Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
25 12.10

Kinder, Matsch, Bogen und Politik

Von von unten
Leben . 12:57 Uhr

Schneekinder
Eine Gruppe Kindergartenkinder fährt im 9-Sitzer-Großraumkinderwagen durch die Arnulf-Klett-Passage. Sie sind von ihren Mammis so dick in Winterjacken, Wollschals, Handschuhen und Mützen eingepackt, dass sie gar nicht umfallen können, höchstens wegrollen. Aber deswegen müssen sie sich auch zu zweit festhalten - damit sie nicht wegrollen, wenn sie ausrutschen. Ihre Bäckchen leuchten rot und fröhlich schauen sie aus dem, was Schal, Mütze und Jacke von ihrem Gesicht übrig gelassen haben. Gleich gehen sie in den Park. Sie freuen sich darüber wie die Schneekönige.

Schneematsch
An einer Lichtsignalanlage drängen sich die Menschen nah an die Hauswand, was sich von selbst erklärt, als ein Auto im Vorbeifahren den Schneematsch auf die Hosenbeine spritzt.

Schneebogen
Letzte Woche war in Tübingen ein kristallklarer Schneebogen zu sehen, als die Sonne schien und es anfing zu schneien.

Schneepolitik
Wenn der Schnee der DDR-Sozialismus ist, weil er alles leise und gleich macht; wenn das Gewitter die Diktatur ist, weil sie Angst verbreitet; wenn der Kapitalismus der Regenguss ist, weil er alles überschwemmt und trotzdem Menschen ertrinken lässt; was ist dann der Sonnenschein?

www.vonunten.org

Kommentieren . Kommentare (1)

23 12.10

Stoppt ihn endlich!

Von Nordrandbewohner
Kultur, Leben . 18:00 Uhr

Es wurde immer notwendiger, dass endlich etwas getan wird. Generationen von Kindern haben gelitten und unzählige Rentiere wurden malträtiert. Endlich ist die Bewegung, die ihn aufhalten wird, auch in Stuttgart angekommen.

Stop Santa Claus

Seine scheinbares Nettsein soll nur darüber hinwegtäuschen, dass er in Wahrheit ein Teil des Unterdrückungs-Apparates ist.

Steht auf!

Wehrt euch!

Stoppt Santa Claus!

Kommentieren . Kommentare (2)

23 12.10

Zwei Spitzel eingeschleust, einer aufgeflogen

Von Rote Socke
Vermischtes . 16:54 Uhr

In den letzten Tagen wurde ja bekannt dass Polizeispitzel in die AntiS21-Bewegung eingeschleust wurden. Ehemalige Mitglieder der spätestens seit dem blutigen Donnerstag auch in Stuttgart berühmt berüchtigten BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit).

Vor wenigen Tagen ist ein Polizeispitzel (auch BFEler), der sich seit neun Monaten in der linken Szene in Heidelberg (vorallem in einer linken Hochschulgruppe) bewegte und sich dazu auch offenbar mit einem falschen Ausweis an der Uni einschrieb, zufällig durch eine Urlaubsbekanntschaft aufgeflogen. Hier eine Zusammenstellung von Artikeln der letzten Tage zu beiden Fällen:

Zu den stuttgarter Maulwürfen:
StZ: Obmann spricht von Polizeispitzeln
BLÖD: Amtlich! Spitzel der Polizei in S21-Demos
Stuttgart 21 aktuell: Mehrere Polizei-Spitzel in die Widerstandsbewegung gegen Stuttgart 21 eingeschleust

Zum heidelberger Spitzel:
junge welt: LKA-Spitzel in Heidelberg enttarnt
Frankfurter Rundschau: Verdeckte Ermittlungen: Bespitzelte Polizei Studenten?
junge welt: Als Spitzel enttarnt
spiegel online: Spitzelverdacht an der Uni Heidelberg - Vorsicht, Simon hört mit
Frankfurter Rundschau: V-Mann des LKA: Der Simon von der Polizei
Indymedia Linksunten: “Spätzle-Stasi 2.0 – Neues vom V-Mann in Heidelberg”

Dass die Polizei auch gerne Stasi-Methoden anwendet ist ja nichts Neues, aber nochmal Anlass um auf das
Trennungsgebot
hinzuweisen. Und es zeigt nochmal deutlich dass eben nicht nur ganz pöse Revolutionäre die wild mit Mollies um sich werfen bespitzelt werden, sondern alle die sich gegen die herrschende Politik engagieren damit rechnen müssen ins Visier der Repressionsorgane zu geraten.

