Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
17 08.07

Paul geht baden. Teil 13: Lustsklave des Schamlippenmonsters

Von Paul-geht-baden
Vermischtes . 15:45 Uhr

Nur für reife Persönlichkeiten

„Es wird uns […], so wie andern Zeitungs-Schreibern auch, nicht möglich seyn, die Weltbegebenheiten früher anzuzeigen, als sie geschehen sind“, hieß es in der ersten Nummer der Neuen Zürcher Zeitung, aber in den Zeiten des Internets sind wir natürlich ein bisschen schneller: Montag, 20. August 2007, halb neun Uhr morgens. Paul, unseren emphatischen Peripatetiker, der in Momenten, in denen ihn lokalpatriotische Gefühle überwältigen, gern zum Besten gibt, er tupfe-tappe-trete mit seinen immer frisch besohlten Schuhen lauter Liebesgedichte an Stuttgart auf die Wege und Straßen der Stadt (ich frage mich dann immer, ob ihm jemand einen halli-, hallo-, halluzinogenen Pilz aus einem Amsterdamer Smartshop ins Essen gemischt hat? Poet’s Stone vielleicht?), Paul hat es heute in den Süden der Stadt verschlagen, nach Sillenbuch, wo die glückliche Atemluft mit der Poesie der Vorstadt geschwängert ist (okay, Leute, das nehme ich auf meine Kappe, Führungsoffizierslyrik im Endstadium sozusagen… apropos, da ich gerade von Müll rede: Der Guardian, die einzige ernstzunehmende englische Tageszeitung, hat soeben entdeckt, dass die Bibel, literarisch gesehen, „crap“ ist — so viel Englisch muss sein — , bitte lesen Sie selbst). Eben ist er, unser Paul, an der Haltestelle Silberwald aus der U 7 gestiegen, und statt sofort zielstrebig in die eine oder andere Richtung zu eilen, wie es alle anderen tun, die mit demselben Zug gekommen sind, verweilt Paul auf dem Bahnsteig und sieht sich erst einmal in aller Ruhe um. Langsame Kontaktaufnahme sozusagen, man muss der Umgebung ja auch die Zeit geben, den Neuankömmling richtig in sich aufzunehmen, sich ihn — Achtung! Achtung! tief fliegende Metapher — an den Busen zu drücken, der hier beinahe schon der Busen der Natur ist. Paul trägt heute statt der gewöhnlichen abendländischen Kleidung, falls das noch eine gängige Beschreibungskategorie ist, eine blütenweiße Dischdascha und, auf dem Kopf, eine bestrickend vielfarbig bestickte Kumma und sieht mit seinem dunklen Teint in diesen Klamotten aus wie ein Prinz aus dem Morgenland. (Es gibt irgendeinen aktuellen Anlass für diese Gewandung, aber ich komme gerade nicht d’rauf, alles kann ich mir auch nicht merken! Irgendwas mit Oman, glaube ich. Wollen die nicht Daimler kaufen oder Porsche oder Bosch? Ach ja, ursprünglich war Paul — ja, richtig — aus Maskat — ich hab’ gleich an Esel gedacht — ein Paket zugegangen, das er, der Compliance-Scheiße wegen — Sie wissen schon — zurückschicken musste; aber dann hat er sich das kleidsame Zeug eben auf eigene Rechnung kommen lassen.) Paul sieht sich also, mit irgendwie arabischer Miene, in der Gegend um. Und wird seinerseits von einem jungen Mann, der offenbar auf einen Zug der U 8 wartet und mit seinen schwer hängenden Armen von ferne an den Schlosser erinnert, den der Stuttgarter Maler Georg Friedrich Zundel 1901 auf die Leinwand gebannt hat, ziemlich unverwandt angesehen, worauf Paul ihn, absurderweise, fragt: „Kennen wir uns?