Von liamara
Vermischtes, Befindlichkeiten . 12:14 Uhr
Ich habe nach intensiven Studien der Gewohnheiten der Müllabfuhr gelernt, dass Altpapier, welches (ordentlich!) neben die Tonne gestellt wird, nicht mitgenommen wird. Altpapier, das jedoch noch in die Tonne gestopft wird, bis sie nicht mehr zugeht, das wird mitgenommen. Man müsste nun noch erforschen, ob es tatsächlich einen Unterschied macht, ob der Deckel noch halbwegs auf dem Altpapier liegt, oder ob sie es auch dann nicht mehr mitnehmen würden, wenn die Tonne vollgestopft ist und der Deckel hinten rüber fällt?
Ja, das sind so Dinge, die die Welt bewegen. Sie bewegen mich so sehr, dass ich gestern der Abfallwirtschaft Stuttgart eine Nachricht über das Kontaktformular auf der Webseite der Stadt Stuttgart geschickt habe. Ich wollte wissen, ob ich Altpapier, das nicht mehr in die Tonne passt, auch beim Wertstoffhof abgeben kann, und wenn ja bei welchem? Für die Hedelfinger Deponie mit dem tollen Namen “Einöd” spuckt die Webseite nur die vage Angabe “Elektroschrott” aus. Es ist schon alles recht kompliziert hier. In meiner Heimatstadt kennt man keine Altpapiertonnen, da muss man seine Kartonagen schön zum Container tragen. Und die Wertstoffhöfe nehmen irgendwie alles an, jedenfalls war das früher so, als mein Onkel noch bei der Müllabfuhr arbeitete und seine Wohnung vollgestopft war mit Dingen, die andere Leute weggeworfen hatten, die er aber noch für brauchbar hielt.
Doch ich schweife ab. Ich fragte also über dieses Online-Formular nach. Eigentlich war ich ja nur neugierig und auch ein wenig verärgert über diese schlechte Informationspolitik der Stuttgart-Seite. Ich kann nämlich kaum zum Wertstoffhof fahren, um meine vielen Kartons dort abzugeben. Ich hab ja gar kein Auto. Mir wäre auch lieber, wenn wir eine größere Altpapiertonne hätten, aber ich glaube, den Mehrwert zu zahlen, das würden meine Vermieter wohl nicht ganz einsehen - nur, weil ich zur Zeit etwas bewegungseingeschränkt bin und daher lieber online bestelle und daher massenweise viel zu große Kartons bekomme (das ist auch so eine Sache, warum muss man winzige Dinge, die nicht aus zerbrechlichem Material bestehen, in extrem große Kartons packen?).
Kommen wir mal zum Online-Formular zurück. Ich stelle also meine Frage, schreibe auch eine E-Mail-Adresse hinzu, unter der man mich kontaktieren kann, und keine Telefonnummer, denn ich telefoniere nicht gern und außerdem ist das ja ein Online-Formular, die sollen mir doch eine E-Mail schreiben. Ehrlich gesagt erwarte ich gar keine Antwort. Ich mag keine Formulare, dahinter können sich Firmen nämlich so schön verstecken.
Am Nachmittag klingelt das Telefon. Der Gatte geht ran, sagt ein paar Mal “aha, aha” und dann “Danke” und fragt mich schließlich: “Hast du der Abfallwirtschaft eine Telefonnummer gegeben?”
Hab ich natürlich nicht. Ich weiß jetzt, dass ich mein Altpapier getrost im Hedelfinger Wertstoffhof abgeben kann. Ich weiß jedoch nicht, warum sich die Abfallwirtschaft Stuttgart die Mühe macht, meinen Namen im Telefonbuch zu recherchieren, wenn ich doch eine E-Mail-Adresse angebe, unter der man mir antworten kann. Soll ich das jetzt als Service betrachten, dass man den Kunden sogar anruft wenn er ausdrücklich keine Nummer angibt, oder soll mich das wundern? Nun ja. Mich wunderts. Aber ich bin ja selbst etwas wunderlich.
#1 Wegschaffel . 15.12.06 . 12:56 Uhr
Aha. Spontan bin ich eher positiv überrascht. Die kümmern sich - und das ist nicht selbstverständlich. Dass es der E-Verwaltung noch an ein paar Medienbrüchen gebricht ist eher wenig überraschend, aber m.E. in diesem Zusammenhang nicht so wichtig.
Im übrigen hab ich heute morgen meine grüne Papiertonne rausgestellt die natürlich nicht geleert wird weil ja offensichtlich schon gestern Papiermüll war und heute dafür wohl Restmülll ist, den ich aber nicht rausgestellt habe weil ich bis eben eben der Annahme war, dass heute Papiermüll wäre. Hätte mich ja auch mal jemand anrufen können!
