Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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09 03.08

Schwabenexport

Von beejees
Kultur, Freizeit, Politik, Exil . 01:08 Uhr

Auf dem Weg zur diesjährigen ITB bin ich kaum in Berlin gelandet, da läuft mir auf dem Flughafen Tegel der Albrecht Metzger über den Weg. Das ist ein Beispiel und Beweis für die These, dass unwahrscheinliche Ereignisse jedem passieren können. Auch mir.

Wer Albrecht Metzger nicht kennt, der wird das Ereignis als solches nicht würdigen. Für den ist Herr Metzger einer der vielen Passanten, die einem tagtäglich begegnen, ohne dass man den Drang hätte, diese Leute zu grüßen.

Aber für mich ist Albrecht Metzger vergleichbar mit Roland Emmerich. Nein, nicht als Filmregisseur in Hollywood, sondern als Schwabenexport in der Diaspora. Er steht stellvertretend für die Schwabenoffensive, für schwäbischen Fleiss und den Spruch “Wir können alles ausser”.

Vergleichbar mit vielen anderen Exilanten, die ursprünglich in Stuttgart und Umgebung aufgewachsen sind und dann weggehen. Die in Köln Karriere machen, in Berlin, Hamburg und London. Die Regel dieser simplen Wahrheit kann durch Ausnahmen bestätigt werden. Eine davon ist der Schretzmeier, der sein Theaterhaus nicht nach Berlin exportiert hat oder der Deyhle, dem wir jetzt das Mini-Las Vegas und die Musical-City da oben in Möhringen zu verdanken haben. So langsam aber sicher wird das Städtle internationaler. Dazu gehört das Mercedes-Benz Museum, der Kleine Schlossplatz, die 2. Landebahn. Die 2. Landebahn? Die wird ja nicht gebaut. Da fehlt der Platz. Dafür ist Stuttgart zu eng.

Zu provinziell. Das ist der Grund, warum die Bayern den Schwarzwald kurzerhand zum Black Forest erklärt und nach München eingemeindet haben. Warum der König Ludwig fast eines der sieben Weltwunder mit seinem Märchenschloss Neuschwanstein geschaffen hätte, aber die Burg Hohenzollern als deutsches Kaiserhaus bei den Japanern keine Rolle spielt.

Ist ja auch Vergangenheit. Wir brauchen Zukunft. Silicon Allee. Nano Park. Ja, Herr Öttinger, wie wärs mit einer Ideenoffensive? Mit nonkonformistischen Projekten und Entscheidungen? Mit einer Kultur- und Marketingkampagne fürs Ländle, damit wir nicht immer zweiter Sieger bleiben. Sie brauchen es ja nicht gleich übertreiben wie der Sarkozy. Ich würde vorschlagen, Sie probieren es zuerst mit einem Ohrring, einem Brilli, einem Tatto an einer Stelle, die man nicht sehen kann?

Sind ja nur Vorschläge. Sie könnten auch ins Theater gehen: Am 21. und 22. März spielt Albrecht Metzger im Theaterhaus: Schwäbisch für Ausserirdische.

Da geht es nur um trockenen Humor. Entspannung. Unterhaltung. Da kommen einem die besten Ideen. Zum Beispiel, dass man die 2. Landebahn übereinander bauen könnte. Oder senkrecht nach oben. Einfach mal anders als die Andern. Yep. Das wärs. Kühl.

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5 Kommentare zu Schwabenexport

#1 David . 09.03.08 . 11:39 Uhr

Inhaltlich d’accord; außer, daß sich die Außerirdischen nach alter schwäbischer Tradition mit ß schreiben. Es war nicht alles schlecht.

#2 kesselblick . 09.03.08 . 16:26 Uhr

Albrecht Metzger, ja, der war mal mein Held. Als er in den 70ern diese TV-Sendung gemacht hat aus irgendwelchen neu gekaperten Jugendhäusern. Kam immer am Samstag Nachmittag, klasse Chaos. Später bin ich ihm dann öfters auf der Straße in Berlin-Kreuzberg begegnet, da war ich schon enttäuscht. Irgendwie entzaubert.
Ganz hart fand ich dann, dass der schwäbisches Kabarett macht. Nix gegen das Genre an sich, aber ein Exil-Schwabe, kann der das überhaupt noch nach 30 Jahren Berlin? Merkwürdig…

#3 beejees . 09.03.08 . 18:22 Uhr

> Ganz hart fand ich dann, dass der schwäbisches Kabarett macht.

Back to the roots halt, wie der Schwabe sagt.

> kann der das überhaupt noch nach 30 Jahren Berlin?

Hinggen. Guggen. Bloggen.

#4 Wegschaffel . 10.03.08 . 09:35 Uhr

War das nicht der vom Rockpalast “… braaudlii briisenz ….”?

#5 beejees . 10.03.08 . 09:46 Uhr

ja genau.

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