Von baumeister
Kultur, Leben, Politik, Stuttgart 21 . 19:28 Uhr
Auf folgender Webseite www.0711-urban.de
findet man eine Umfrage ueber Stuttgarter Bauprojekte:
1.) Untertunnelung Cityring
2.) Stuttgart 21
3.) B 10 Tunnel - Rosensteintunnel
Innerhalb der Umfrage habe ich die beiden Projekte “Untertunnelung Cityring” mit dem Baugiganten “Stuttgart 21″ verglichen. Natuerlich unterscheiden sich beide wesentlich in Baukosten und Größe.
Betrachtet man beide Projekte aus einem Kosten-Gewinn -Verhältnis, von dem Standpunkt eines Stadtbewohners, ist die Untertunnelung des Cityrings im Bereich Hauptstätterstrasse für mich lukrativer, da kostenguenstiger und staedtebaulicher fuer die Zunkunft eindeutig wertvoller. Dabei wird durch einen kleinen Eingriff eine große Wirkung erreicht, indem die Innenstadt neu aufgewertet wird.
Bei dem Giganten “Stuttgart 21″ wird durch ein großen Eingriff fast nichts bewirkt. Dabei stelle ich fest, dass für ein Zeitgewinn von
wenigen Minuten (Zug rein-Zug raus) Milliarden von Steuergeldern aufgewendet werden müssen. Dabei wird über einen Zeitraum von 20 Jahren Feinstaub freigesetzt, der das Leben in einem jetzt schon gering durchlüfteten Kessel beeinträchtigt, nicht zu schweigen von Beeinträchtigungen an unserem reichen Mineralwasservorkommen. Für mich ist “Stuttgart 21″ ein
merkantiles Projekt, welches von bestimmten Größen in der Politik dazu missbraucht wird, sich einen Namen zu machen.
Häufig sind es die kleineren Projekte, die eine Stadt aufwerten, siehe z.B. die Freiburger Innenstadt und deren oberirdisches Kanalsystem. Wasser in jeglicher Form tut einer Stadt gut. Ob es kleine Eingriffe wie in Freiburg sind oder größere, man stelle sich Stuttgart gar an einem See vor es sind nachhaltige Projekte, die das Leben in einer Stadt langfristig verbessern. Entscheidend sind innerstädtische Projekte, von denen alle Bürger der Stadt Nutzen tragen.
Die Untertunnelung des Cityrings zwischen Wilhelmsplatz und Österreichischer Platz gleicht somit einem Quantensprung im Städtebau. Zusammen mit dem Gerberviertel würden beide Stadtteile aufgewertet. Der Wilhelmaplatz könnte sich zu ein “Eingangsportal” entwickeln, ähnlich wie der Marienplatz. Auf der heutigen Hauptstätterstrasse lassen sich kulturell interessante Einrichtungen nieder, verbunden mit attraktivem Gewerbe. In den oberen Etagen kann man sich hingegen moderne Stadtwohnungen vorstellen. Das “Wohnen in der Stadt” würde wieder attraktiver, was Stuttgart sehr wohl gut tun würde.
Soll Suttgart aufgewertet werden, muss der “Betonwall” Hauptstätterstrasse fallen. Seine lähmende Wirkung auf den Stadtbewohner, ist meiner Meinung nach “Stuttgarts Leiden Nr.1.”
Weitere Informationen unter
www.0711-urban.de
#1 Alex . 18.10.07 . 20:37 Uhr
Dazu hab ich zufällig gestern hier und hier zwei Texte gelesen, die mir ganz gut gefallen haben.
#2 MCBuhl . 18.10.07 . 22:27 Uhr
Das wird nix: zu simpel, zu einfach.
#3 Mythen in Tüten . 19.10.07 . 13:39 Uhr
Stuttgart 21 kostet ca. 4.000.000.000 EURO.
Das sind auf jeden Stuttgarter Einwohner umgerechnet ca. 6.700,- EURO. Geht man davon aus, dass der Bahnhof auch noch in 75 Jahren steht, entspricht das einem Betrag von 90,- EURO pro Jahr, also gerade mal 7,45 EURO im Monat.
Wenn jeder der 220.000 Fahrgäste täglich was für 1 Euro am Bahnhof verzehrt oder kauft und darauf 19% Mehrwertsteuer entfallen, dann sind das 41.800,- EURO Steuereinnahmen pro Tag.
Bringt im Jahr 15.257.000 EURO Steuern.
Und in 75 Jahren: 1.144.275.000,- EURO.
Da sowohl die Zahl der Fahrgäste, als auch die Steuer in den kommenden Jahren steigen werden, wird sich die Investition alleine über den Verkauf von Bratwurst, Kaffee und Zeitungen…. im Laufe der Zeit locker finanzieren. ;-))
Es besteht also kein Grund zur Panik.
#4 David . 19.10.07 . 15:29 Uhr
@Mythen in Tüten
Es wäre mir äußerst rech, wenn sich Stuttgart21 dann eventuell schon im Vorfeld über Bratwurst und Kaffee finanzieren könnte. Bei einer Ausgabe von oben genanntem Betrag belaufen sich nämlich bereits Kreditzinsen von 1% in 75 Jahren auf ca. 3 Milliarden Euro. Ebenfalls vergessen wird, daß ja bereits heute zahlreiche Fahrgäste am Bahnhof einkaufen. Das Geld ist demnach bereits verplant.
Abgesehen davon:
In 75 Jahren kann viel passieren. Eventuell möchte einer der Nachfolger Oettingers sich selbst ein Denkmal setzen, indem er den kompletten Bahnhof wieder an die Oberfläche verlagert.
#5 Mythen in Tüten . 22.10.07 . 14:51 Uhr
@ David
Ein ;-)) bedeutet: Nimm’s nicht so ernst, oder wie wir Hesse sache: Spessi gemacht.
#6 Starcraft 2 . 25.10.07 . 15:45 Uhr
ich denke auch das wird nix
#7 fritz . 14.11.07 . 14:45 Uhr
Eben wurden im Rathaus 67.000 Unterschriften abgegeben! Vielen Dank an alle, die sich beteiligt haben!
#8 MCBuhl . 17.11.07 . 10:39 Uhr
Und das, obwohl unser OB doch diesen tollen Brief an die Stuttgarter geschrieben hat. Das Stimmvieh hat diesmal nicht auf die Polemik reagiert - sondern auf die Argumente. Das läßt hoffen.
#9 Lomovogt . 08.01.08 . 10:52 Uhr
Einen sicher interessanten Vortrag zum Bonatz-Bahnhof (”Vom Wahrzeichen zum Abrisskandidaten”)gibt es übrigens am 17.01.2008, 19:00 am Institut für Kunstgeschichte der Uni Stuttgart. (Veranstaltungsflyer-PDF hier)