Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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21 11.06

Mobiler “Krishna Krishna, Hare Hare”-Wagen

Von kavaliersschmerz
Vermischtes, Kultur, Leben . 16:37 Uhr

Da ich ja nun noch nicht allzu lange in Stuttgart lebe, wundere ich mich “immernoch” über das ein oder andere, was offensichtlich für viele schon zum Stadtbild gehört und somit meist nur noch unterbewusst wahrgenommen wird.

Meine Wenigkeit hingegen ergötzt sich jedoch jedes Mal auf neue an diesem nicht unsympathisch (aber dafür leicht grenzdebil??) wirkenden Menschen, der mit seinem Krishna-Lobpreis-Mobil die Königstraße auf- und abfährt und die Meditationsverse seiner Musikanlage in Kongruenz zu den seinigen zu setzen versucht. Krishna schenke ihm ein neues Mikrofon!
(Hier sollte man im übrigen zur Kenntnis nehmen, dass es auf die gute Absicht ankommt - es ist völlig gleichgültig, ob und falls ja (ja!!) wie schlecht (sehr!!) der Herr singen kann).

Kennt jemand von Euch diesen Menschen? Bis dato habe ich mich noch nie getraut, ihn anzusprechen - Schlafwandelnde soll man ja bekanntlich auch nicht aufwecken!

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30 Kommentare zu Mobiler “Krishna Krishna, Hare Hare”-Wagen

#1 kesselblick . 21.11.06 . 16:47 Uhr

Ein ähnlicher wenn auch nicht ganz so krasser Fall ist auch der Typ mit dem Papagei und dem Saxofon. Aber eigentlich müsste es ja heißen: Der Papagei mit dem Saxofon-Typen, denn der Vogel ist hier der Hauptdarsteller, obwohl er nix weiter macht, als zu krächzen, zu knabbern und zu kacken. Ein tolles Paar, weil sich auch der Typ immer mehr zum Papagei macht…

#2 Liamara . 21.11.06 . 16:59 Uhr

Also den Papagei-Mann kenn ich, der ist auch manchmal in der U-Bahn. Das hallt dann immer so schön, wenn der blöde Papagei kreischt (ich MAAAAAG keine Papageien!). Aber wer ist der Hare-Krishna-Mann?

#3 Gunvald . 21.11.06 . 17:08 Uhr

Der Papagei soll nur davon ablenken, dass der Saxofon-Mann überhaupt nicht Saxofon spielen kann. Er kann sich lediglich wie ein Papagei anziehen und krächzen. Den Krishna-Mann habe ich auch noch nicht gesehen. Klingt aber so, als könnte er mich amüsieren, muss wohl dringend mal wieder in die Innenstadt …

#4 Alex . 21.11.06 . 17:12 Uhr

Kürzlich in der English-Lesson haben wir über diese besonderen Menschen in Stuttgart diskutiert - Krishna-Mann gab´s da noch nicht. Nur den mit dem Papagei, den “Screamer” und den “Naked Man”, wobei mir der Nackte bisher erspart geblieben ist.

Die “Lehrerin” meinte, diese Leute gäben Stuttgart sowas wie New Yorker Flair - muaahhaahahaah, ich war zwar noch nie da und hab auch auf dem Heimweg versucht mir vorzustellen der Rote-Bühl-Platz wär der Time-Square und die Baustelle hinterm Kunstmuseum Ground Zero, aber so richtig wollte es nicht wirken.

@Gunvald: Das ist wieder mal ein Beweis dafür, dass üben alleine nix bringt. Also lieber talentbefreiter Teil der Jugend, schaut euch beim Papageien-Mann an, wie es nicht geht und bleibt fern vom nächsten Popstars-Casting ;-)

#5 Claudia . 21.11.06 . 17:36 Uhr

Eigentlich ist das ein wenig off-topic, aber die Diskussion bewegt sich dahin: Die Entwicklung der Straßenmusiker- (oder besser: Öffi-Musiker-)Szene kann man in der Vaihinger S-Bahn-Unterführung besonders gut verfolgen. Der Papageien-Saxofonist ist meist Mittwochs und Freitags da, kürzlich ist auch noch jemand hinzugekommen, der … verdammt: Wie heißt noch dieses kleine Tasteninstrument, auf dem man bläst wie auf einer Flöte? Will mir einfach nicht einfallen, dabei hab ichs selbst als Kind mal gespielt (o Grusel) …

#6 kavaliersschmerz . 21.11.06 . 17:54 Uhr

Yo da gibt es ja auch noch die junge Dame, die immer mitten in der Nacht (will sagen: Nach der Kommerzstraßen-Stoßzeit) in der Königstraße sitzt (so zwischen Knien und Schneidersitz) und sich dann wahrhaftig anstrengt, gegen ihren Ghettobalster anzusingen. Aber: Sie kann’s.