“ Nun muss man wissen, dass im schönen Sillenbuch, wo vor genau 100 Jahren keine 100 Meter Luftlinie entfernt, Kirchheimer Straße 14, die Hautevolée des Sozialismus im Haus eben jenes Malers Zundel und seiner Frau Clara Zetkin ein- und ausging (alle zum Weltkongress der Sozialistischen Internationale in Stuttgart versammelt, 18.-24.8.1907, von Bebel und Liebknecht bis zu Rosa Luxemburg und Lenin, Stuttgart hatte schon immer ein Herz für Widerstandskämpfer… Marx plante praktisch jedes Jahr aus dem Londoner Exil nach Stuttgart umzusiedeln, Engels wollte hier eine Textilfabrik gründen, Trotzkij, von Lenin verrückt gemacht, träumte davon, in die Villa Berg zu ziehen, wie er Greta Garbo in einem Brief aus Mexiko anvertraute, und Stalin, der mit dem Widerstandskampf gegen die Reaktionäre auch vor den eigenen Reihen nicht Halt machte, hatte sich fest vorgenommen, 1973 von allen seinen Ämtern zurückzutreten und sich dann nach Stuttgart zurückzuziehen)… — Wo war ich jetzt? Ach ja, bei den guten alten Sitten und Gebräuchen, die in Sillenbuch, im Volk — kann man das noch so sagen? gibt es noch ‚Volk’? — immer noch lebendig sind, wie der Schlosser in seiner graugrünen Kluft jetzt beweist, indem er —: sich wortlos abwendet. Komisch, wenn man’s nicht kennt, aber das ist hier, in Sillenbuch und auch anderswo in Stuttgart, eine traditionelle Willkommensgeste. Volkskundler sagen, sie drücke Vertrauen aus. Indem man ihm den ungeschützten Rücken zuwende, bezeige man dem Unbekannten, Fremden, dass man ohne Arg gegen ihn ist, während man alle Verdächtigen natürlich im Auge behält. Klingt plausibel. Neulich im Fernsehen habe ich in einem witzigen Film, den Freund Clemens mir empfohlen hat („In 80 Speisen um die Welt“ oder so ähnlich, lief auf Arte), etwas Ähnliches gesehen: In Korea, wenn ich mich richtig erinnere, drehen sich die Leute nach dem Zuprosten zum Trinken auch den Rücken zu. Toll, oder? Immer wieder verblüffend, was man alles nicht weiß. Ein bisschen geschafft, nachdem er sich den ganzen Tag in Sillenbuch umgetan hat, unter Tausenden von umherschweifenden Touristen, Typ Stamokap-Flügel der FDP, alle darauf hoffend, zum runden Jahrestag der Konferenz vielleicht noch einen in der Luft liegenden Hauch von Klassenkampf und Revolution zu erhaschen, fährt Paul, der pünktlich Feierabend macht, weil er noch eine Verabredung hat (mit der melancholischen Beriwan, die alle naslang Vivienne Westwood zitiert: „Weniger fernsehen, mehr Bücher lesen, keine Unterwäsche tragen“), am Nachmittag um fünf zurück in die Stadt. Und findet in der Bahn, auf dem Sitz unter einer zerlesenen Ausgabe der StZ, einen Groschenroman, Titel: ‚Lustsklave des Schamlippenmonsters’. In einer letzten Amtshandlung des Tages, um Schaden von Stuttgarts Jugend abzuwenden, nimmt Paul geistesgegenwärtig das zweifelhafte Heft an sich und wirft es beim Umsteigen am Olgaeck, ohne dem Inhalt auch nur einen Blick gegönnt zu haben, in einen der dort montierten sprechenden Papierkörbe. „Sie schrecken wohl vor gar nichts zurück, wie?!“ pöbelt die Stimme vom Chip.

