Von Henning
Kultur, Leben, Freizeit, Politik . 16:17 Uhr
Von: Grüne Jugend Stuttgart, Julis Stuttgart, Jusos Stuttgart
Betr.: OBW9, Ihre Antwort vom 01.09.2005
Stuttgart, den 28.11.2005
Sehr geehrter Herr Schuster,
vielen Dank für Ihr Antwortschreiben vom 01.09.2005. Leider hat uns die Antwort nicht zufriedengestellt, so dass wir erneut nachhaken.
In unserem ersten Brief haben wir auf eines Ihrer Wahlversprechen verwiesen, worauf Sie leider mit keinem Wort eingegangen sind. Zitat: “Kindern und Jugendlichen soll weiterhin ein vielfältiges altersspezifisch differenziertes Angebot an Betreungs- und Freizeitmöglichkeiten angeboten werden, das den jeweiligen Interessen, Begabungen und Bedürfnissen gerecht wird.”
Sie verweisen darauf, dass die Jugendlichen die Angebote des neuen, städtischen Jugendhauses wahrnehmen können, da sich auch ein “Großteil” der bisherigen Angebote dort wiederfindet. Dies verkennt leider völlig die Realität. Abgesehen von den konkreten Angeboten unterscheiden sich selbstverwaltete und städtische geführte Jugendhäuser schon im Grundsatz. In einem selbstverwalteten Jugendhaus lernen die Jugendlichen sehr früh selbst Verantwortung zu übernehmen. Sie werden nicht im klassischen Sinne betreut, sondern bekommen eher Hilfe zur Selbsthilfe und lernen dabei eine ganze Menge.
Ihrem Schreiben nach zu urteilen, sehen Sie auch die Notwendigkeit eines Ersatzstandortes. Doch kann man das leider nicht an Taten ablesen und die sind letztlich entscheidend. Als Oberbürgermeister sollten Sie für alle Bürgerinnen und Bürger da sein.
Wenn man ernsthaft will, findet man in Stuttgart auch einen Ersatzstandort für das OBW9. Dieser kann jedoch nicht in einer simplen Wiese bestehen auf die die Jugendlichen dann selbst ein Haus bauen sollen. Es ist offensichtlich, dass dies keine ernsthafte Alternative darstellt.
Die Frage ist nicht, ob sich die Jugendlichen ungeschickt verhalten haben bzw. ob sie selbst schuld an dieser Situation sind. Es geht darum, einen Freiraum für Jugendliche zu schaffen bzw. zu erhalten. Dies muss das ernsthafte Ziel aller Beteiligten sein. Es liegt nicht nur im Interesse der Jugendlichen, schnell eine tragbare Lösung zu finden. Mangels geeigneter Räumlichkeiten treffen sich die Jugendlichen vermehrt auf der Straße. Das kann nicht in Ihrem Sinne sein, ist jedoch eine logische Konsequenz aus der Räumung.
Wir bitten Sie, zusammen mit uns und mit den Jugendlichen vom OBW9 ernsthaft nach einer geeigneten Lösung zu suchen. Dies wäre auch im Sinne Stuttgarts, denn es wäre peinlich, wenn eine Großstadt es nicht schafft, ein selbstverwaltetes Jugendhaus zu erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Igor Gilitschenski (Jusos), Michael Klann (Julis), Henning Schürig (Grüne Jugend )
#1 Herr S . 07.12.05 . 16:33 Uhr
Liest der OB hier mit? Dann werde ich mich jetzt mal kämmen und eine Krawatte umbinden.
#2 trueten.de - Willkommen in unserem Blog! . 31.03.08 . 20:48 Uhr
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