#7 Liamara . 21.11.06 . 18:48 Uhr

Ich fand im Sommer immer die beiden Schwarzen toll, die mit Jesus-Schildchen an dieser Kirche da kurz vorm Schloßplatz standen. Die waren wirklich mitreißend. Einer hat immer irgendwas über Gott und Jesus erzählt - aber so richtig schmissig, dass man merkte, dem gefällt das wirklich, was er da erzählt - und der andere hat das Schild gehalten und irgendwas bekräftigendes einfließen lassen ;)

#8 Jackie_Stewart . 21.11.06 . 19:17 Uhr

Einer fehlt noch in der ganzen Aufzählung schräger Typen die sich auf der Königstr. tummeln: Ein älterer Herr mit langem Bart und seinem Schild “Säuglingstaufe ist Satanswerk”. Ich dachte immer es wäre der gleiche, der obenohne früher am Schloßplatz stand und lauthals gepredigt hat… Ist es aber wohl nicht. Diesen Prediger habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen.

#9 Henning . 21.11.06 . 19:42 Uhr

Der Krishna-Mann ist nicht neu, aber man sieht bzw. hört ihn nicht so oft. Meist hab ich ihn in der Nähe vom Wittwer gesehen.

@Jackie_Stewart
Der, der da bei der Reiter-Statue am Schlossplatz (bei der Bolzstraße) steht? Wobei ich den noch nie oben ohne gesehen habe. Aber da stand mal einer und hat heftigst gegen unsere Gesellschaft gewettert, u.a. weil Frauen nun Hosen tragen usw. Ging die meiste Zeit gegen Frauen. Leider hatte ich keine Zeit, mir das länger als ein paar Sekunden anzuhören. War sehr amüsant.

#10 Liamara . 21.11.06 . 19:58 Uhr

Oh ja, der “Säuglingstaufe”-Typ ist auch toll. Es gibt aber da noch einen, so einen Bruddler, der läuft auch die Königstraße rauf und runter und murmelt irgendwas vor sich hin. Ich glaub, es sind auch irgendwelche Beleidigungen. Im Sommer hat er gerne kurze Hosen an und oben nix.

#11 Frau Brezel . 21.11.06 . 20:24 Uhr

Unter vermutlich all diesen doch eher tragischen und mehr oder minder unfreiwillig originellen Menschen (und hach, es menschelt außerdem auch angesichts all der in Bögen um diese Figuren herum ausweichenden Passanten) fand ich immer einen tatsächlich mehr als schräg - und das war “Die Hitlerkopie” - samt Ledermantel, Kommandantenkappe und Reitstiefeln… Als ich diesen Mann das erste Mal am Schloßplatz in der Menge sah, meinte ich für einen Moment, einem üblen Trugbild zu erliegen, so real stand plötzlich diese Gestalt, aus den Geschichtsbüchern erstanden, im Leben. Er hatte nicht nur eine dem “Vorbild” verblüffend ähnliche Physiognomie, sondern auch eine, vermutlich in akribischen Studien perfektionierte, entsprechende Körpersprache… Er flanierte sozusagen im Kreis herum, in einer Art von Zurschaustellung seiner selbst. Das fand ich wirklich, wirklich creepy!!! Gesehen habe ich den aber nun schon lange nicht mehr.

