Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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26 11.09

Planet Kehrwoche (Folge 2)

Von RaMos
Vermischtes . 00:42 Uhr

Als Dankeschön für die vielen Solidaritätsbekundungen schiebe ich schnell ein weiteres Bild aus der Serie nach.
Frau Müllerbeer (28 Jahre) aus dem Bezirk Südost läßt sich von Hausmeister Kurrrrble (53 Jahre) in die Geheimnisse des gründlichen Putzens einweihen. Dabei geht es offensichtlich nicht immer ganz leise zu.
Wir sehen so ganz nebenbei: auf dem Planeten Kehrwoche gibt es tatsächlich Individuen, die den Umgang mit Schaufel und Besen nicht perfekt beherrschen.

Planet Kehrwoche (Folge 2)

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12 Kommentare zu Planet Kehrwoche (Folge 2)

#1 Kathrin . 26.11.09 . 10:02 Uhr

Kannst du da nicht eine Serie drauß machen? Ich finde das genial! Wo kriegst du die Bilder her?

#2 RaMos . 26.11.09 . 21:31 Uhr

Hi, Kathrin.

Die Bilder krieg ich von mir selber her. Kritzel ich fünf Minuten beim Abendbrot mit Blei oder Kohle; dann später noch zehn, fünfzehn Minuten mit Ölkreide und Buntstift - fertich.
Also, ohne Kohle, äh, Honorar geb ich mir, na klar, nicht so die Mühe ;-)
Und natürlich ist das Original (DIN/A3 oder DIN/A 4) schon viel besser als Scan und brutale Verkleinerung.

Das mit der Serie mach ich gerne. Aber Abwechslung tut halt auch mal gut (siehe ‘Friederike die Große’).

Grüßle
Ralf

#3 Paul-geht-baden . 27.11.09 . 01:16 Uhr

Aber Abwechslung tut halt auch mal gut (siehe ‘Friederike die Große’).

Ja, Mensch, ha, ich kann mich jetzt gar nicht erinnern, dass es hier schon mal so lustig zugegangen ist. Tolle Stimmung, ehrlich. Nur in einem Punkt, lieber Ralf bzw. Ramos, haben Sie aber doch wohl (auf sehr lässige Art, zugegeben) ein wenig geflunkert, oder? Dass Ihre genialen Blätter im Original NOCH besser sind, ach komm, Mann…

#4 RaMos . 28.11.09 . 00:29 Uhr

Danke … ich bin auch immer gerne, wo’s lustig zugeht! Daß ich selber was zur Stimmung beitragen kann, ist mir aber echt neu.

Naja, zugegeben: ich arbeite seit Jahren total isoliert und wie besessen. Habe null Connections; auch so gut wie keine Freunde mehr. Kein Wunder: mit knapp 20 Jahren 60 Prozent meines Gehörs verloren; da war der Traum von der Schauspielerei aussi und vorbeii, und ich habe nur noch gelesen, geschrieben, gegessen und gelaufen. An Schlaf war bei dem Pensum kaum zu denken. Beachtlich, daß ich’s ein Dutzend Jahre ganz ohne Suizidversuch geschafft hab. Erst seit zwei Jahren probiere ich herum. Der holden Weiblichkeit in Verbindung mit dem Internet sei Dank.

Klar, ich tue hier erst mal, was ich kann. Aber am Ende - in ein paar Wochen oder Monaten - verschwinde ich halt wieder im Nichts, weil ich einfach kein Weblogschreiber bin; weil ich mich in dieser Sphäre nie wohlfühlen werde. Sorry -aber das verhaßte Internet ist für mich bloß Mittel zum Zweck. Ich denke: in die Presse schafft es ein Nobody mit Vitamin-B-Mangel nie, nie, nie and nie again. Der einzige Strohhalm ist das Internet. Vielleicht schaut sich ja dort einer die Bilder an und schmunzelt drüber; und noch einer; und noch einer. Und irgendwann flüstert mir das Gefühl die süßen, erlösenden Worte zu: Junge, du hast es geschafft.
Aber das ist eine Illusion. Das bringt doch alles nix, diese Hofferei. Ja, man hofft immer wieder: kommt ‘ne Chance geflogen tralalalalalaaaa. Aber dann kommt doch bloß wieder der schwarze Papagei angeflattert - trulululululuuuu.
Ach, shit.

