Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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30 11.06

Schrot für Bambi bitte

Von circulus
Vermischtes . 17:19 Uhr

Heut steht in der Zeitung, dass gestern 377.000 Euro an Spenden zusammenkamen, bei der ‘Tribute to Bambi’-Feier im alten Paketpostamt am Rosensteinpark. Und das war sogar ein neuer Rekord, heißt es! 800 geladene Gäste aus der Promifraktion sollen anwesend gewesen sein. Rechnen wir mal einen Durchschnitt von 1000 Euro pro Person für Anreise und Abendgarderobe, so wurden 800.000 Euro verpulvert, nur um gesehen zu werden. Hallenmiete, Bühnenbau, Licht, Catering, Personal, Presse, Fernsehen, etc. - der Aufwand ‘hinter den Kulissen’ dürfte sich auf mehrere Millionen belaufen. Was für eine Farce! Und wieder mal blickts keiner. Angeblich freut sich ganz Stuttgart, dass so ein Mega-Event endlich in der Landeshauptstadt stattfindet. Also ich bin nicht ganz Stuttgart.

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18 Kommentare zu Schrot für Bambi bitte

#1 kavaliersschmerz . 30.11.06 . 17:27 Uhr

Sehe ich ähnlich.

Das Pack feiert sich selbst und kann vor lauter geistiger Umnachtung nicht mehr differrenzieren. Dank solch toller Blätter wie BILD, Gala und dem ganzen Scheiß kann man es den Menschen aber auch nciht verübeln, dass sie sich für auserkoren halten, schließlich wird der ganze Fankult ja auch finanziert. Wenn sich keine Sau für Feldbuschs untalentierte Hackfresse interessieren würde, müsste man nicht auf jedem Promi- und Pdeudopromiball ihre Titten in der Kamera sehen. Gut, es gibt schlimmeres, aber es geht ja nicht immer nur um Titten…

#2 Wegschaffel . 30.11.06 . 18:58 Uhr

Hi Circulus, schön Sie mal wieder hier zu haben, long no hear! Aber mal ehrlich: Ich blicks auch nicht. Wird das Spektakel aus Staatsknete finanziert? Ansonsten versteh ich die Aufregung nicht. Gucken muss das ja niemand der nicht will. Natürlich kostet das ne Menge Kohle aber wie mein VWL-Prof immer sagte: “Geld ist nie weg - es hat bloss jemand anders”. Die verpulverten Millionen landen zumindest zum Teil bei hiesigen Unternehmen und damit in dem Kreislauf, der auch uns zwei füttert. Oder nicht?

Dies noch: Wer auf Bambis mit Schrot schiesst ist entweder ein ganz schlimmer Finger oder ein lausiger Waidmann!

#3 kesselblick . 30.11.06 . 19:23 Uhr

Genau, das zahlt doch Burda alles… Oder die ARD für die Fernsehrechte ;-))

#4 circulus . 30.11.06 . 19:42 Uhr

Ich bitte zu differenzieren. Mich stört nicht so sehr das heutige Medienspektakel (speziell, weil es mich nicht sonderlich interessiert). Sollen die Promis doch sich und ihre (vermeintlichen) Erfolge feiern. Sollen ARD, Burda, Chrysler und Daimler halt die Kohle dafür springen lassen.

Aber: gestern, das war eine ‘Benefiz’-Veranstaltung! Unter dem Deckmäntelchen der Spendensammlung. Und da seh ich halt keine Verhältnismäßigkeit mehr zwischen Aufwand und Nutzen!

Zudem: egal wo so ein Rummel veranstaltet wird. Letztendlich geht das (volkswirtschaftlich) doch eher zu Lasten der Arbeitnehmer als zum Vorteil von uns allen. Welcher Kreislauf füttert uns denn? Die Millionen, die in solch Publicity fließen, stammen aus Gewinnen, die gemacht werden, weil die Arbeitskräfte ausgebeutet oder gleich entlassen wurden. Und der Profit geht nicht über öffentliche Ausschreibungen an Handwerker aus der Region (die vielleicht die Bühne aufbauen), sondern unter dem üblichen Geklüngel an den, der am besten schmiert.