Kommentieren . Trackback-URL

17 Kommentare zu Paul geht baden. Teil 13: Lustsklave des Schamlippenmonsters

#1 kesselblick . 17.08.07 . 16:26 Uhr

Die “Rückenepisode” passt zu dem Dokumentarfilm, den ich vorgestern auf ARTE gesehen habe. Da ging es um die japanische Kapitulation im August 1945. Bevor nämlich diese Urkunde unterzeichnet wurde, musste US-Oberbefehlshaber McArthur von seinem Landeplatz in Süd-Japan 23 Kilometer nach Yokohama mit dem Auto fahren - in Feindesland, noch im Kriegszustand! Die Waffen schwiegen zwar schon, aber wer weiß… Auf jeden Fall stand auf der gesamten Strecke alle 50 Meter ein japanischer Soldat MIT DEM RÜCKEN ZUR STRASSE! Dies gilt als Bezeugung des Respekts.

#2 oxymo . 17.08.07 . 16:29 Uhr

Gibt es hier eine Funktion, mit der man Beiträge bestimmter Autoren ausblenden kann?

#3 Paul-geht-baden . 17.08.07 . 16:43 Uhr

Nö, aber es gibt eine Funktion, mit der man Kommentare löschen kann.

#4 Der_Frosch . 17.08.07 . 20:23 Uhr

Wieder ein sehr lesenswertes Stück vom (über den) badenden Paul. Gute Mischung aus verschrobener und anspruchsvoller Darbietung und interessantem Inhalt. Dafür mach sogar ich mal den ersten Schritt der berühmten Web2.0-Evolution mit: vom Konsumenten zum Kommentator.
Bemerkung zu den Meckereien von wegen Absätzen: Auch die fehlenden sind ein stilistisches Mittel. Wird zwar anstrengender zu lesen, hebt aber die Eigenheit des Textes hervor. Also nicht beirren lassen Herr Autor.
Ich muss zugeben, dass ich beim ersten Durchlesen nie so ganz dem Erzählstrang folgen kann. Kann man durchaus positiv sehen: wider die Informationsverkürzung und -verfälschung, welche dann schnell in irgendwelchen Plattheiten endet (siehe die inflationär mit dem Mikrosanft-Büropaket verbrochenen Leistungspunkt-Präsentationen).
Wäre übrigens schön, wenn die Leute merken würden, dass die Bibel nicht nur unter literarischen Gesichtspunkten “Crap” ist.

#5 Alex . 17.08.07 . 20:57 Uhr

Und warum funktioniert die nie, wenn man sie mal braucht?

#6 isnochys . 17.08.07 . 21:04 Uhr

Apropos Schamlippen..
war niemand auf der Tanz WM..
Weshalb steht hierüber auch kein Artikel drin!
:))
So ne Veranstaltung ist doch wichtig*lach*

#7 Der MfG . 17.08.07 . 21:07 Uhr

Lieber Paul geht Baden - unverständlich unglaublich diese Ausdrucksweise …. können Sie bitte immer noch ein Fazit unten hinschreiben, dass in heutigem deutsch und kurzen Sätzen, die nicht verschachtelt sind (und meinetwegen noch mit Zeilenumbrüchen) verfasst ist? Das wäre nett. Wahrscheinich bin ich doch nur der einzigste, der nicht wirklich weiß, was sie uns eigentlich sagen wollen. Ich bin durchaus in der Lage diverse Anspielungen auf Gesellschaft, Establishment, eigenarten stuttgarter Bürger herauslesen kann, jedoch verschließt mich der Sinn aller ihrer Beiträge jedesmal als gesammtes Kunstwerk…. WTF wollten sie uns eigentlich mit diesem Post mitteilen? Es ist irgendwie nie ein Thema erkennbar … nein es sind zeitgleich mehrere Themen erkennbar die in eine Rahmenhandlung von Paul eingeflochten werden …. aber was sagt dieser zusammengekehrte, geklebte, gepresste, gewürfelte Haufen wohlgeformter Worte als gesamtes aus?

Mir fällt gerade ein satz ein - vielleicht passt der ja:

“Wenn man Seitenweise über Exkremente, Ausscheidung, Flatulenz, Fäkalien oder Losung philosophiert, redet man doch die ganze Zeit nur von Scheiße und Kacke”

Sorry, dass ich nicht auf dem gleichen Niveau zurückantworten kann wie sie - aber wenn das eh nur für eine bestimmte Klientel ist - warum schaffen sie dann nicht einen eigene Platform dafür?

