Von bibo
Stuttgart 21 . 10:00 Uhr
Na endlich! S21 wird nochmal unabhängig überprüft und verbessert falls nötig. Damit kann man doch zufrieden sein.
Aber natürlich bleibt alles beim Alten auf der politischen Front. Weiterhin Volksentscheid mit den Grünen nach der Wahl. Nur wer soll den möglichen Abbruch bezahlen? Oder wer will das bezahlen? Ich hätte gerne etwas mehr Realismus in der politischen Klasse. Die unabhängigen Gutachter, die von Geißler selbst beauftragt wurden, sprachen von mindestens einer Milliarde Euro. Und dabei bliebe es nur, falls die Bahn auf Einnahmeausfälle verzichten würde, bis K21 kommt, was wohl mindestens 10Jahre länger dauert. Bei wasserdichten Verträgen kommt da vor Gericht wohl nochmal das Gleiche obendrauf.
Und wofür das Alles? Aus meiner Sicht für nichts. Man bekommt ja erstmal auch nichts. Aus Sicht dessen der am Ende alles bezahlt, also die Bürger muss man einfach alle Kosten zusammenrechnen und da kommt bei K21 einfach der Abbruch von S21 dazu. Und wie soll das dann noch billiger sein als S21+ und vor allem auch noch besser, wenns geht.
Von irrlicht
Leben . 23:45 Uhr
… ist nicht immer schlecht.
Gegen AIDS aber für Solidarität…
Morgen um 18 Uhr Solidaritätsschleife der AidsHilfe Stuttgart an der Treppe vom Kunstmuseum am Schlossplatz…
CU there ?
Ist die Zeit reif für direkte Demokratie? Am Beispiel S21 hätte ich diese Frage bisher mit einem klaren JA beantwortet. Aber was sich heute in der Schweiz ereignet, bringt mich in große Zweifel.
Offenbar hat man es dort geschafft, mit extrem dummer Werbung die primitiven Urinstinkte und Überfremdungsängste der Schweizer Mehrheit zu mobilisieren. Eine Entscheidung aus dem Affekt, jenseits einer Abwägung von Fakten, Tatsachen und Verhältnismäßigkeit. Herzlichen Glückwunsch. Ich wette: Hätte diese Mehrheit die Schweizer Staatsbürgerschaft nicht, wäre sie nach dem neuen Gesetz schon längst selbst abgeschoben worden. Vielleicht kann man dafür ja eine eigene Befragung starten.
Von von unten
Leben . 22:45 Uhr
Irgendwann kauf ich mir ein Haus in irgendeiner Stuttgarter Str. 21 irgendwo in Stuttgart oder Umgebung und reiße es ab. Einfach so.
Und wenn ich keinen Bock mehr habe auf meinen Mitbewohner, dann werfe ich einfach seine Möbel raus und verlege sein Zimmer um 90 Grad gedreht ein Stockwerk tiefer. Den großen Flur kann ich dann endlich zusätzlich vermieten.
Und dann bahne ich mir mit dem Hochdruckreiniger meinen Weg bis zu Heribert Rechs Haus - und pflanze ihm 25 bis zu 200 Jahre alte Bäume in den Vorgarten.
Von Frau Doktor
Kultur, Leben, Stuttgart 21 . 16:47 Uhr
Zur Amtszeit vHs als Direktor der Staatsgalerie herrschten strenge Bestimmungen, wen sein Vorzimmer vorlassen durfte. So wunderte sich vH sehr, als eine einfache, mit einem preiswerten Strickpullover gekleidete ältere Frau, dessen Schnitt und Dessin provinziellen Geschmack anzeigte, vor seinem Schreibtisch erschien. Auf seine Frage, was sie denn hier wolle, antwortete sie, dass sie gedenke, rund 100.000 DM dem Museum zu spenden, das ihrer Familie und ihr seit Jahren so viel bedeute. Daraufhin sah er, vH, sich genötigt, der Person einen Stuhl anzubieten.
Diese, seine Volksnähe anzeigende Anekdote war einer der Höhepunkte einer Veranstaltung, bei der vH aus seinem Wirken als einer der bedeutendsten Museumsdirektoren des Landes einem Saal voller junger und jüngerer Menschen leutselig berichtete. Das dankbare Publikum hatte sich zu einer geselligen, regelmäßig stattfindenden Soiree versammelt, mit der die von vH geführte Institution versuchen wollte, den Schwund an jungen und jüngeren Besuchern und Unterstützern in sein Gegenteil zu verkehren. Die Veranstaltungsreihe erfreut sich heute einiger Beliebtheit in den Kreisen kunstinteressierter und gebildeter jüngerer bürgerlicher Kreise. Viele Besucher erinnern sich noch gerne an die Szenen rührender Anteilnahme, die vH entgegenschlug, — nach mehrmaliger Durchsage in den Ausstellungsräumen — , als er sich bereitfand, Kataloge der Monet-Ausstellung mit seinem Autogramm zu zieren. Das Vorwort des Katalogs, verfasst vom Kurator der Ausstellung, die allenthalben auf großes fachliches Lob gestoßen war und mit erfreulichen Besucherzahlen glänzen konnte, hatte vH schon mit seiner Co-Unterschrift geehrt. Über die Verwendung oder den Verbleib der genannten 100.000 DM der Dame, bei deren Behandlung sich vH ganz als Herr alter Schule gezeigt hatte, hat der große Museumsmann übrigens — sicherlich aus Gründen der Diskretion —nichts weiter verlautbart.
Seit wenigen Jahren genießt vH nun seinen wohlverdienten Ruhestand. Während seiner Amtszeit als einer der bedeutendsten Museumsdirektoren des Landes hatte er kaum Zugang zur kunstwissenschaflichen und kunsthistorischen Forschung gefunden. Deswegen ist es als großer Gewinn für das Kunst- und Geistesleben der Landeshauptstadt anzusehen, dass der verdiente Kunstfreund nun — wie so viele Stuttgarter — die Geschichte der Stadt- und Verkehrsplanung unserer schönen, oft verkannten Stadt für sich entdeckt hat. Seine für ihn neuen Erkenntnisse, die bis ins Detail denen entsprechen, die sich aus der Lektüre der in der Stadtbibliothek als auch in der Landesbibliothek reichlich vorhandenen Forschungsliteratur zur Geschichte der Landeshauptstadt gewinnen lassen, trägt vH nun mit großem Engagement und Fleiß in Veranstaltungen vor, deren Besuchern, die sich aus den Vertretern der bildungsfernen, aber leistungstragenden Schichten der Stuttgarter Bevölkerung rekrutieren, er damit ein seltenes Bildungserlebnis ermöglicht. Es ist einem der führenden Intelligenzblätter der Stadt deswegen nicht hoch genug anzurechnen, dass sie vHs wissenschaftlichen Anfänge auch einem breiteren Publikum zugänglich macht. Das bisher gezeigte Niveau weckt schönste Hoffnungen auf eine deutliche Steigerung.