Ja, und deshalb schieße ich als lausiger Waidmann mit Schrot auf das ‘arme’ goldene Blechbambi - symbolisch für all die Falschheit, die hier zusammenkommt! Den schlimmen Finger nehme ich nur in diesem Zusammenhang als Kompliment! ;-) (Denn natürlich würde ich NIE die Flinte anlegen und auf ein lebendiges Rehkitz schießen!)

#5 marc . 30.11.06 . 23:42 Uhr

“Die Millionen, die in solch Publicity fließen, stammen aus Gewinnen, die gemacht werden, weil die Arbeitskräfte ausgebeutet oder gleich entlassen wurden.”

Ich hoffe, es wurde nicht zu viel gespendet und es bleiben noch genügend Millionen über, um die Gehälter der lieben Kollegen zu zahlen. Die Elite darf nicht aussterben!

#6 Maddin . 01.12.06 . 08:53 Uhr

Bambiverleihung in Stuttgart? Ich finds gut.

#7 Wegschaffel . 01.12.06 . 08:55 Uhr

____Circulus: Mnja, dieses Argumentation hat mir eine Prise zu viel Ideologie und ein paar Fakten-Brocken zu wenig. Über die Mechanik und Effizienz von Spendensammlungen kann man sich streiten. Als Pragmatiker sehe ich die Sache eher vom Ende her: X-Tausend Euro Spenden für eine gute Sache sind erst mal gut. Dass es noch besser sein könnte kann schon sein, aber, siehe oben. Und über die Vergabepraktik von Aufträgen bei solchen Events kann ich nix Bewiesenes erzählen. Kann wer hier?

#8 Sympatexter . 01.12.06 . 11:42 Uhr

Harald Schmidt war schon mal lustiger, die Promis (?) waren schon mal weniger bemüht und Preisverleihungen waren schon mal spannender. Nein, ich will und darf das nicht mit der Oscar-Verleihung vergleichen. Oder doch? Ich habe mich selten so gelangweilt wie gestern. Und nach 10 Minuten weggezappt.

#9 kesselblick . 01.12.06 . 12:13 Uhr

Nee, mit Oscar kann man das nicht vergleichen. Beim Bambi habe ich immer das Gefühl, dass nur solche “Promis” Preise kriegen, bei denen es gerade in den Terminkalender passt… Ich fands auch sehr langweilig und war nebenbei im Netz – Double-Feature sozusagen

#10 Liamara . 01.12.06 . 12:50 Uhr

Ach Gott ja, langweilig wars. Und überhaupt, wer kennt heute noch Nadja Tiller und Walter Giller? Sachen gibts…

#11 Maddin . 01.12.06 . 13:06 Uhr

Grad bei Spiegel Online gelesen:
http://www.spiegel.de/kultur/gesell...

Was soll das denn bitte? Der Bambi ist der Bambi. Was haben die Inhalte mit Stuttgart zu tun? Geht es um die Schleichwerbung? Was hat die mit Stuttgart zu tun?

Der Artikel liest sich eher wie eine generelle Schelte für die geschäftstüchtigen aber in jedem Fall unsympathischen Schwaben.

#12 circulus . 01.12.06 . 14:03 Uhr

Als notorischer Kritiker will ich nun auch gern noch meinen Senf zur gestrigen Gala geben. Ich habs zwar nicht ganz soo schlimm kommerziell empfunden, wie der Spiegel-Artikel herauskehrt (danke, Maddin) - dafür aber streckenweise reichlich unprofessionell! Warum muss denn Harald am Beginn der Sendung singen?? Das war grauenhaft! Mieser Sound, völlig verpeilte Tonlage. Sowas klärt man doch beim Soundcheck! Das können die meisten Schülerbands heut besser! Auch wenn ich das Programm der Privatsender unterm Strich nicht besser finde, die meisten Sendungen sind professioneller produziert! Ok, es ist LIVE, da kann schon mal was schief gehen. Aber so viele Patzer, wie es da bei Kamera, Ton und Licht gab, zeugen von einer gewissen Amateurhaftigkeit!