#8 Paul-geht-baden . 17.08.07 . 22:13 Uhr

@ Alex. Was? Die geht nicht? Hab’ sie noch nie benutzt, lass’ den ganzen Senf einfach stehen, meine kleine Sammlung von Blogger-Selbstporträts.

@ Isnochys & DER MFG. Hallo, ich hatte doch extra d’rangeschrieben: Nur für reife Persönlichkeiten.

@ DER MFG. Sie haben ja offenbar doch eine leise Ahnung davon, dass das, was Sie von sich geben, ein bisschen schlicht ist und Ihre stolpernden Sätze nicht das Nonplusultra an Verständlichkeit sind. Oder täusche ich mich da? Und trotzdem scheinen Sie der Ansicht zu sein, dass das Feld hier Ihnen gehören soll und für mich hier kein Platz ist, richtig? Ihr scheinheilig verbrämter Der-Neger-muss-hier-weg-der-stört-hier-Unterton ist aber genau das, was man, nach Ihren sonstigen Einlassungen, von Ihnen erwarten durfte. Glauben Sie, ich will Ihren Gospelchiller-Scheiß lesen? Schlage ich Ihnen deshalb vor, sich einen anderen Betschwesternclub zu suchen? Wenn Sie sich einbilden, dass ich hier verschwinde, weil ein paar Knalltüten sich überfordert fühlen und deshalb auf die Kacke hauen, dann haben Sie sich schwer geschnitten.

#9 isnochys . 17.08.07 . 23:36 Uhr

Ach..was ist denn eine reife Person?

#10 Paul-geht-baden . 18.08.07 . 00:16 Uhr

@ Isnochys. Vielleicht, mit einem Wort von Paul, “Arsch immer schön unter der Gürtellinie tragen” (auch wenn man russischen Tänzern begegnet)? Das wird schon noch.

#11 Tyler Durden . 18.08.07 . 01:02 Uhr

Ach du meine Güte, ich dachte den aggresiven Unterton in ihrem letzten Beitrag zu meinem, den ich mit Absicht nicht beantwortet habe, Herr Paul-geht-baden, hätte ich mir eingebildet, aber dass, was sie hier von sich geben klingt etwas arg selbstüberzeugt, können sie jetzt mir Kritik gar nicht mehr umgehen oder sind sie von irgendeinem bösen Trip nicht mehr runtergekommen?
Was ist denn hier los?

Kann man dieses Aufeinanderrumhauen gegen die netten Diskussionen von Frau Liamara und Herr Kesselblick tauschen?
Wo sind denn die ganzen netten Stimmen, die noch ein bisschen Humor hatten und kritikfähig waren hin?

#12 Der MfG . 18.08.07 . 03:32 Uhr

Also wenn Sie so schreiben, dass wirklich jeder das auch versteht, was sie eigentlich aussagen (also so ein Fazit wäre echt nett, wenn sie schon auf ihrem Schreibstil bestehen), dann kann das doch hier stehen bleiben. Ich habe jeden ihrer Beiträge gelesen und bin begeistert von ihrer Art sich auszudrücken. Wenn das aber soweit geht, wenn man sich so toll ausdrücken kann, dass sich einem Großteil der Leserschaft der Sinn verschließt … schreiben sie doch das, was sie schreiben wollen hier in einfach verständlciher Art und Weise - und so wie sie es geschrieben haben auf einen extra Blog?

Der Satz mit der Scheiße …. damit wollte ich nur sagen, dass man seitenlang über etwas reden kann und wohlgeformte Worte dafür nutzen kann und es trotzdem um was alltägliches geht. und da es nun so ist, dass sie ja schon ein paar Einträge hinterlassen haben und mir das auch nur bei ihenen so ging, dass ich mich gefragt habe …. “Was will er uns jetzt damit sagen?”, deswegen dachte ich mir, können sie ja so nen Blog eröffnen mit dieser literarischen Ausmalung und Perfektheit - und hier schreiben sie einfach ganz normal - oder eben mit einem Fazit hin, was sie aussagen wollen. Ich habe sie nie weghaben wollen.
Ich habe sogar mal gehört - ja ich glaube es klingt verdammt vermessen - aber man kann sogar in 2 oder sogar 3 blogs gleichzeitig schreiben - ohne das es Probleme gibt.