#12 derCobold . 21.11.06 . 22:30 Uhr

Also so lang wie der Papageien-Mann schon spielt - und er übt ja täglich - könte man eigentlich schon erwarten, dass er besser spielt. Schade. Einige richtig gute Straßenmusiker gibt es dennoch. Mir fällt der Jazz-Musiker mit seinem Klavier ein, den ich diesen Sommer allerdings nicht gesehen habe. Schade, der hat’s echt drauf gehabt und da hat man dann auch gerne was gegeben

#13 Agrippina . 22.11.06 . 01:04 Uhr

Den Papageien-Mann kenn ja sogar ich, und ich wohne seit zwei Jahren nicht mehr in Stuttgart. Die anderen kenn ich nicht, ausser den nackten Mann, den hab ich selbst mal irgendwo gesehen…
Aber irgendwie ist es auch süss, dass sich hier alle über Menschen unterhalten, die wohl beinah jeder gesehen hat - und Stuttgart soll kein Dorf sein? ;-)

#14 HAL . 22.11.06 . 01:59 Uhr

@ Alex. Ist der “Screamer” der, der meist in der Sophien- bzw. Tübinger Straße unvermittelt losbrüllt? Oder wen hab ich mir darunter vorzustellen?

#15 Alex . 22.11.06 . 13:33 Uhr

@HAL - genau der, ich glaube ich hab ihn auch schonmal in der Calwer Straße gesehn, zumindest hat mich da schonmal einer angebrüllt…

@AGRIPPINA - den nackten Cowboy am Times Square kennt die ganze Welt…

#16 derCobold . 22.11.06 . 14:21 Uhr

Ja, den »Screamer« kenn ich auch. Aber kennt noch jemand den großen Typen mit der sonoren, durchdringenden Stimme, der immer vor den Geheimdiensten gewarnt hat? Der ist jahrelang durch Stuttgart gezogen aber ihn habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen. Was wohl aus all den Gestalten geworden ist? Oder: warum sind sie so geworden? Hm?

#17 Alex . 22.11.06 . 15:12 Uhr

@DERCOBOLD: Warum? Killerspiele!

#18 kesselblick . 22.11.06 . 15:57 Uhr

Killerspiele? Mit Puppen, oder was? Diese Gestalten sind doch alle sowas von analog ;-))

#19 chéggy . 22.11.06 . 15:57 Uhr

Es gibt da noch den Schizophrenen, der rennt bei uns regelmaeßig in der Uni rum. Der schreit immer irgendwelche imaginaeren Freunde an. Oder den Teufel. Oder so. Deckt der sich mit dem Screamer?

Was die Straßenmusiker und Akteure angeht: da gibt’s noch die Indianer, die immer ihren Ethno-Folk abziehen. Mit Playback und Sphaerengesaengen. [grusel.]
Wer kool ist, ist der brasilianische Einbein-Fußballer, der mit Kruecken und Fußball immer sehr koole Kunststuecke abzieht.
Zuletzt gibt es noch den Digeridoo-Man. Der ist sehr genial, besonders neulich, als er erstens noch n Kollegen dabei hatte und zweitens mit zwei weiteren Typen und einem Spaßrapper ne Jam-Session hingelegt hat. Das rockte! ;o)

#20 kavaliersschmerz . 22.11.06 . 16:13 Uhr

Aber irgendwie ist es auch süss, dass sich hier alle über Menschen unterhalten, die wohl beinah jeder gesehen hat - und Stuttgart soll kein Dorf sein? ;-)

Mit diesem Maßstab (”Gibt es Leute, die eben jeder kennt?) ist aber jedes Dorf ein Dorf (Überraschung…) und aber bestimmt auch nahezu jede deutsche Stadt. Selbst in meiner Heimat Berlin trifft man eben überall diese Originale - manche sind stadtbekannt, manche sind ‘nur’ im Kiez bekannt.
Es gibt selbst Leute, die dadurch auffallen, dass sie sich auf wirklich jeder Party blicken lassen (der Typ mit der roten Lederjacke und der Druffi-Kiefermuskulatur), wobei es derselben in Berlin wohl tätglich 1 Mio. oder so gibt - da mag es wohl am ähnlichen Musikgeschmack liegen und der doch recht homogenen Szene (..das klingt sehr bescheuert, ja). Aber das mit den Parties ist offensichtlich ein Sonderfall.

