Von Josh von Staudach
Stuttgart 21 . 01:11 Uhr
Eine sehr gute Nachricht zum Wochenstart gefällig? Gemeldet vom dradio.de Sonntag Nacht 22 Uhr, wörtlich:
Bahnchef Grube rechnet frühestens 2013 mit Börsengang — Rückzug vom Großprojekt Stuttgart 21 nicht ausgeschlossen: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Grube, rechnet wegen der Finanzkrise nicht mehr mit einem raschen Börsengang. Vor 2013 oder 2014 werde dies wohl nicht geschehen. Das gebe der Kapitalmarkt nicht her, sagte Grube dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”. Der Bahnchef schließt nicht aus, dass sich das Unternehmen vom Bau des Bahnhofs-Großprojekts Stuttgart 21 zurückzieht. Die Verträge könnten bis Ende des Jahres gekündigt werden und würden deshalb bis November noch einmal geprüft. Das Projekt wäre nicht darstellbar, wenn dafür mehr als 4,5 Milliarden Euro anfallen würden, erklärte Grube.
Von Donna Lüttchen
Befindlichkeiten . 00:07 Uhr
Manche Dinge im Leben nimmt man als gegeben. Weder erscheinen sie einem lästig, noch bricht man darüber in Jubel aus. Die neuen Nachbarn mit dem dicken Kater Herbert. Das Wetter, wenn man ohnehin zur Arbeit muss. Dass die Müllabfuhr donnerstags herbeirumpelt. Eclairs beim Trölsch nur Dienstag und Donnerstag- nee, das stimmt nicht; das belastet mich an manchem Mittwoch doch sehr. Einerlei. Sonntage sind für mich bestimmt durch zwei feste Größen, die ich über die Maßen schätze, obwohl ich sie eben auch als gegeben betrachte: den Tatort im Ersten, mit vorangehender Völl-, und Plauderei mit Freundin(nen) und der schnuffigen Sonntag aktuell. Nun ist es schwer genug zu verdauen, dass sommers nur Wiederholungen der Krimireihe laufen.Das Ende der Sonntag aktuell aber spottet wirklich jeder Beschreibung! Die Art und Weise, wie mit den Redakteuren umgesprungen wird ist einfach ein Skandal! Nicht mehr dem Zahn der Zeit entsprechend sei das Blättchen. Ich bitte Sie, sind Liebesknochen etwa unserer figur- und gesundheitsstrotzenden Zeit angemessen? Na bitte! Ich will sie trotzdem so oft es der Trölsch erlaubt in mich hineinstopfen. Und ich will meine Sonntag aktuell!!!
Aber auf mich hört ja keiner.
Den Redakteuren, den gebeutelten, an dieser Stelle schönen Dank für allsonntaglich angenehm unaufdringliche Lektüre. Ich vermisse Sie jetzt schon.
Von qx
Kultur, Leben, Befindlichkeiten . 16:22 Uhr

Seit vier Wochen gibt es in Stuttgart ein regelmässiges Fixie-Treffen. Seit drei Wochen überlege ich mir darüber zu bloggen.
Gleichzeitig ist mir klar, dass, wie auch immer ich den Beitrag schreiben würde, es wäre Werbung. Auf der anderen Seite wäre es für die Stuttgarter Fixed Gear Fahrer eventuell eine Chance, von dem Treffen zu erfahren. “Wolltest du das nicht bloggen?” steht auf dem Post-it Block. Eigentlich also eher ein Blog-it-Block. Ich glaube ich will das nicht bloggen. Ich stemple lieber Ort und Uhrzeit drauf und klebe die Post-its an Wegesrandfixies. Damit erreiche ich die Zielgruppe und ärgere sonst niemanden.
Post-it or Blog-it?
@HerrAusgeber: Wenn Werbung, dann einfach löschen…
Von Westbalkon
Leben . 14:13 Uhr
Irgendwie ist diese Hitze ja anstrengend. Alles drängelt an der Getränketheke. Beim Waranga gefährden Scherben meine Flipflopfüße. Alles klebt. Schaulaufen in knapper Sommermode, die jungen Leute wollen das so.
Zwischendrin eine Oase.
Zwei Straßenmusikerinnen, aus Australien und von sonstwo, eine mit finnischen Wurzeln, legen Sommerzauberklang über die Nacht. Und noch etwas: Decken aufs Pflaster. Die Menschen bleiben Stehen. Ein Zugekiffter tanzt. Heute Abend sind sie nochmal da. Königstraße, oberes Drittel.
So schön kann Sommer sein.
Von chrib
Befindlichkeiten . 14:16 Uhr
Die Band Linkin Park unternahm vergangene Woche den Versuch, Fotojournalisten per Knebelvertrag zu gängeln, woraufhin die großen Agenturen dem Konzert auf dem Cannstatter Wasen fernblieben. Das war gut so. Die Stuttgarter Zeitung erklärte sich zwar solidarisch mit den Agenturen, veröffentlichte dennoch ein Foto, auf dem einige Fans der Band zu sehen sind, sowie eine ausführliche Konzertkritik. Das war schlecht so. Eine Band, die die Pressefreiheit erheblich beschränkt und damit an einer Säule der Demokratie sägt, gehört ignoriert. Auch das ist journalistische Sorgfaltspflicht.
Die STZ hatte mehrere Optionen: Sie hätte diesen Vorgang zum Anlass nehmen können, derartige Machenschaften mancher Künstler zum Thema zu machen. Oder sie hätte sich für ein anderes Konzert entscheiden können. Selbst mit einem geschwärzten Kasten und einer kurzen Erklärung dazu hätte die STZ, zumindest bei mir, Punkte gesammelt. Über das Konzert von Linkin Park zu berichten, war die schlechteste Option. Die Redaktion hat sich dennoch dafür entschieden. Schade!