Von hugendubel
Leben, VVS . 21:13 Uhr
Ein Furz beim ersten Dinner mit den Schwiegereltern in spe. Unangebracht, eindeutig. Genauso wie ein Golfer mit Baggyjeans. Es gibt einfach gewisse Regeln, die zwar nirgendwo stehen, aber doch unzweifelhaft gelten. Immer.
Wieso zum Teufel lasst ihr mich dann am Hauptbahnhof nie erst aussteigen, bevor ihr von links und rechts einen Strom verursacht, der es mir schwer bis unmöglich macht, mein Vorhaben zu verwirklichen? Dürfte doch eigentlich nicht so schwer sein. Vielleicht liegt’s an der fehlenden Street-Credibility solcher oldschool-Regeln. Aber ich helfe ja gerne weiter: „Aus’m Weg, ihr Schmocks!“
Danke.
#1 IceDealer86 . 18.08.08 . 22:34 Uhr
*grins*
Einfach wegschubsen die “Schmocks” ;)
#2 HelmHeld . 19.08.08 . 01:37 Uhr
Dabei sei mal angemerkt, dass sich ältere Frauen oft am ungeschicktesten (=drängelnsten) anstellen. Zumindest nach meiner Beobachtung.
… Schmöckinnen?
#3 Exilostfriese . 19.08.08 . 14:54 Uhr
Warum ist das so?
Sind diese Menschen nicht fähig mitzudenken?
Träumen die?
..oder sind die einfach nur penetrant.
Aber nicht nur an Türen ist es so. Man joggt im Park. Es kommt eine Gruppe entgegen, die den gesamten Weg belegt. Die Leute schauen auch ab und zu in die eigene Richtung. Nur scheint irgendwie die Wahrnehmung trotzdem nicht zu funktionieren. Jedenfalls sind die trotzdem verwundert, dass man seine Richtung beibehält und sich irgendwie durch die Gruppe oder an der Gruppe vorbei zwängt.
Funktioniert da etwa der Anti-Kollisions-Sensor nicht?
Sind diese Menschen nicht fähig Situationen weiter zu denken?
#4 Philipp . 19.08.08 . 17:44 Uhr
Ja! Auch mir sind diese Schmocks auch schon aufgefallen! Ich remple sie in der Zwischenzeit beim Aussteigen schon an! Was diese nicht daran hindert, endlich mal einzusehen, die Leute erst aussteigen zu lassen! Es wird erstmal herumgepöbelt nach dem Motto: Wieso muss der aussteigen bevor ich einsteige!
Es ist nicht das Träumen oder mitdenken, das die Leute daran hindert, mal von sich aus etwas zu machen! Ich nenn es: Arroganz!
#5 Herr S . 19.08.08 . 18:13 Uhr
Wessen Liebe zum Mitgeschöpf sich immer noch nicht erschöpft hat, der kann sich auch – wie ich vor einer halben Stunde – beim nächsten unerwarteten Platzregen an einen Zebrastreifen stellen, bei dem die Fußgängerampel selbst viele Minuten später noch kein grün zeigt. Wenn von schätzungsweise 150 Autofahrern auch nur ein einziger ein Quentchen Rest-Empathie bewiesen hätte, indem er mich, Ampel hin oder her, einfach mal schnell rübergelassen hätte – kein Wort der Klage käme über meine Lippen. Stattdessen darf man sich von sämtlichen 150 verrohten bzw. -blödeten Vollpfosten einspritzen und -sauen lassen. Situationen weiter denken? Selten so gelacht. Sofern überhaupt Hirnmasse vorhanden ist, ist die absolut für die Katz, das Rückenmark würde locker reichen für die paar Reflexe, zu denen dieses Pack bestenfalls noch imstande ist.
#6 Flakfritz . 19.08.08 . 18:16 Uhr
@Exilostfriese
Das ist Gruppendynamik pur!
Wenn ich in den Garten fahre, muss ich ein kleines Stück auf einem Wanderwegle, also keine offizielle Straße (ja, ich darf das dort), entlangfahren. Das klappt eigentlich auch immer ganz gut, nur eben nicht an Sonn- und Feiertagen. Da gehen sie vor mir her, gegenseitig untergehakt, fest wie eine Mauer, keiner dreht sich zu mir um, das Tempo eher noch verzögernd.
So zuckele ich dann die 300m hinter ihnen her, böse Blicke von Entgegenkommenden schwer schluckend hinnehmend.
Ein Gutes hat es dann aber doch, den Radfahrern geht es genauso, und so sind wir eine seltene Gemeinschaft, die gemeinsam über die Rotsocken ablästert.
Nur wenn ich es eilig habe, etwa weil die Grillkohle dringend erwartet wird oder die Eiswürfel zu schmelzen drohen, erlaube ich mir, eine CD einzulegen, Fenster runterzulassen und solange die Lautstärke aufzudrehen, bis mein Ohrenarzt seelig lächelt. Ein gebrülltes “ich verstehe Sie nicht, die Musik ist zu laut” sorgt für ein übriges.
Bei 5 Outdooraktivisten oder weniger wird eigentlich immer sofort Platzgemacht.
#7 Wüstenblümchen . 19.08.08 . 18:36 Uhr
…. da spricht mir jemand aus der Seele.
Mitdenken ist angesagt und da scheitert es schon bei Vielen!
Der Rest sind Ich´s auf ihrem gnadenlosen plattmachenden Weg!
