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01 08.06

Monarchie und Alltag

Von Wegschaffel
Vermischtes, Leben, Fundsachen . 18:17 Uhr

MA

Zu seinem 70. lässt der Herzog Carl von Württemberg den Schlosshund von der Kette: Eine „demokratische Monarchie“ wünscht er sich herbei! Eine - haha - demokratische - hahaha - Monarchie!!!

Zu einem runden Geburtstag darf man schon mal einen über den Durst trinken, aber man sollte danach auf k e i n e n Fall mit dem Onkel von der Zeitung tratschen. Der hat sich diesen Ausspruch natürlich in Versalien ins Notizbüchlein gemeißelt und dann genüsslich zitiert. Wäre der Carl aus Altshausen auch nur so ein chromosomenverwirrtes Adels-Abziehbild aus den bunten Seiten, würde dieser Hirnfurz nicht weiter stören. Der Mann ist aber normalerweise nicht auf den Kopf gefallen und fällt eher positiv aus dem Adelsrahmen. Prost & gute Genesung, Herr Herzog. Und gegen den Riesen-Kater morgen früh hilft ein Aspirin und ein - haha - Bismarck-Hering.

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13 Kommentare zu Monarchie und Alltag

#1 Simon . 01.08.06 . 18:36 Uhr

Also ich bin ja nicht so fürs über Leute herziehen, wenn sie mal ein bisschen daneben liegen - aber Sie haben das echt nett rübergebracht - und mich heftig schmunzeln lassen!

Aber mal ganz ehrlich: Glauben Sie nicht, dass da der vielleicht der Journalist die Sache ein bisschen in die Anführungszeichen verdreht hat?

#2 Wegschaffel . 01.08.06 . 19:00 Uhr

Wie meinen? Dass der Carle das evtl. gar nicht so gesagt hat, sondern völlig aus dem Kontext gerupft und missinterpretiert wurde? Von unserer Stuttgarter Zeitung? Kann ich nicht glauben!

#3 kesselblick . 01.08.06 . 19:24 Uhr

Nee, Herr Simon, das hat der wirklich ernst gemeint. Irgendwie so a lá “Ach, diese zerstrittenen Demokraten aber auch immer, da muss jemand ran, der das Regieren genetisch im Blut hat.” Was für ein elender Mist! Schade, dass sie die Mischpoke 1918 nicht komplett enteignet haben - was die immer noch für Reichtümer ihr eigen nennen… Oder wär das Schafott nicht doch noch besser gewesen? ;-))

#4 Martin Hiegl . 01.08.06 . 20:26 Uhr

Er hat es nüchtern vor der Kamera gesagt - kam heute in der Landesschau.
So schlecht find ich das nicht. Monarchien geben den Bürgern erfahrungsgemäß (schaut euch doch im europäischen Ausland mal um) eine extra Portion Vaterlandsliebe/Patriotismus mit und motivieren die Bürger besonders.
Außerdem würde ein Monarch nicht wie die meisten Präsidenten vor Köhler einfach die Klappe halten und sein Zeichen unter alles setzen, sondern dort auf den Tisch haun, wo es notwendig ist und unserer politischer etwas häufiger die Leviten lesen können.

#5 Simon . 02.08.06 . 10:14 Uhr

@ Wegschaffel & Kesselblick: Da haben Sie mich missverstanden; dass der Herzog von Württemberg eine Monarchie gut findet, liegt schon ziemlich nahe, da habe ich keine Zweifel, und dass er Werbung dafür macht, logo.

Aber eine “demokratische Monarchie” ist nach meinem Verständnis ein heftiges Oxymoron, also schlicht ein unsinniger Widerspruch im sprachlichen Ausdruck - das gibt es nicht. Klar ist natürlich auch, dass eine parlamentarische Monarchie gemeint ist.