Die Tussi, die aussieht, als wäre sie 30 Jahre zur Waldorfschule gegangen und nun nichts besseres zu tun hat, als mit Kopfhörer auf den Ohren mit der U9 vom Wedding nach Steglitz und zurück zu fahren und lauthals dunkelrote Parolen gegen Kapitalismus und andere Geschwüre raushaut…

Der Typ, der immer sein Fahrrad mit selbst gebasteltem Litfaßsäulen-Anhänger mit politischen Parolen mitten auf dem Kudamm parkt und die Leute beobachtet, wie sie sein werk beobachten…

Der andere Typ mit Anhänger, der Auf demselben ein Zelt aufgebaut hat und darin wohnt, tags unter einem Schirm auf der Straße sitzt und auf der Klampfe dudelt…

Rene (und weitere 20 Typen), der seit Jahren mit dem gleichen Spruch in der Ubahn seine Straßenzeitung verkauft…

Endlos…und jeder kennt sie…

Kurzum:
Dieses Phänomen gibt es überall. Und wenn es nicht gerade irgendwelche Hitler-Immitatoren sind, sind sie auch eine Bereicherung!

#21 Alex . 22.11.06 . 16:27 Uhr

Also diese Indianer sind ja aus keinem Stadtbild mehr weg zu denken. Vielleicht ließe sich Provinzialität an der Anzahl der Auftritte von Ethno-Bands messen ;-) Meine Schwiegermutter hat einen ganzen Stapel mit CDs von solchen Vereinen…

Oh, und Sorry wegen dem Quatsch mit den Killerspielen, aber ich könnt mich aufregen…

#22 kesselblick . 22.11.06 . 16:28 Uhr

@kavaliersschmerz

Heimat Berlin

Willkommen im Kessel! Könn wir nich mal nen schaues Heimatvatriebn-Treffen machen? Jarantiert ohne Schwaben - aba mit Schwoof! mailto: kesselblick@gmx.de

PS: ich musste an die ca 65jährige denken, die immer auf allen Demos aufgetaucht ist und für die sexuelle Totalbefreiung - “Ficken macht Spaß” - geworben hat…

#23 kavaliersschmerz . 22.11.06 . 16:52 Uhr

@ Kessel:

Ich melde mich mal in den nächsten Jahren per Email. Aber freu Dich nicht zu früh, Freudscher Versprecher! :)

#24 derCobold . 23.11.06 . 11:11 Uhr

Jetzt wird’s ja richtig interessant, die alte “Ficken macht Spaß”-Frau kenn ich auch. Hab ich mal bei einem meiner Berlinbesuche gesehen.

Und von wegen Computerspiele: ich glaube nicht, dass auch nur eine dieser Personen durch Computerspiele so geworden ist. Wenn man mal das durchschnittliche Alter anschaut merkt man das. Vor 20 Jahren gab noch gar keine solchen Spiele, höchstens Bubble Bobble oder Donkey Kong.

#25 Liamara . 23.11.06 . 11:21 Uhr

Asteroids. Könnte man ja Aggressionen bei entwickelt haben.

#26 derCobold . 23.11.06 . 13:20 Uhr

Pong?

Oh, wir schweifen vom Thema ab! ;-)

#27 Alopecurus . 09.12.07 . 09:28 Uhr

Hallo beisammen,

kennt jemand von euch den alten, etwas ungepflegten Jazz-Klavierspieler, der vor einigen Jahren während der Weihnachtszeit auf der Königstr./Weihnachtsmarkt Klavier spielte? Scheint irgendwann einmal recht bekannt gewesen zu sein; sein Klavier war mit Zeitungsartikeln gepflastert, anscheinend noch aus besseren Zeiten.
Gruß
Alopecurus

#28 Otto Münker . 27.07.09 . 19:06 Uhr

Hallo, kennt jemand diesen Saxophonspieler und Papagei?
Ich suche Kontakt oder Adresse.
Oto Münker Keplerweg 6 73207 Plochingen Tel. 07153 21392

#29 B. Flex . 28.07.09 . 16:18 Uhr

Hallo zusammen,

kann mir irgendjemand den Namen der indianischen Musiker, von denen hier die Rede war, sagen?
Oder weiß vielleicht jemand wann sie immer da sind??
Ist wichtig!!
Wäre sehr nett, wenn mir jemand antwortet!

Gruß

B. Flex

#30 Exilostfriese . 28.07.09 . 16:37 Uhr

Zu sehen ist der Saxophonvergew.. mit Papagei oft tagsüber vor dem Karstadt oder abends vor der Oper.

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