Es ist schon unglaublich der unterschied, wenn sie einen Beitrag schreiben oder wenn sie kritisiert werden. In den Kommentaren können sie ja unglaublich klar und direkt ihre Botschaft rüberbringen … und wirklich jeder kanns verstehen.

Ich mein - sie schreiben doch ihre Beiträge nicht NUR um sich und ihr können selbst darzustellen, oder?

Naja vielelicht verschließt sich Ihnen der Sinn von dem, warum ich ihnen das schreibe. Meinen Beitrag von der “Chillscheiße” haben die Leute ja wenigstens noch gelesen. Bei ihnen stehen Kommentare (und diese sind nicht von mir), dass das ding erst gar nicht mehr gelesen wurde. Meine ganze kritik soll ihnen vielelicht helfen ihre Leserschaft zu behalten oder gar zu erhöhen. Sie können einfach auch so weiterschreiben - und diese Leserschaft wird u.U. immer kleiner, wiel es vielleicht den Leuten zu mühselig ist nicht nur einen Beitrag zweimal bis fünfmal zu lesen, bis man durchgestiegen ist, nein, ein langer ist es dazu noch und schwer zu lesen, aufgrund der fehlenden Abshnitte. Und diese Dinge sind anderen Leuten schon viel früher aufgestossen.

Ich habe übrigens noch ca 1,5 Blogs in denen ich Sachen veröffentliche, die ich hier nicht schrieben will / (wahrscheinlich) darf.

Ih bemühe mich echt um konstruktive Kritik - also werden sie bitte nicht persönlich und abfällig!!!

#13 Wegschaffel . 18.08.07 . 09:41 Uhr

Ongelmat ja parannusehdotukset Lehdistö Kritiikki Käyttö Uuden artikkelin luominen Kuinka sivuja muokataan Schamlippenmonster?

#14 kesselblick . 18.08.07 . 11:18 Uhr

Leute, diese immergleiche Diskussion langweilt. Paul ist halt wie er ist: schwierig und deshalb gut. Ich finds klasse, wie er jeden Versuch, seine Texte zu “verbessern”, radikal abbürstet. So solls sein und deswegen umso wertvoller in Zeiten der Quotenwichserei allerorten.
Wems zu schwierig ist, der solls halt nicht lesen.

#15 Schnezagaigeler . 19.08.07 . 14:25 Uhr

@Paul-geht-baden: Diese literarische Sillenbucher Ulysses-Eskapade (bravo! Lesenswert und eine Bereicherung eines solchen Blogs) - und dann die Antwort auf MFG’s Kommentar, die direkt aus der sprechenden Mülltonne kommen könnte! Was soll ich davon halten? Sie werden mit Faust kontern: Zwei Seelen… Schade ist’s trotzdem, dass man sich solcherart desavouiert und Öl in ein recht überflüssiges Feuer gießt.

@MFG: Mal abgesehen davon, dass das Schöne an einem Blog wie diesem die Vielfalt ist - der Menschen, der Meinungen, der Stile - und sich meines Erachtens nicht alles auf den ersten Blick erschließen muss, fand ich die Geschichte von Paul lesenswert. Das geht mir nicht bei allen derartigen Geschichten hier so, aber die lese ich dann einfach nicht.