Sie haben aber auch Recht, dass der Herzog von Württemberg tatsächlich so wörtlich in der Stuttgarter Zeitung zitiert wird - ich konnte es nur nicht glauben. ;-)

Mich würde nun nur interessieren, wie die Vorstellungen da genau aussehen: Ein Königreich Württemberg? Dann wären sicher die Bayern ruckzuck auch dabei mit der Umwandlung in eine parlamentarische Freistaatsmonarchie, vielleicht auch noch die Hessen, und stellen Sie sich mal vor, was die Preussen machen würden (wäre das dann Anlass für eine weitere “Föderalismusreform” in den neuen Bundesländern? ;-)).

Oder soll etwa eine Monarchie für Deutschland her? Was gäbe das dann - vielleicht ein “parlamentarisches Kaisertum”? Und wer würde dann tatsächlich “Staatsoberhaupt” in diesem Sinne werden? Ganz ehrlich: Im Augenblick fände ich es eine eigenartige Vorstellung: “Foffi von Hohenzollern” und seine Tatjana als Staatsoberhaupt, und wenn es nur als potentielles an fünfter Stelle wäre.

#6 kesselblick . 02.08.06 . 10:47 Uhr

Allerdings haben wir ja schon einen “Kaiser” und der schwebt ja auch so schön “über den Parteien”… ;–))

@hiegl
Vaterlandsliebe & Patriotismus motivieren die Bürger? Wozu? Kein Papier in die Landschaft schmeißen? Kehrwoche einhalten? Immer pünktlich sein? Nicht Schwarzfahren? Was für ein Schmarrn…

#7 Wegschaffel . 02.08.06 . 16:51 Uhr

@ Kesselblick: Wohl eher Fleiss! Tugendhaftigkeit! Soziales Engagement! Steuerehrlichkeit! Und natürlich auch ein wenig mehr Ordnung!

#8 kesselblick . 02.08.06 . 17:47 Uhr

Völlig anderer Meinung. Die genannten “Werte” sind ok, aber was hat das mit V&P zu tun? Nix! Wohl eher generell mit Gemeinsinn und gesellschaftlicher Verantwortung. Aber doch nix mit diesem Land, in das ich zufällig hineingeboren wurde. Ich kann diesen Staat nicht “lieben” und finde ihn auch nicht besser als, sagen wir Spanien. Das meint doch Patriotismus, oder, sowas wie “Germany First!” Ich finds ekelig und bin bekennder Weltbürger. Ich will den Weltstaat.

#9 Wegschaffel . 02.08.06 . 18:55 Uhr

Mein Augenzwinkern zu den o.g. “Werten ging wohl unter. Macht nix. Was ist ein Weltstaat? Und wie lautet die Parole der Weltbürger? “Welt first”?

#10 kesselblick . 02.08.06 . 22:42 Uhr

Sorry, die Ironie ist an mir vorbeigerauscht. Mein Fehler - wie konnte ich nur sowas von Ihnen denken ;-))
Für Weltbürger gilt natürlich immer noch die Parole “Think global, act local!”. Und “Staat” ist eigentlich auch son Unding, musste ich noch drüber grübeln. Ja, der olle Hegel steckt da drin, allerdings auch Hobbes (nicht der von Calvin & Hobbes!).

#11 MArtin Möller . 15.07.09 . 17:40 Uhr

Es macht einen mehr als erbärmlichen Eindruck, wenn man seine eigenen schwächlichen Anspielungen mit “hahaha” strings verziert.

#12 Wegschaffel . 15.07.09 . 23:49 Uhr

Herr Möller, Ihren Zeilen da oben entnehme ich, dass Sie eigentlich etwas zum Thema sagen wollen. Tun Sie’s doch einfach. Hier bei uns darf man sagen was man will. Kein König haut Ihnen dafür auf die Finger oder die Rübe ab. Fürchten Sie sich nicht. Und wenn Sie Ihre Absender-URL noch richtig schreiben, weiss auch jeder, aus welchem Stall Sie kommen.

#13 kaiserschmarrn . 16.09.09 . 11:29 Uhr

@ Martin Möller
Es macht einen noch erbärmlicheren Eindruck auf seinen Seiten Auguste Pinochet als Ehrenmann zu bezeichnen.

Wie kann man nur soviel geistigen Dünnpfiff produzieren, oder verstehe ich ihre Ironie nicht?

www.monarchieliga.de

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