Und: Hoffe Ihre Bewegungseinschränkung ist zeitlich beschränkt und absehbar! Vielleicht denk ich ja am Wochenende ans Schoko-Croissäng …
#2 liamara . 15.12.06 . 13:07 Uhr
Sehr lieb, Herr W., aber nächstes Wochenende könnte schon der Grund für die “Bewegungseinschränkung” auf die Welt kommen, und dann vergammelt ja ihr schönes Croissant an meiner Türe…
#3 Gedanken über Müll « Agrippina . 15.12.06 . 14:30 Uhr
[…] Inspiriert von Liamara aus dem Stuttgarter Blog nehme ich mich auch des wichtigen Themas an: der Müll. Der Stuttgarter nämlich ist daran gewöhnt, die Mülltonnen ist seinem Haushalt vollzustopfen. Beliebter Grund von Nachbarn zum Schimpfen, Ermahnen und alles, was dazu gehört. Als ich noch wohlhabend war und eine eigene Wohnung hatte, war das so: zehn Parteien (eigentlich nur zwei. Die Bösen und die Guten. Aber Sie wissen, was ich meine), vier schwarze Tonnen (kleineres Modell) und eine grüne Papiertonne (größeres Modell, aber nicht das ganz große). Irgendwie musste das reichen, und es hat auch meistens funktioniert. Bei Umzügen ist die grünne Tonne natürlich immer voll, worüber alle sich ärgern. Aber – wo soll das Zeug auch sonst hin. Im Stuttgarter Westen ist der Biomüll verbreitet, aber den hatten wir nicht. Platzmangel, oder meine vielen Nachbarn, die zumeist Eigentümer waren, konnten sich nicht einigen. […]
#4 Frau Doktor . 15.12.06 . 15:11 Uhr
Den Wertstoffhoff mit der wirklich großartigen Adresse Einöd kann ich nur empfehlen: Da schmeißen drei freundliche ältere Herren den Laden, die wohl mal aus Anrainerstaaten des Mittelmeeres eingewandert sind. Die sind sehr nett, erklären einem alles geduldig, wenn auch in gebrochenem Deutsch. Und wenn sie Zeit haben, tragen die einem sogar die Papierkartons. Plus: Frauen haben sowieso mal einen dicken Stein im Brett. Die sehen die da draußen so selten, da wird man behandelt wie Sophia Loren.
Aber mit den Papiermüllmännern haben Sie echt Pech, Frau Liamara. Unsere klingeln sogar, wenn wir vergessen haben, das Türchen zu den Mülltonnen aufzuschließen, und fragen, ob wir auf unserem Zeug sitzen bleiben wollen. Separat gestapelten Papiermüll nehmen sie aber auch nicht mit, weil der eben nicht als Müll gekennzeichnet ist. Da gibt’s irgendwelche rechtlichen Vorschriften (Is’ ja schließlich Deutschland hier!).
Vielleicht reicht es, wenn man ganz dick Papiermüll drauf schreibt?
#5 liamara . 15.12.06 . 15:27 Uhr
Ich würd die drei netten Herren ja gern kennen lernen, aber mit meinen vielen Kartons bis nach Hedelfingen laufen? *schnauf*
Gut, ich könnte mal “Papiermüll” auf mein Papier schreiben. Dann stell ich mich ans Fenster und schau zu wie sie mich auslachen… *seufz* :)
#6 Frau Doktor . 15.12.06 . 16:08 Uhr
Stadtmobil? Firmenwagen zweckentfremden? Auf den fortgeschritten schwangeren Zustand oder demnächst auf das neue Elternglück verweisen und Freunde oder Arbeitskollegen knallhart unter moralischen Druck setzen?
Oder lauern, wann die Papiertonne wieder ganz leer ist, ohne Rücksicht auf die Mitbewohner alles reinstopfen? Am besten natürlich zur nachtschlafenen Zeit, morgens um vier oder so?
#7 liamara . 15.12.06 . 17:01 Uhr
Hüstel… vollstopfen tu ich sie sowieso gleich wieder *schäm*
#8 kesselblick . 15.12.06 . 17:02 Uhr
Das erste Blog-Baby! Ist schon jetzt herzlich gegrüßt.
Dann noch: Müllkosten zahlt immer der Mieter, über die Betriebskosten-Abrechnung. Wenn die Papiertonne denn überhaupt was kostet. Kriegt man ja online nicht raus…
Generell zum Thema “Ist Mülltrennung jetzt eigentlich schwachsinnig” war letzte Woche eine guter Artikel in der ZEIT, der sogar online ist. Wusste noch gar nicht, dass es ein “Deponieverbot” gibt…
#9 Wegschaffel . 15.12.06 . 17:16 Uhr
Ah Jetzt Ja, Frau L. Ein Christkindle! Glückwunsch + alles Gute! Hoffe Sie kommen trotzdem weiter hier vorbei, und wenns nur zum blasiert gucken oder ein bisschen rumschmollen ist.
#10 liamara . 15.12.06 . 17:22 Uhr
Da es drei verschiedene Größen bei den Papiertonnen gibt, glaub ich schon, dass die was kosten. Klar zahlt das der Mieter, aber die Vermieter wohnen auch im Haus und müssten das sicher mit zahlen, da wir die Tonne ja gemeinsam nutzen.
Und ansonsten danke danke, ich komm zum blasiert gucken und schmollen vorbei und natürlich zum Bild einstellen und angeben (außer das Kind sieht irgendwie aus wie ich, dann lass ichs wohl besser)… :)
#11 Susanne . 18.11.09 . 18:19 Uhr
Ist ja schön wenn die Papiertonne wenigstens geleert wird wenn man sie schon in normalem Zustand rausstellt. War bei mir heute leider nicht der Fall, d.h. die nächsten 3 Wochen im Papiermüll ersticken und bei der nächsten Abfuhr hoffen, dass sich das Papier nicht bei ordentlichem Wind in der gesamten Nachbarschaft verteilt da der Deckel nicht mehr zu geht!!!!!!!!!!!!!!!