Ich verdiene mein Brot seit 15 Jahren mit knochenharter Arbeit im Nachtversand für zwei Zeitungsvertriebe - auch sonntags (wenn dies geschrieben ist, muß ich also schon bald wieder auf Schicht); geschlafen wird meistens vormittags ein paar Minuten); die restlichen Stunden des Tages gehen für Schreiben und Zeichnen drauf; am Abend wandert meinTagewerk dann normalerweise in den digitalen oder analogen Papierkorb (bis auf den Romantorso, versteht sich; der wird erst nach Vollendung in zwei, drei Jahren ins Klo gespült). Auch das papierne Original eines Bildes, das ich hier reingestellt habe, ist übrigens schon im Eimer.
Trotzdem kann ich nicht aufhören mit dieser sinnlosen Arbeit. Immerhin bin ich nicht ganz allein: Sisyphus konnte ja auch nicht aufhören; er durfte nicht.

Ja, das war jetzt echt hart; und leider ausnahmsweise bitterer Ernst. Meine Hoffnung ist also quasi klinisch tot; trotzdem danke ich allen, die mich hier so freundlich behandeln und manchmal sogar aufmuntern! Tut doch irgendwie gut.

Nochmals Danke!

RM

#5 Paul-geht-baden . 28.11.09 . 03:41 Uhr

Mein lieber Ramos, es gibt hier im Blog alle möglichen Tonarten des Schreibens, aber so nah wie in Ihrem Kommentar tritt die Wirklichkeit nicht sehr oft an die Leser heran. Als (ungenannter) Adressat habe ich, vermutlich, mehr schlucken müssen als andere, die an unserem Austausch nur als Zaungäste teilnehmen. Wie sollte ich auch nicht betroffen sein von dem, was Sie schreiben? Es gibt deshalb eine Stimme in mir, die sagt: “Lass’ es gut sein.” Man muss nicht noch Recht haben wollen gegenüber jemandem, der so viel weniger Glück gehabt hat im Leben als man selbst. In einer mündlichen Gesprächssituation wäre meine Antwort deshalb beschämtes Schweigen. Hier aber, in der Distanz des schriftlichen Gesprächs, meine ich, muss es die Möglichkeit geben, auch zu sagen, dass die Art von Humor, die Sie in Ihren Beiträgen gezeigt haben, mir nicht liegt und mir auch durch Ihre Lebensumstände nicht näher gebracht wird. Das Bedauern darüber, dass Sie es nicht leichter haben, ist das eine, aber Ihre Zeichnungen und Texte müssen unabhängig davon bestehen. Sie gehen mit dem, was Sie machen, an die Öffentlichkeit, um Aufmunterung und Lob zu erfahren, und weil Sie hoffen, dass sich daraus vielleicht etwas ergibt. Das ist nicht unmöglich. Aber wappnen Sie sich besser auch gegen Gleichgültigkeit, Kritik und Hohn und Spott. Die sind nicht nur nicht unmöglich, sondern ziemlich wahrscheinlich. Es ist deutlich leichter, mit Ablehnung fertig zu werden, wenn die Freude am eigenen Tun Lohn genug für die damit verbundenen Mühen ist (d.h. genug Lohn ist auch die schönste Schaffensfreude nicht; Ablehnung schmeckt immer bitter) und wenn man die Sache nicht mit allzu großen Hoffnungen befrachtet. Wie man das macht, kann ich Ihnen allerdings nicht sagen.

#6 Kathrin . 29.11.09 . 19:13 Uhr

Hey Ramos!
Finde ich super, dass du das mit dem Malen so locker machst. Würde ich auch gern können. Sollte ich jemals nach einem Grafiker suchen, dann denk ich an dich ;-)
Kopf hoch und nicht entmutigen lassen! Vielleicht versuchst du’s ja einfach mal mit einem anderen Job und dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus!
Grüße
Kathrin

#7 Herr Linsinger . 29.11.09 . 21:59 Uhr

…Vielleicht versuchst du’s ja einfach mal mit einem anderen Job…

das ist ja ein hilfreicher Tipp.

