Von Wegschaffel
Befindlichkeiten, Stuttgart 21 . 16:40 Uhr
Danke fir dain Briaf. Des frait mi, dass Du mir schreibscht, ganz ehrlich ond ganz ohne Ironie.
Des hoisst, erscht bin ich jo granadamässig vrschrocka weil i denkt hon Du bischt mir druffkomma, dass der Gerädeschubba uff meim Schtickle … - aber dann hon i glei gmrkt dasses in Deim Briaf jo om dei Bauschtell goht, ned om meine.
Ah so: i duz di weil mir kennat ons jo von sellra Veranschdaldong domols wo Du den „Dialog von Mensch zu Mensch“ abotta hoscht, woischt scho no, odr?
Also, dia Bauschtell. Du schreibscht mir:
„… am Sonntag entscheiden Sie über die Zukunft unserer Stadt“.
Reschpekt han i dengt, der Mo reschpektiert meine Rächte als Birgr. Abr Du wirschd jo no viel besser:
„Wie immer im Leben, gíbt es auch bei diesem großen Projekt nicht nur schwarz oder weiß. Vor- und Nachteile müssen abgewogen werden.“
Heilandsack han i denkt, genau so isches, den Mo hot mr ned umsonscht studiera lossa.
Ond dann schreibscht:
„Ich möchte Ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.“
Des glengt a bissla wia „I halt dir dei Schnabltass, brauchscht bloss no schlucka“. Abr guat, als Obrschultes ka mr‘ au mol a weng von oba ra schwätza, des vrschtand i scho.
Dann aber main liabr Schultes, vrschtand i nix me. Im Räscht von daim Briaf dräsch dei Argumentation von vorher kombled uff dr Kopf: Alles was Du dann schreibscht isch entwedr rabaschwarz odr reinweiß. Ond dia Vorteil‘ lieget ällesamt in dr oine Waagschal und dia Nochdoil am Schtick in dr andera.
I han den ibla Vrdacht, dass Du mir mit deara argomentativa romschuschterei mei Entschaidong abnemma willscht. Abwäga gohd abr genau andrschrom: En jede Waagschaal kommed Vor- ond Nochdoil ond am Schluss guckt mr wona dr Zoigr ausschlegt. Ond des, mein liabr Schultes, muass jedr fr sich selbr macha, do brauched mir koin Schnabltassahaltr.
Freindliche Grüsse drozzdem
K. Wegschaffel
#2 Frau Doktor . 24.11.11 . 18:59 Uhr
Für mich als Zugezogene war das garnicht so leicht zu verstehen, Herr Wegschaffel, aber schön gesagt haben Sie’s!
Oder wie wir Internetzler sagen: Und alles so Yeahh!
#3 Wegschaffel . 25.11.11 . 10:57 Uhr
___Frau Doktor: Dankeschön. Für mich als Halbschwabe, Gesinnungs-Badener und Wurstfingertipper war das auch gar nicht so leicht zu phonetisifizieren.