Von liamara
Vermischtes . 17:42 Uhr
STZ-online berichtet heute über das große ausländische Lob, das Stuttgart bei dieser WM als Veranstaltungsort erfahren hat. Das entspricht wohl auch größtenteils dem Bild, das sich aufmerksame Stuttgarter selbst von der Stimmung gemacht haben - dergleichen konnte man ja auch hier im Blog oft nachlesen.
Ich rätsele jetzt allerdings immer noch, was die kroatische Zeitung mit “Krumpir-Salata” gemeint haben könnte. Schwaben vor?
#1 Frau Doktor . 29.06.06 . 17:52 Uhr
Krumpir salata heißt:
Kartoffelsalat
Ist ein Sprachforscher unter uns, der die lautliche Ähnlichkeit zum altschwäbischen Krumbiere, was ja auch Kartoffel heißt, erklären kann?
#2 Henning . 29.06.06 . 18:47 Uhr
Da es eine kroatische Zeitung war, vermute ich, dass es eher dem Klang nach aufgeschrieben wurde und daher “Krumbier(en)-Salat” heißen muss.
#3 Wegschaffel . 29.06.06 . 21:31 Uhr
Licht ins Halbdunkel könnten evtl. die Wirtsleute des Hedelfinger “Grombira-Stüble” bringen. Nebenbei könnte man dort einen Zwiebelrostbraten mit Bratgrombira verdrücken und zum Verdauen einen kroatischen 70%er hinterherschicken. Blöd bloss, dass man frühestens in zwei Monaten eine Chance auf einen eigenen Stuhl in diesem Etablissement hat, die sind nämlich emmer voll! Im übrigen möchte ich noch darauf hinweisen, dass “Krumbiere” die Pfälzer Schreibweise ist, bei ons dohanna hoisst des Grombira.
#4 Liamara . 29.06.06 . 21:40 Uhr
Ja dann vielen Dank für diese Aufklärungen. Schade, ich dachte schon es wäre was tolles… schwäbischen Kartoffelsalat mag ich doch nicht wegen der Fleischbrühe :(
#5 Julian . 29.06.06 . 22:43 Uhr
mhh, das ist doch kein Grund Grombira Salat nicht zu mögen. Der schmeckt einfach super mit Gemüsebrühe aus dem Bioladen.
#6 Liamara . 29.06.06 . 23:17 Uhr
Ja aber dann muss ich mir den doch selbst machen. Das ist ja dann kein schwäbischer Kartoffelsalat mehr ;)
#7 Henning . 30.06.06 . 01:49 Uhr
LOL @ kein schwäbischer Kartoffelsalat mehr
Ich oute mich hier mal als küchenmäßig total uninformiert, aber wieso Fleischbrühe bei Kartoffelsalat?
#8 Liamara . 30.06.06 . 08:06 Uhr
Wieso weiß ich auch nicht. Weil die Schwaben keinen Geschmack haben? *ganzganztiefduckundweg* :)
#9 Wegschaffel . 30.06.06 . 10:21 Uhr
Geschmacksdiskussionen können erfrischend sein, wenn man sonst nix zu tun hat. Und die Zahl der Rezepte für Kartoffelsalat dürfte bundesweit ungefähr der Anzahl von Küchenherden entsprechen. Lustigerweise ist meiner Erfahrung nach bei vielen Leuten das Rezept von Muttern lebenslang nicht zu toppen. Könnte ein Hinweis auf die Existenz von frühkindlichen Kartoffelsalatrezeptoren sein. Ich als “Fleischbrühkind” werde mein Leben lang niemals einen Kartoffelsalat mit Mayo runterkriegen.
Am letzten Wochenende hat mir übrigens so ein Hilfsgastronom einen Wurstsalat mit Joghurtsauce vorgesetzt und allen Ernstes behauptet, dass dieses weissschmierige Attentat durchaus üblich sei. Ich habe ihn trotzdem am Leben gelassen.
#10 kesselblick . 30.06.06 . 10:50 Uhr
@henning
Der schwäbische Kartoffelsalat wird mit Brühe angemacht –
Rezept – statt Mayonaise. Deswegen ist er auch immer lauwarm.
#11 Liamara . 30.06.06 . 11:39 Uhr
Ich bin heute auch kein Mayo-Fan mehr, aber so macht man den im Ruhrgebiet:
#12 Henning . 30.06.06 . 12:38 Uhr
Mit Mayo find ich auch eklig. War mir gar nicht aufgefallen, dass das vermehrte Auftauchen von Kartoffelsalat ohne mit meinem Umzug in den Süden zu tun hatte.
#13 Wegschaffel . 01.07.06 . 23:03 Uhr
Das “Grombirastüble” heisst natürlich “Knausbirastüble”. Der dortige Grombirasalat ist aber trotzdem lecker (mit Maggi!!)
#14 Liamara . 02.07.06 . 08:05 Uhr
Mit Maggi? Die spinnen, die Schwaben. *nochmalduckundweg* ;)
#15 Wegschaffel . 03.07.06 . 11:16 Uhr
Passen Sie mal auf, dass Sie es vom vielen wegducken nicht ins Kreuz kriegen und dann in die Hände eines spinnenden Schwabendoktors geraten. Die haben nämlich ein paar gspinnerte Spezialrezeptle auf Lager sag ich Ihnen, dagegen ist Fleischbrühe mit Maggi ein wahrer Segen.
#16 Liamara . 03.07.06 . 12:20 Uhr
Hm, der im letzten Jahr von mir zum Hausarzt erkorene Doktor hat ne Menge Porschemodelle in der Vitrine, aber ob er ein Schwabe ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Die Behandlungsmethode für einen verstauchten Fuß war jedenfalls ein altmodischer und sehr wirkungsvoller Zink-Leim-Verband. Halt ich nicht für spinnert. ;)
#17 visi . 23.08.07 . 18:23 Uhr
Krumpir ist ein aus dem Deutschen entlehntes Wort. Es wurde mit den ausgewanderten Donau-Schwaben auf den Balkan und bis nach Weissrussland getragen. Krum kommt von Krume. Wie Brotkrume oder eben Erdkrume, im Sprachgebrauch dann eben einfach Erde. Pir kommt von Birne (elsässisch Berra). In einigen Süddeutschen gegenden wird Krumberra auch auf die Süsskartoffel angewendet und wie in Östereich und der Schweiz Erdapfel/Herhöpfel/Herdepfl auf Kartoffel verwendet. Vom Konzept her bedeuten Kartoffel, Krumbirne und Erdapfel das selbe: Schmeckt süss, ist rundlich und kommt aus der Erde.
#18 isnochys . 23.08.07 . 20:35 Uhr
Das gibts auch im fränkischen..
Die Grummbiere..
Meine Oma aus dem böhmischen meinte nach ihrer Umsiedlung zunächst, dass damit Birnen gemeint wären
:))