Mich hat der Post schon betroffen gemacht, konnte mich aber nicht dazu durchringen was zu schreiben. Was soll man auch sagen, das Leben kann manchmal eben ganz schön beschissen (uups) sein, und grad im Herbst wird das manchen besonders bewusst.
Mir hilft bei sowas oft die Musik:
http://www.youtube.com/watch?v=LiF7...
und natürlich gute Bücher (gerne russische Klassiker oder amerikanische Kurzgeschichten).
Also, nicht unterkriegenlassen, die Sache läuft!
Und sich nicht immer über alles so arg ärgern, was mir als Radfahrer in Stuttgart schon verdammt schwer gemacht wird.
Also, viel Spass mit WIZO
Gruessle vom erfolgreichen Kehrwochen-Master
Linse666

#8 planb- . 30.11.09 . 04:23 Uhr

@ Paul: Manchen gefällts halt und manchen nicht.

Die erste Kehrwochenalienschreckschraube fand ich eher durchschnittlich aber beim “sie hend ned budsd” musste ich lachen.

Also so gesehen, Danke Ramon!

#9 Paul-geht-baden . 30.11.09 . 13:51 Uhr

Plan B. Ja, so ist das, einerseits, mein Prinz der Beliebigkeit. Andererseits - was Ihnen vielleicht nicht bekannt ist (aber man kann ja auch nicht alles wissen) - gibt es auch in ästhetischen Dingen Maßstäbe, die eine Art Urteil zulassen. Nicht, dass sich die - sagen wir: Unterrichteten dann nicht trotzdem streiten oder zu krassen Fehlurteilen kommen, aber glauben Sie mir, mit Ihrer Art von gleichgültiger Großzügigkeit, die alles auf Geschmack reduziert, hat das gar nichts zu tun.

#10 RaMos . 01.12.09 . 23:06 Uhr

Ich glaube, ich muß jetzt mal alle um Entschuldigung bitten für meinen larmoyanten Ich-Aussagen-Scheiß. Ich mußte da einfach Dampf ablassen, wie man so sagt. Aber so beschissen, wie ich es dargestellt habe, ist und war mein Leben - objektiv gesehen - nicht. Dem entspricht - subjektiv -, daß ich mich bis vor zwei Jahren oft für einen der glücklichsten Menschen auf der Erde hielt. Bis vor zwei Jahren!
Seitdem aber war ich des öfteren echt tieftraurig und stand zwei, drei Mal kritisch nahe am Suizid. Da ist es kein Wunder, wenn einem gleich das ganze Leben mißraten vorkommt - zu Unrecht, wie gesagt.
Zur Zeit bin ich grade dabei, meine alte Frische, Frechheit, Fröhlichkeit und Freiheit wiederzuerlangen. Aber es gibt halt immer mal Rückfälle, Traueranfälle - so wie eben hier. Das war nicht cool runtergeheuchelt. Mir ging es wirklich beschissen; nur hätte ich dieses beschissene Gefühl nicht so transkribieren dürfen, daß der Eindruck entsteht, mein Leben sei seit 15 Jahren ein einziges Jammertal.
So! Ich hab gebeichtet, und Ihr dürft mich jetzt steinigen oder kreuzigen oder ins Klo spülen - was Euch am ehesten liegt. Vorher laßt mich aber noch ein paar Dankesworte loswerden.

Herzlich danke, Paul, für die vielen ehrlichen Zeilen. Ich kann dazu nur Schiller falsch zitieren: “I kaoh net fiar älle Leit g’falle mit moiner Kunscht.” Keine Sorge - mit ästhetischen Maßstäben werde ich selber auch noch kommen. Die kann ich dann ja gleich an meinen Bildern anlegen. Von diesen habe ich hier bis jetzt übrigens nur drei oder vier(?) von drei- oder viertausend gezeigt, noch dazu alle in meinem ‘Dirty Old Style’. Wenn Ihr mich nicht rausschmeißt, kann es hier aber womöglich noch ein bißchen schön und lustig und schön lustig werden. Vielleicht findet dann die eine oder andere gemalte Leiste Gnade vor des Schusters Augen. Ach was - ich fände es todlangweilig auf der Welt, wenn es keine strengen Kritiker gäbe. Urteilen Sie also frisch, fromm, fröhlich, frei und streng drauflos, lieber Paul. Ich werde mir schon adäquate Rechtfertigungen ausdenken. Dann läuft der Laden erst so richtig rund!
:-D
Kathrin, danke für den Tip mit dem Job. Ich habe mich daraufhin gestern als Bananenverkäufer in Costa Rica beworben, mußte aber feststellen, daß mein warenkundliches Wissen über Bananen für den Job noch nicht hinreicht. Morgen besorg ich mir ein einschlägiges Lehrbuch (19,99 Euro) und einen Satz Bananen zum Üben. Weil Du die Erste warst, die sich positiv zu einem meiner Bilder geäußert hast, widme ich Dir das fies-fröhliche Weihnachtsmarkt-Bild (1. Dezember 2009).