Update:
Die wahre Identität des Simon Brenner ist enttarnt. Hier ein Artikel dazu. (Habs mal extra nur verlinkt um nicht wieder die Admins zu beschäftigen…)

Kommentieren . Kommentare (7)

17 12.10

Wiederholt vorgebrachte unbewiesene Behauptungen sind Lügen

Von Dr.D.
Politik, Stuttgart 21 . 11:21 Uhr

“Laut Polizei flogen am 30. September aber auch Gasflaschen und pyrotechnische Gegenstände, die eine Hitze von bis zu 1200 Grad Celsius entwickeln”, schreibt heute die Stuttgarter Zeitung aus dem Untersuchungsausschuss. Am 30. September selbst hat der Landesinnenminister den Demonstranten gewalttätige Ausschreitungen unterstellt, musste diese Behauptung aber sofort wieder zurücknehmen. Es gab mehrere weitere Versuche, den Protestierenden Gewalt nachzuweisen: entweder entpuppten sie sich als unbewiesene und unbeweisbare Behauptungen oder aber bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass der “Demonstrant”, der Pfefferspray auf die Polizei sprühte, in Wirklichkeit selbst ein Polizist war. Wundert einen das? Hätten Polizei und Demonstranten nach einem Dreivierteljahr friedlicher Proteste rein zufällig am selben Tag beide gleichzeitig Pfefferspray eingesteckt?

Nein, jeder, der denken kann, muss erkennen, es war eine gezielte Provokation zu Gewalttaten beabsichtigt, die Rechnung ging aber nicht auf, weil die Demonstranten friedlich blieben. Jede anders lautende Behauptung kann, so lange sie unbewiesen bleibt, nur als infame Lüge aufgefasst werden: als Ablenkungsmanöver. Jeder, der im Schlossgarten war, weiß genau, von wem die Gewalteskalation ausging, zumindest vor Ort: nämlich der Polizei. Fernsehzuschauer und Zeitungsleser konnten sich davon ja auch bundesweit leicht selbst ein Bild machen. Der Untersuchungsausschuss sollte aufklären, wer hinter den Kulissen für diese Gewalteskalation verantwortlich war. Stattdessen fragt er vor allem die Täter und akzeptiert nur deren “Beweise”.

Gibt es noch ein Recht in unserem Land?

Kommentieren . Kommentare (13)

14 12.10

lachen, dass ihre Panzerung wackelt

Von von unten
Leben . 22:30 Uhr

Zwei blaue schwerbewaffnete Polizisten unterhalten sich und lachen, so dass ihre Panzerung wackelt. Erst jetzt sieht jeder wie absurd es ist mit Maschinenpistolen am Bahnhof zu stehen.
An der Mahnwache frieren die Füße der Leute nicht mehr, wenn sie durch heftiges Stampfen die Ratten neben dem Zelt vertreiben müssen.
Der Junge steht traurig und blass mit Blut unterlaufenen Augen in der U-Bahn. Die Schlägerei vom Wochenende geht ihm nicht aus dem Kopf. Der Cut unter dem rechten Auge sieht schmerzhaft aus und die Picaldi-Jacke wärmt auch nicht richtig.
Über alles fällt lautlos der Schnee und die Menschen gehen über rot. Wer an einer Straßenlaterne vorbeiläuft wird von seinem Schatten überholt.
Neulich beim Hochwasser sah der Überlauf an der Staustufe in Cannstatt aus wie eine latte macchiato. Aber zur Zeit sehen Neckar und Rems nachts irgendwie ölig aus.

Kommentieren . Kommentare (9)

Made by 6B