Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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13 08.06

Prag-Sattel

Von Mann²
Vermischtes . 22:03 Uhr

Kurze Zwischenfrage: Warum heisst der Pragsattel eigentlich Pragsattel? Gibt es da eine historische Verbindung oder einen anderen Grund? Ich habe nichts finden können und dachte ich frag mal Euch!

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8 Kommentare zu Prag-Sattel

#1 Henning . 13.08.06 . 23:32 Uhr

“Die Prag ist ein Höhenrücken nordöstlich der Stuttgarter Innenstadt zwischen dem Höhenpark Killesberg und dem Rosensteinpark. Der im Westen an Nordbahnhof und Pragfriedhof grenzende Stadtteil trägt den Namen „Auf der Prag“ und gehört zum Stadtbezirk Stuttgart-Nord.”

Quelle: Wikipedia

Ob das was mit der Stadt Prag zu tun hat, weiß ich nicht.

#2 Martin Hiegl . 14.08.06 . 09:20 Uhr

Ich hab mal irgendwo gelesen, dass der tschechische Namen von Prag - Praha so etwas wie “Schwelle” bedeutet. Möglicherweise ist das hier die gleiche Bezeichnung, nur eben auf “deutsch” mit einer Lautverschiebung mehr.
Irgendwie so als die “Schwelle” zu Stuttgart.

#3 Ich weiß was . 14.08.06 . 20:45 Uhr

Laut meinem Stadtführer von Stuttgart (jaja, bin ein Immi) bedeutet “prag” “brach”, also ist der Pragsattel der Höhenrücken, der früher ungenutzes Brachland war.

#4 Wegschaffel . 14.08.06 . 22:23 Uhr

Yo, und ausserdem war auf dem Prag die Richtstatt von Stuttgart. Tunichtgute wie Trollingerpanscher, Linseneinweicher, Spätzlespresser, Badener (Gruss zu Wilhelm nach Mannheim!) und anderes Gesindel wurden dort ihrer gerechten Strafe zugeföhrt!

#5 MannQuadrat . 15.08.06 . 10:27 Uhr

Vielen dank für die sachdienlichen Hinweise.

#6 kesselblick . 15.08.06 . 10:47 Uhr

Genau, und die Leiche von Süß Oppenheimer hing dort 7 Jahre lang im Käfig am Galgen, skelettiert natürlich. Abgenommen werden durfte er nicht…

#7 circulus . 28.08.06 . 02:08 Uhr

@Kesselblick + Wegschaffel: ‘Mitte des 15. Jh. wurde der Stuttgarter Galgen auf die Wolframshalde, auf den nun Galgenberg genannten Hügel, verlegt. 1738 gab es hier einen großen Menschenauflauf, als der herzogliche Finanzrat Süß Oppenheimer nach einem politisch motivierten Prozess hingerichtet wurde. Die sterblichen Überreste hingen noch über 6 Jahre in einem eisernen Korb.’ (Zitat aus dem Buch ‘Nordgeschichten’ von Jörg Kurz). Das muss da sein, wo die heutige Wolframstraße verläuft, bzw. wo mal der Güterbahnhof war. Also nicht auf dem Pragsattel.

@Mannquadrat: Ich weiß, damit ist die Frage nach Prag nicht geklärt. Aber im selben Buch habe ich eine alte Karte entdeckt, in dem das Gebiet noch ‘Brag’ geschrieben wurde, was die These stärken würde, dass damit Brache gemeint ist.

Noch ne geschichtliche Info: Auf dem heutigen Pragsattel kreuzten sich bereits in grauer Vorzeit zwei Römerstraßen, die eine führte am Römerkastell in Cannstatt vorbei.

#8 Jörg Sawatzki . 01.05.10 . 19:21 Uhr

Nur ein Beitrag von uns zum Thema, der die Frage nach dem Stadtteilnamen “Prag” auch nicht zu 100% auflöst. Eines ist aber sicher: Es hat nicht`s mit der tschechischen Hauptstadt Prag zu tun.

Dem keltischen Wort “barg”, Anhöhe oder Nacken bedeutend, dürfte der Stadtteil und sein Sportverein den Namen Prag, der oft zu Verwechslungen mit der tschechischen Hauptstadt Prag Anlaß gibt (”ihr sprecht aber gut deutsch!”), verdanken. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1292 “Bri et Brage” und muß vor allem im Zusammenhang mit dem zweitausend Jahre alten Prag-Paß (mit dem heutigen Pragsattel) gesehen werden, der schon zur Römerzeit als Verkehrsknoten von Straßburg über Pforzheim zum Castell in “Canstat” wie auch im Mittelalter durch die württembergische Haupt-Reichsstraße von Ulm nach Bruchsal große Bedeutung erlangte. 1334 wird in Lagerbüchern des Esslinger Spitals von “wingart (Weingarten) sita uf Bragt” berichtet. Auch wandelt sich ständig die Schreibweise und wir finden 1345 Brak, 1350 Bragt, 1451 uff der Brackt, 1585 uff den lang und kurzen Brägdten bis sich ab 1700 der Anlaut B in ein P verwandelt.

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