Linse666, dankeschön für den Musiktip; werd ich mir merken. Die Sindelfinger hör ich bis jetzt nur selten; finde ich aber politisch durchaus in Ordnung. Der rote Stern im Glühmarkt-Bild ist ein diskreter Hinweis darauf. Für diesmal hat mich kein Musik-Video, sondern zwei Folgen vom Monty-Python-Vorläufer ‘Don’t Adjust Your Set’ ins Land des Lächelns zurückgebracht. Lachen geht momentan nicht, weil ich es bis auf weiteres vermietet habe.
Ich könnte nun alle Leute hier um Entschuldigung bitten, mein Geschreibsel löschen - und Schwamm drüber. Aber ich lösche es nicht, sondern stehe zu meinem Menschsein und somit Schwachsein. Außerdem finde ich es sehr bemerkenswert, daß mich bis jetzt niemand einen Mitleidsheischer oder einfach nur eine Heulsuse geschimpft hat, sondern alle meine menschliche Schwäche - zumindest implizit - als solche genommen haben. Sorry, aber indem Ihr das tut, liebe Leute, verpflichtet Ihr mich nicht nur zum Dank, sondern lauft auch Gefahr, daß ich Euch noch ein paar Tage hier erhalten bleibe. Vielleicht stelle ich sogar irgendwann mal einen halbwegs guten Beitrag rein.

Eins verspreche ich Euch aber schon heute: ab jetzt ist Schluß mit Jammern. Linse666 hat das Stichwort gegeben: die Sache läuft! Wir schalten einen Gang hoch.

#11 planb- . 03.12.09 . 01:23 Uhr

Ach Paulchen als wenn Ihre langatmigen Traktate je wirklich Qualität gezeigt hätten (rolleyes…).

#12 RaMos . 04.12.09 . 21:26 Uhr

Pauls Texte will ich hier nicht beurteilen. Und was er für ein Mensch ist, kann ich nicht beurteilen (Autor ist halt grundsätzlich was anderes als Text, auch wenn es durchaus authentische persönliche Äußerungen gibt, wie z.B. im Kommentar Nummer 4 hier).
Aber ich finde, er ist echt unvorsichtig, wenn er das Wort ‘Idiot’ einfach so hinschmeißt (noch dazu an die falsche Stelle!!); einfach so, ohne Hinweis darauf, ob er jetzt Parzival, Fürst Myschkin oder einfach nur ein anonymes Lieschen Liestnich oder irgendeinen Gunther Gaga meint (das Attribut ‘komplett’ könnte allerdings ein Hinweis auf einen der beiden prominenten Ignoranten sein - schmeichel, schmeichel).

Ein anderer würde ihn für den ‘Idioten’ jedenfalls so richtig durchficken - oh, oh! Aber ich lächle nur milde darüber und schreibe ihm, da er mich nun schon mal für einen Vollidioten hält, ein paar lustige, ‘idiotische’ Zeilen (siehe unter meinem Beitrag “Stuttgart glüht” vom 1. Dezember).
LEUTE - ist doch alles nur ein Riesenspaaahaaaaaß! Friede, Freude, Eierspätzle. Brot für die Welt und Bier für Deutschland!

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Noch was: wenn einer hier argwöhnt, ich wolle das Forum mit Millionen von strunzdämlichen Beiträgen zuscheißen, dann kann ich ihn beruhigen.
Ich bin ein Gast und werd’ gehaßt - und bin bald wieder weg.
Jetzt seid Ihr erst mal wieder an der Reihe. Verurteilt mich nicht dafür, daß ich die Welt und unser olles Schtetl so sehe, wie ich sie halt sehe - - zeigt vielmehr EURE Sicht der Dinge!!

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Sooooooooodele - und jetzt ist, glaub ich, langsam echt Zeit für Freibier für alle vier hier (oder fünf, oder sechs oder sieben …?).
Zum Nachtisch dann ‘nen kleinen Joint, damit heut noch die Sonne schoint!

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