Von von unten
Leben . 22:54 Uhr
Im Treppenhaus des anonymen Mietshaus mitten in der Stuttgarter Innenstadt riecht es plötzlich nach Zwiebelrostbraten. Über drei Stockwerke. Der Geruch weckt in der Vegetarierin ein absurdes Gefühl - irgendwie heimelig. Weil es als Kind immer bei Oma so roch.
Das Gefühl der Fremdwärme stellt sich immer in der S-Bahn ein. Der Sitz fühlt sich warm an, wenn kurz davor jemand anderes dort saß. Aber anders warm als die eigene Körperwärme.
Eigentlich ist es so: Die Grenze verläuft nicht zwischen den Nationen, sondern zwischen Arm und Reich. Manchmal verläuft aber auch beides gleichzeitig entlang der Dönerladentheke.
#1 Ketzer . 15.11.10 . 10:24 Uhr
Die Grenze verläuft nicht zwischen den Nationen, sondern zwischen Arm und Reich. Manchmal verläuft aber auch beides gleichzeitig entlang der Dönerladentheke.
Die einzig verbleibende Frage ist, in welche Richtung quer zur Dönerladentheke das Wohlstandsgefälle verläuft.
#2 David G. . 17.11.10 . 01:10 Uhr
Du sprichst mir aus der Seele mit deinen Beiträgen hier.
Tut gerade sehr gut, zu sehen, dass es noch andere Leute gibt die sehr ähnlich fühlen wie ich.
Meistens danke ich dir dafür still, heute mit ein paar Zeilen.
#3 von unten . 17.11.10 . 23:13 Uhr
Momentaufnahme von der Schönheit des Fühlens
An einer Fellbacher Bushaltestelle sucht ein kleiner Junge ganz verträumt die rechte Hand seiner Mutter. Aber an der hängt schon seine Schwester. Er tastet sich am Po der Mutter entlang bis er ihre freie linke Hand zu fassen bekommt und sie zusammen die Treppen hinauflaufen.
#4 ein marius . 19.11.10 . 11:17 Uhr
Obwohl Wärme egal welchen Usprungs immer gleich und völlig rein ist, bringt es doch eine gewisse Intimität mit sich, wenn man so etwas, das aus dem Innersten eines Fremden kommt, auch wieder ganz nah an sich heran lässt. Wenn man sich jetzt noch vergegenwärtigt, dass man auch die gleiche Luft atmet, wie die Person, die vorher auf dem Platz saß, fühlt man sich doch gleich noch ein Stück näher! :-)