#16 Paul-geht-baden . 20.08.07 . 16:03 Uhr

@ Schnezagaigeler. Sie finden es also nicht ganz ladylike, wenn ich einem schwerhörigen Kommentator gegenüber, um einen gewissen Hallo-Wach-Effekt zu erzielen, mal die Wörter ‚Scheiße’ und ‚Kacke’ verwende? Das kommt mir, mit Verlaub, doch etwas verzärtelt vor. Ich habe, wie ich meine, ziemlich gute Gründe, grob zu werden, und, zugegeben, so ein bisschen Alarm zu machen, macht auch Spaß. Aber — im Ganzen haben Sie doch recht: Ich hätte gar nicht antworten sollen. Was mir sicher leicht gefallen wäre, wenn die Wortmeldungen von Ihnen, von Der Frosch und von Kesselblick vorher eingegangen wären. Die treuherzig-unbedarften Platzhirsche fangen ja immer nur dann zu röhren an, wenn sie glauben, dass ich ganz allein dastehe, und kuschen sofort, wenn die eine oder der andere sich hier zeigt und erklärt, dass sie/er meine Beiträge durchaus versteht, dass sie/er ihnen sogar Vergnügen abgewinnen kann. Ich halte es grundsätzlich für falsch, auch offensichtlich hirnrissige Kommentare unwidersprochen stehen zu lassen (weil es unter den stummen Mitlesern sicher genug Schwellenbegabte gibt, die das so auffassen, dass an dem Unsinn etwas dran ist). Man muss diese Leute irgendwie in Schach halten, zur Not mache ich das selbst, und halte auch brachiale Mittel für gerechtfertigt, aber viel lieber wäre es mir, die Gemeinschaft der Leser würde das übernehmen.
@ Kesselblick. Klasse, dass Sie klasse finden, dass ich Verbesserungsversuche „radikal abbürste“.
@ Tyler Durden. Wenn Sie glauben, dass ich mich selbst für einen tollen Hecht halte, dann liegen sie schief. Ich würde sagen: Resultat einer parallaktischen Verzerrung durch Niveau-Unterschied.
@ Der Frosch. Danke für Ihren freundlichen Kommentar (endlich mal was Analytisches!). Meine Lebensqualität hat sich sofort um irgendeine schöne Winzigkeit verbessert, als ich Ihre Nachricht gelesen habe (kam aus irgendeinem Grund bei mir erst am Samstag an). Bleiben Sie mir gewogen. Und melden Sie sich gerne wieder, auch wenn Sie mal etwas völlig missraten finden. Ich experimentiere herum, lasse die Sachen aber nicht liegen, sondern veröffentliche schnell, da sieht mit Abstand manches auch ungewollt schräg aus.
@ Wegschaffel. ???
@ DER MFG. Ich kann Ihnen nicht helfen, guter Mann fürs Grobe. Vielleicht gründen Sie mit Gleichgesinnten einen Paul-geht-baden-Exegese-Club, um Ihrer unglücklichen Leidenschaft zu frönen, Schwarmintelligenz ist doch gerade das große Ding (nichts für ungut, aber teilen Sie mir die Ergebnisse bitte nicht mit). Helfen würde sicher auch, wenn Sie neben Blogs und Nuckeltuch-Literatur auch mal etwas Richtiges lesen würden (wie ich Sie kenne, bitten Sie mich als Nächstes um eine Liste — bitte tun Sie’s nicht!). Vielleicht lernen wir uns ja, wenn der Stuttgart-Blog mit allen regelmäßigen Bloggern aus Anlass des zweijährigen Bestehens Anfang Oktober einen Betriebsausflug nach Paris macht, um dort in den Puff zu gehen, wie es uns der damals junge Haffmans Verlag (vgl. den Bericht von Eckhard Henscheid in: Der Rabe Nr. VI, Frühling 1984) vorgemacht hat— vielleicht lernt man sich bei solcher Gelegenheit ja auch mal ganz anders kennen, vielleicht kann ich Ihnen, wenn Ihnen auf der Fahrt im Bus schlecht wird, mal eine Tüte reichen — oder Sie mir? Bis dahin bitte keine Post mehr von Ihnen, okay?

#17 Stuttgart Blog » FULL FLAME in Stuttgart . 12.09.07 . 21:55 Uhr

[…] Anlehnung an diesen Post, mache ich hier auch einen […]

Made by 6B