Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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13 03.08

Kneipentour durch den Westen

Von bebel56
Leben, Freizeit, Essen und Trinken . 14:57 Uhr

Seit zwei Jahren wohne ich nun im Stuttgarter Westen. Ebenso lange will ich einer alten Umzugstradition gerecht werden, und das neue Viertel mit einer gepflegten Kneipentour einweihen.
Neulich war es nun endlich soweit. Wegen unserer extremen Bierlaune haben wir den Aktionsradius auf die Bebelstraße Stadteinwärts beschränkt. Wir wollten einfach möglichst wenig Zeit für den Weg “verplempern” und uns um das wesentliche kümmern: kneipentouren.

So ging es los kurz vor dem Vogelsang im

Stop #1: Pfiff
Die Deko-Abteilung hatte wohl den sonnig-warmen Märzbeginn verpennt - es war noch sehr winterlich/weihnachtlich dekoriert. Zapfqualität, