Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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12 02.09

Mit der Bahn

Von monka
Freizeit . 17:40 Uhr

Mit Kindern kann man doch so einiges erleben in Stuttgart. Und dafür muss man nicht mal viel machen.
Wir selbst wohnen ja nicht wirklich IN Stuttgart, aber direkt an der Grenze. Bisher sind wir mit auto rein gefahren, doch das stellt sich immer wieder als recht teurer ausflug heraus, mal ganz abgesehen davon, dass Parkhäuser nicht gerade kinderfreundlich sind. ;)
Vor ein paar Tagen habe ich es doch gewagt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.
Der erste Versuch war mit dem auto auf Park-n-Ride-Parkplatz und dann mit der S-Bahn am Vormittag. Der Vorteil hier war, dass die Züge recht leer waren, beim aussteigen war aber die Stufe von Zug zu Bahnsteig so groß, dass ich alleine den Kinderwagen nicht runter gebracht hätte. Bei der Rückfahrt waren die abteile schon nicht mehr so leer.
Beim 2. Mal ging es mit Bus und Stadtbahn, ganz ohne auto. Bis auf recht volle abteile und wenig Rücksicht auf den Platzbedarf für einen Kinderwagen war die Fahrt inkl. umsteigen recht angenehm.
Um Hilfe musste ich in 2 von 3 Fällen bitten, obwohl es offensichtlich war, dass ich es nicht alleine schaffen würde.
Für meine Kinder wars ein abenteuer und allein dafür hat es sich schon gelohnt.

Die Venus in Stuttgartim Schloßgartennix los auf der KönigstrasseDer Königsbauhuch… da ist die Brezel runtergefallen.

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21 Kommentare zu Mit der Bahn

#1 Nordman . 13.02.09 . 19:27 Uhr

Um Hilfe musste ich in 2 von 3 Fällen bitten, obwohl es offensichtlich war, dass ich es nicht alleine schaffen würde

Wie ich sie liebe diese jungen Eltern, die meinen die Welt drehe sich um sie weil sie neues Leben gezeugt haben. Alle müssen sofort bemerken das die junge Mutter Hilfe braucht. Ausgeschlossen das andere vielleicht mit sich beschäftigt sind und nicht auf die junge Mutter achten die nicht nur ein Kind zur Welt gebracht hat, nein sie fährt nicht mehr mit dem Auto in die Stadt, sie benutzt Bus und Bahn.

und was passiert, keiner kniet vor ihr nieder obwohl sie ja quasi im Alleingang den Planeten vor dem Untergang bewahrt.
Dann muß die arme junge Mutter auch noch 2x um Hilfe bitten.
Schämt euch mit mir ihr Stuttgarter, schämt euch.

Zur Strafe werde ich heute ohne Abendbrot ins Bett gehen.

NM

#2 Liamara . 13.02.09 . 22:11 Uhr

Ja, Nordmann, du bist ein echter Held. Tatsache ist, dass Stuttgart eine Autofahrer-Stadt ist. Für Kinderwagen ist da häufig nicht mal Platz auf den extra gekennzeichneten Plätzen (2 in jedem Wagen, aber die sind ja sooo praktisch für Koffer, Beine ausstrecken, Einkaufstrolleys…). Das hat doch einfach was mit Höflichkeit zu tun. Jeder regt sich darüber auf, dass alten Leuten heutzutage kaum noch ein Platz angeboten wird. Warum also nicht mal Hilfe anbieten, wenn man mit dem Kinderwagen unterwegs ist? Es stört euch ja auch, wenn der mitten im Gang steht. Liegt wahrscheinlich daran, dass wieder so ein Trottel auf dem Kinderwagenplatz sitzt. Grmbl

#3 Nordman . 14.02.09 . 09:05 Uhr

Tatsache ist, dass Stuttgart eine Autofahrer-Stadt ist. Für Kinderwagen ist da häufig nicht mal Platz auf den extra gekennzeichneten Plätzen (2 in jedem Wagen, aber die sind ja sooo praktisch für Koffer, Beine ausstrecken, Einkaufstrolleys…)

… und das sind jetzt alles Autofahrer aus der Autofahrerstadt die da die Beine austrecken oder ihre Einkaufstrollys und Koffer dahinstellen oder haben die gar ihr Auto dabei? Warum fahren die den alle mit der Bahn wenn es Autofahrer sind? Was hat das eigentlich alles damit zu tun das die junge Mutter glaubt jeder müße ihr helfen ohne das sie darum bitten muß? Sind Autofahrer per se Kinderwagenunfreundlich? Was ist da mit unserer jungen Mutter, die ja bislang auch immer Auto gefahren ist?

Fragen über Fragen.

NM der gar keinen Einkaufstrolly und kein Auto hat.

#4 Flakfritz . 14.02.09 . 09:31 Uhr

Nordmann, irgendwie deplaziert, dein Kommentar.

#5 monka . 14.02.09 . 09:57 Uhr

ach je… ich glaub da kackt sich eben jemand richtig ein. (Und ich rede nicht von meinem kind!)
wenn mein “großer” sich so anstellt sag ich ihm er soll sich mal zusammenreissen und nich so rumjammern.
Herrje.. ich hatte nur erwähnt, dass teilweise keiner auf die idee kam mal mit anzupacken, statt einfach nur murrend vorbeizustürmen. Dabei gehts mir nicht darum dass ich Kinder habe. Wäre ich Rollstuhlfahrer hätte ich wohl das gleiche Problem!
ich war auch den großteil meines Lebens kinderlos und hab mir trotzdem kein Zacken aus der Krone gebrochen, als ich in solchen Situationen half.
Es geht um anstand und höflichkeit - und nicht um Hoheitsrechte.
Und das Problem ist kein Problem der Stuttgarter!
So lieber Nordmann. Immer locker bleiben.

#6 Herr S . 14.02.09 . 10:02 Uhr

Was hat das eigentlich alles damit zu tun das die junge Mutter glaubt jeder müße ihr helfen ohne das sie darum bitten muß?

So direkt wahrscheinlich gar nichts. Was aber nichts daran ändert, dass der Gentleman der jungen Mutter ungefragt hilft, während der Stoffel sie ignoriert. Der Gentleman verleiht dem Alltag damit eine leise freundliche Färbung, der Stoffel hingegen zementiert den alltäglichen Stumpfsinn. Der viele Gesichter hat — eins davon haben Sie uns gezeigt.

#7 Nordman . 15.02.09 . 13:31 Uhr

Was aber nichts daran ändert, dass der Gentleman der jungen Mutter ungefragt hilft, während der Stoffel sie ignoriert.

und dazwischen gibt es natürlich nicht. Es gibt nur Schwarz und Weiß?
Es gibt keinen der nach 12 und mehr Stunden Arbeiten nach Hause kommt und hundemüde ist. Der natürlich hilft wenn man ihn drum bittet. Der aber wahrscheinlich gar nicht mehr richtig wahr nimmt was um ihn rum passiert? Der genug eigene Probleme hat und darum mehr mit sich selbst beschäftigt ist.
So was gibt es nicht? Es gibt nur Gentleman und Stoffel? Gut ich bin dann halt ein Stoffel.

Was sind eigentlich Menschen die meinen ihnen muß man immer sofort helfen ohne das mal drum bitten? In Ihrer Schwarz Weiß Welt müßte es doch auch dafür eine Schublade geben.

NM

#8 Herr S . 15.02.09 . 15:49 Uhr

Hundemüde wg. 12 h Arbeit, verstehe. Falls Sie damit den durchschnittlichen ÖPNV-Fahrgast skizzieren, dann darf ich aber leise in mich hineinkichern. Und dass die junge Mutter der Meinung ist, das man ihr „immer sofort helfen muss“ ist eine unzulässige Interpretation, die kein anderes Ziel verfolgt als Ihr haltloses Mutti-Bashing zu untermauern. Sie stellte lediglich fest, dass keiner (soll heißen: alle, nicht nur die von 12 h Arbeit Hundemüden) ungefragt hilft, obwohl das Hilfsbedürfnis offenkundig ist. Wenn Sie das anmaßend finden und auf Ihr Recht pochen, sich unbehelligt Ihren eigenen Problemen widmen zu dürfen, ist das ja in Ordnung. Mir sind eben Leute sympathischer, denen man die Minima zuvorkommenden Verhaltens nicht erst lang und breit erklären muss.

#9 monka . 15.02.09 . 19:02 Uhr

Lieber Herr S,
Sie sind mir zutiefst sympatisch. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.
Danke :D

#10 paul-geht-baden . 15.02.09 . 23:07 Uhr

Tja, lieber Herr S, so kann’s gehen. Die spannende Frage ist jetzt: Wie pariert man die treuherzige Umarmung einer beinahe mitten im Leben stehenden jungen Mutter, die natürlich auch den Kontakt zum Mann-auf-der-Straße bzw. -in-der-S-Bahn nicht verlieren möchte, jedenfalls nicht auf Dauer? Meinen Sie, dass man’s vielleicht versuchen könnte mit: “‘tschuldigung. Machen Sie gerade einen Rechtschreibkurs? Oder ‘was mit kreativem Schreiben?”

#11 Herr S . 16.02.09 . 00:13 Uhr

Tja, was sagt man da, lieber Paul? Am besten erst mal gar nichts mehr, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Wobei es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass die Umarmung tatsächlich je stattfinden wird. Da der Kinder vielköpfige Schar praktisch alles mit Beschlag belegt, wird sie kaum einen Arm freihaben.

#12 Donna Lüttchen . 16.02.09 . 01:10 Uhr

Ist Ihnen, liebe Monka, eigentlich auch dieser fiese Gestank in den S-Bahnen aufgefallen? Nach Corega Tabs. Furchtbar, ganz furchtbar..

#13 paul-geht-baden . 16.02.09 . 11:59 Uhr

Wenn Sie glauben, dass man die Dinger in der Backentasche trägt, meine sehr verehrte Donna Lüttchen, liegen Sie, soweit ich weiß, ein wenig daneben (und in anderer Beziehung auch, aber das können wir in diesem Zusammenhang vernachlässigen). Allerdings bin ich, nachdem ich Ihre neueste Erzählung aus dem hippen Leben eingesogen habe (’story felching’ nennen das meine zu Schlüpfrigkeiten neigenden englischen Freunde), im Zweifel, ob das nicht vielleicht die coolste Art überhaupt ist, etwas zu erzählen: die Geschichte total zu verhauen. Kompliment, Kompliment. Biedere Umständlichkeit mit radikaler Fragmentierung zu überblenden… Boah. Schon geil. Ergibt eine Art psychedelischen Effekt, finde ich. Ziemlich trickreiche Strategie.

#14 Nordman . 16.02.09 . 18:02 Uhr

Hundemüde wg. 12 h Arbeit, verstehe. Falls Sie damit den durchschnittlichen ÖPNV-Fahrgast skizzieren, dann darf ich aber leise in mich hineinkichern.

Lieber Herr S., ich weiß ja nicht wenn Sie den ÖPNV benutzen, aber versuchen Sie es doch mal morgens ab 5, da sind die Leute Hundemüde und das obwohl die meisten zur Arbeit fahren. Nach der Arbeit ist die Müdigkeit noch um einiges heftiger. Es soll ja gerade im Raum Stuttgart durchaus auch Berufsgruppen neben den 9 to 5 Büroangestellten geben. Fragen Sie doch mal die Supermarktkassiererin Ihres Vertrauens wie sie sich zum Feierabend fühlt.

Mir sind eben Leute sympathischer, denen man die Minima zuvorkommenden Verhaltens nicht erst lang und breit erklären muss.

Ein kurzes, “Entschuldigung, könnten sie mal bitte mit anfassen” ist bei Ihnen lang und breit erklärt? Na dann möchte ich aber nicht erleben wenn Sie sich mal kurzfassen.
;-)

#15 Flakfritz . 16.02.09 . 19:24 Uhr

Nordmann, lass Gut sein. Es gibt wenig Jobs in Stuttgart, bei denen man so hart arbeiten muss, dass man nach Feierabend keine soziale Kompetenz mehr hat. Es ging auch nicht um die Gefühle der Arbeiterklasse.
Ich arbeite 9to5 wenn mir der Arzt strengste Bettruhe verordnet hat und kann trotzdem noch helfen. Es geht hier also eher um das wollen und nicht das können!

da sind die Leute Hundemüde und das obwohl die meisten zur Arbeit fahren

Mein Nachbar redet auch immer von “den Leuten” meint dann aber immer sich selbst, wie wärs mal mit zu Bett gehen bevor bei RTL II das Testbild kommt?

#16 monka . 16.02.09 . 19:49 Uhr

dass dieser blogeintrag diese Diskussion hervorruft bzw. in diese Richtung geht hätte ich eigentlich nicht gedacht. war auch nicht meine Intension.
Wie gefallen euch eigentlich meine Bilder. Ich find sie herrlich. :)

Ich hab übrigens einen 24 stunden job - 7 Tage die Woche. Schlecht bezahlt ohne aussicht auf Gehaltserhöhung oder Beförderung, nur mehr arbeit und verantwortung. bin chronisch müde. (jaja, nordmann. bin selbst schuld. schließlich hab ich mir das selbst eingebrockt und Kinder in diese Welt gesetzt - unfassbar nich?)
und trotzdem hab ich es doch tatsächlich geschafft einer alten Dame spontan die Einkaufstüten abzunehmen und zu ihr nach hause zu bringen. Und stellen sie sich vor: sie hatte nicht gefragt! Ist das zu fassen?
Und trotzdem nahm sie mein angebot freudig an.
Vielleicht sollten Sie, Herr Nordmann, das auch mal ausprobieren? einfach mal so? Was neues versuchen? ausbrechen aus dem alltag! Ein paar Punkte fürs Charmakonto sammeln. Es liegt an Ihnen.
aber keine sorge ich erwarte nichts! Das habe ich mir schon vor langer Zeit abgewöhnt. Mundfaul war ich auch noch nie und glauben Sie nicht ich werde diesen in Zukunft halten und nicht bitten! Und das sogar höflich und freundlich, wie es sich gehört.

Wünsche einen erholsamen Montagabend.

#17 monka . 16.02.09 . 19:55 Uhr

ach ja.
@Donna Lüttchen…. mir sind da so einige fiese Gerüche undefinierbarer Herkunft aufgefallen. Corega Tabs hab ich allerdings noch nie gerochen - ein glück - daher kann ich schlecht sagen ob es das war! :)

#18 Donna Lüttchen . 16.02.09 . 21:55 Uhr

Geschätzter PAUL-GEHT-BADEN, ich entschuldige mich in aller Form, dass ich Sie mit meiner viel zu langen Epistel, die eindeutig zu spät und auch nur unzureichend auf einen völlig unerheblichen Punkt kommt, belästigt habe. Verzeihen Sie mir bitte noch einmal! Ihren längerfristigen Unmut könnte ich schlecht ertragen…Ich werde mich nun zurückziehen und mich erst wieder melden, wenn ich es gelernt habe, Ihren schmissigen, prägnanten Schreibstil auch nur im Ansatz nachzuahmen.

#19 paul-geht-baden . 16.02.09 . 23:31 Uhr

Ach, meine liebe Donna Lüttchen, Sie wissen ein Lob wirklich mit Stil zu nehmen. Schön, dass wir mal über unser kleines Hobby ins Plaudern gekommen sind. Wissen Sie, ich bemühe mich hier jetzt seit zwei Jahren, mit meinen bescheidenen Mitteln eine Art relaxte Wischtechnik hinzubekommen bzw., musikalisch gesprochen, eine Art wolkige Fahrstuhlmusik-mit-Wörtern, falls Sie mir folgen können (fragen Sie mich nicht, warum). Und jetzt höre ich von Ihnen so nebenbei, dass der Senf “schmissig” und “prägnant” ist. Mein Gott, kann man noch kläglicher scheitern? Also… ich habe Sie genau verstanden, liebe Kollegin, und freue mich schon auf Ihr nächstes Stück. Vielleicht wieder etwas aus Ihrer Reihe “Mein Gott, was sind Musiker bloß für ein krankes Volk”?

#20 Nordman . 17.02.09 . 10:12 Uhr

Nordmann, lass Gut sein. Es gibt wenig Jobs in Stuttgart, bei denen man so hart arbeiten muss, dass man nach Feierabend keine soziale Kompetenz mehr hat.

Lieber Flakfritz, Sie kennen die Welt, das merkt man sofort. Es ist zwar nur Ihre beschränkte Welt aber die kennen Sie gut.

wie wärs mal mit zu Bett gehen bevor bei RTL II das Testbild kommt?

und wenn dann zur beschränkten Weltsicht auch noch Vorurteile dazu kommen wird es albern.

Deswegen folge ich dankbat Ihrem Rat. Ich laß es.

NM

#21 Flakfritz . 17.02.09 . 14:27 Uhr

Hallo Nordmann,

ja, ich lebe in einer beschränkten Welt, ich gebe es zu, ich kann nicht alles wissen, Sie aber haben die große Chance vertan, mir mitzuteilen, bei welchen Berufen man so hart arbeiten muss, dass man nach Feierabend erschöpfenderweise zum Egoisten wird.
Und ja, Vorurteile sind albern aber Sie haben zuerst rumgealbert.

Ich bewundere Menschen wie Sie, deren Sicht auf die Welt nicht durch Lücken und Vorurteile beschränkt ist!

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