Schon nach den ersten 10 Minuten begann die Jingle-Musik zu nerven. Also diese pseudo-euphorische Einspielung vor, während und nach jeder Ankündigung. Und nach 20 Minuten war es zum Zehennägel hochkrempeln und Nackenhaare sträuben! Ich konnte auch nicht mehr länger am Stück zusehen. Ging lieber nach nebenan vor den PC. Schaute immer mal wieder zurück aufs TV, konnte aber nicht ‘gefesselt’ werden. Von wem auch? Von dieser Frau Padberg?? Meine Güte, sie mag ja nett aussehen, aber wenn sie den Mund aufmacht!! Ein beispielhafter Versprecher: ‘Vielen Glückwunsch’ sagte sie zur Band Juli. Auch sonst meist rhetorischer Dünnpfiff.

Leider hat Harald auch nicht gerade geglänzt. In seiner Show darf er ja die Tafeln ablesen und Andrank liefert ihm einige Vorlagen. So kann er zu seiner Hochform auflaufen. Aber hier wirkte er doch irgendwie deplaziert, auf sich allein gestellt, das ist nicht sein Metier.

Aufgeschnappt hab ich zwischendurch noch den 13jährigen blinden Kevin - habt ihr ihn gesehen/gehört? Respekt! Seine Leistung zur WM und seine kleine Rede vor der Promi-Meute … DAS war wirklich preiswürdig! Rührend, ehrlich, echt! Genau genommen der einzige ‘lebendige’ Mensch an diesem Abend!

Fazit - das hat also die ARD zu bieten: Bunten aber faden Dilettantismus. Schöngeredet in den eigenen Nachrichten und im eigenen Radio (wie heute im SWR). Aber die Massen werden es nicht merken und sich nächstes Jahr mit höheren Gebühren melken lassen - dafür werden sie ja soo schön verwöhnt! Vorher gibts noch ein paar Shows mit Pilawa (dürfte man gegen den nicht auch eine Schrotflinte richten?) und sicher wieder gaaanz tolle Weihnachts- und Sylvester-Galas! Ich freu mich schon aufs abschalten …

#13 Wegschaffel . 01.12.06 . 15:02 Uhr

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#14 Pferdle . 01.12.06 . 22:20 Uhr

Was nicht ganz zu dieser Schwaben-Lobhudelei passte: statt auf eine etablierte einheimische Institution (SWR) zu setzen, hat man ein Unternehmen aus dem Osten (MDR) mit der Produktion beauftragt. Mit den bemängelten Bild- und Tonproblemen gab’s dafür dann auch die Quittung.

#15 Promisc . 02.12.06 . 11:56 Uhr

Lassen wir mal die Kirche im Dorf: Dass der BAMBI diesmal in Stuttgart landete (er war ja ausser in Berlin auch schon in einigen anderen Städten zu Gast) erfreute mich als lokal ansässigen Medientechniker ebenso wie meine Geldbörse, ausserdem viele Hoteliers und deren Mitarbeiter, örtliche Sicherheitsdienstmitarbeiter und Servicekräfte, das Vereinsheim des VFL samt Sevicepersonal(Mitarbeitercatering) und und und…

Die Qualität der Showeinlagen, der Redeinhalte und das Konzept der Show gehen mir dabei am A…. vorbei - das haben einzig und allein Berliner Agentur-Fatzkes zu verantworten *breitgrins*

Ach ja: Der Ü-Wagen war übrigens vom SWR und der Schnitt kam aus dem Wagen 9 der Studios Adlershof / Berlin, Pferdle. Der MDR war was die Übertragungs-Technik betrifft lediglich finanzieller Sponsor, soweit ich das von innen beurteilen konnte.

#16 kesselblick . 02.12.06 . 15:09 Uhr

#17 kesselblick . 02.12.06 . 15:13 Uhr

Nachtrag: Ein älteres Foto des Kollegen qx zeigt, dass die hiesige Gastronomie schon seit Jahren weiß, wie mit erlegten Bambis zu verfahren ist ….

#18 Das_bunte_Butterbrot . 05.12.06 . 11:52 Uhr

Oh weh.. Abgesehen davon, dass diese Preisverleihung doch ohnehin völlig absurd ist, wäre die Kritik a la SpOn nicht groß anders ausgefallen.. In Berlin (pleite und sexy[sic!]) wäre es zu protzig, in Stuttgart (schaffe schaffe und spare) war es zu kommerziell. Ist doch langweilig…

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