#8 Wegschaffel . 19.08.08 . 18:54 Uhr
Nachträgliches meckern ist manchmal notwendig, Compadres, Brüder und Schwestern im Geiste, aber oft nicht hinreichend. Sich hier über Hirnis aufzuregen entlüftet vielleicht kurzfristig die Seele (Birne/Ranzen, je nach dem). Nutzen tuts aber: Nichts. Drum hab ich mir angewöhnt, in eindeutigen Situationen das Herz auf der Zunge zu tragen beziehungsweise meine Position per Körpereinsatz (Hoppala) zu verdeutlichen.
#9 Flakfritz . 20.08.08 . 08:30 Uhr
Liebes Wegschwafel,
irgendwann hörst auch du auf, hupend im Wald herumzufahren, in der Hoffnung, dies könnte die Massen beeindrucken.
Ich könnte sie ja noch über den Haufen fahren aber dass ist dann doch eher falsch.
#10 Exilostfriese . 20.08.08 . 11:03 Uhr
Wenn einem das mehrmals hintereinander passiert, wird man schon mal agressiver. Da könnte man schon mal ausfällig werden. Dummerweise kommt das dann sogar weniger an.
Am besten wirkt glaube ich, richtig scheissfreundlich sich zu bedanken, für das was eigentlich hätte passieren sollen. Die denken dann: “Was für ein netter Kerl …heh, moment mal ich hab doch gar nicht rechtzeitig Platz gemacht, warum bedankt der sich denn dafür” Dann denken die eventuell über ihr Verhalten nach. Direkt angegriffen reagieren die meisten nur mit Abwehr und machen das nächste mal eventuell gar absichtlich nicht Platz. “ich lass mir doch von dem nichts sagen. Man muß ja nicht wie ein Verrückter durch den Wald rennen.”
#11 Frau Doktor . 20.08.08 . 16:41 Uhr
Als Wanderin bin ich auch ab und an mal auf der “Gegenseite” der hier geführten Diskussion - und da kam mir der Gedanke: Vielleicht blockieren diese Outdoor-Aktivisten Euch Autofahrer aus Rache? Wer wöchentlich zu Fuß oder per Rad auf den Strecken rund um den Frauenkopf und auf der Wangener Höhe unterwegs ist, kann über das unmögliche Verhalten von Autofahrern, gerne auch auf Wegen, auf denen sie nichts zu suchen haben, ganze Blogs füllen. Und manchmal, wenn ich die Faxen dick habe, gehe ich dann einfach nicht zu Seite, wenn der 150. Grillspezi meint, er müsste jetzt aber ganz dringend noch zu Laubenpieper-Hütte X. Falls ich einem der hier schreibenden also schon mal im Weg rumlaufen bin: Sorry, Ihr wart nicht gemeint! Mich erkennt man leicht an meinem großartigen roten Hawai Flower Power Rucksack.
#12 Wegschaffel . 20.08.08 . 19:37 Uhr
Servus Lakritz #9, wer redet hier von hupen? Ich habe selber mal an einer Stichstrasse gewohnt, die von rechthaberischen Fussgängern bevölkert war. Nachdem ich denen klargemacht habe, dass ich als Anwohner 50 Prozent der Kosten für ihren Spazierweg getragen habe und daher mit gutem Gewissen durchrolle, war schnell Ruh’ im Karton.
#13 TeeKay . 20.08.08 . 20:34 Uhr
Aber wenn wir doch mal ehrlich sind regen wir uns doch alle als Fußgänger über Autos und Fahrräder auf, als Autofahrer über Fußgänger und Radfahrer, als Radfahrer über Autofahrer und Fußgänger (insgesamt von den Inline Skatern mal ganz zu schweigen) als Einsteiger über die Aussteiger, als Aussteiger über die Einsteiger, als Kehrwochmacher über die Nichtkehrwochmache, als Nichtkehrwochmacher über die Kehrwochmacher…………
#14 Flakfritz . 20.08.08 . 21:31 Uhr
Und?
Auf jeden Fall sind es “die Anderen”, die immer aus der Rolle tanzen!
Und wenn Frau Doktor das nächste mal im Wald einen Wirtschaftsweg blockiert…aber die wandert ja ganz wo anderst.
#15 Exilostfriese . 21.08.08 . 09:52 Uhr
@Teekay: Man kann sich aber darüber bewusst sein, und entsprechend den anderen ihren Raum zugestehen und ein wenig Verständnis dafür aufbringen, dass nicht jeder immer perfekt ist.
Aber alles hat auch seine Grenzen.
Regel 1 für Radfahrer im Strassenverkehr: Der Autofahrer kämpft zur Feierabendzeit generell um jede Mikro-Sekunde. Da ist keinerlei Verständnis zu erwarten. Auch wenn es nur darum geht so schnell wie möglich wieder den Anschluss zur Autoschlange zu erreichen oder möglichst lange vor einer roten Ampel zu stehen, geht er notfalls über Leichen.
#16 Herr S . 21.08.08 . 10:11 Uhr
@Teekay: Wäre es nicht ein bisschen komisch, wenn sich jeder nur noch über sich selber aufregen würde? Gut, ab und zu lasse ich mir das gefallen, aber dauernd?
#17 thomas . 23.08.08 . 21:55 Uhr
Das alles hat nichts mit dem Aussteigeproblem zu tun.
Und das subsumiere ich einfach mal mit “Generation Doof”.
Ich kann es auch nicht verstehen - und bekenne mich dazu: ich bin gnadenlos und renne sie übern Haufen, die Dappen.
Früher stand es an der Türen “erst aussteigen lassen” aber heut schrieben sie’s nimmer hin, kann ja eh keiner lesen.