die diese Hausbesetzung im Einzelfall verurteilen? Denn die Grundlage dieser Argumentation ist das Gesetz allein. Es ist in diesem Einzelfall nämlich völlig absurd, dass das Betreten eines Gebäudes illegitim ist, wenn es in den folgenden Tagen abgerissen werden soll. Wer so argumentiert, benutzt das nur gegen die S21-Gegner, Sinn macht es jedoch keinen.
Mit Morddrohungen und Sachbeschädigung gegen die S21-Gegner zu argumentieren ist auch völlig absurd, weil sich 99,999999 Prozent der Gegner davon distanzieren. Das wissen auch diejenigen, die diesen Vorwurf machen, und solche hilflosen Vorwürfe scheinen langsam aber sicher das einzige zu sein, was den S21-Befürwortern noch an Argumenten bleibt. Zumindest sind wir in dem Punkt einig, dass das kein Mittel des Protests ist. Es ist schlichtweg ein nicht zu rechtfertigendes natürlichen Phänomen bei größeren Protestbewegungen, sei es gegen Krieg, Gentechnik, Atomkraft, …
#18 Marco . 04.08.10 . 08:24 Uhr
Wie auch immer. Ich denke, es ist sowieso Sinnlos, eine konstruktive Diskussion zwischen S21 Befürwortern und Gegnern zu führen, da nunmal jeder seine eigenen Argumente hat, ob nun gut oder schlecht (und ich meine hier nicht nur die Argumente der Gegner, nein, auch die Befürworter haben sicher nicht immer die besten Argumente). Jeder darf das so sehen wie er will, und auch protestieren, in einem friedlichen Rahmen.
Doch man sollte auch einsehen, dass S21 gebaut wird, unumkehrbar ist und auch nicht umgekehrt wird, selbst wenn Schwarz Gelb bei der Landtagswahl abgewählt werden sollte. Eine Koalition zwischen SPD und Grüne wird genau wegen diesem Streitpunkt in BaWü nicht zustandekommen und am Ende regiert uns eine Große Koalition.
In diesem Sinne: einen sonnigen Tag und legt euch zur Entspannung mal nicht auf die harten Steine vorm Bahnhof sonder mal in den Schlossgarten o.ä. :-)
#19 nick . 04.08.10 . 10:05 Uhr
Zur Unumkehrbarkeit: Ich vermute, dass sie losbauen, und wenn sie dafür über Leichen gehen müssen. Allerdings werden sie nicht weit kommen, denn sobald sie alles zerstört und abgerissen haben und die Grube ausgehoben ist, werden sie merken, dass der Plan nicht umsetzbar ist, nicht zuletzt, weil die Kosten schon die 10 Mrd-Grenze überschritten haben. Dann werden die verantwortlichen Entscheidungsträger ihre Amtszeit hinter sich haben und keiner will mehr verantwortlich sein. Wer wird dafür aufkommen? Derjenige, der das Projekt nie wollte: Der Bürger.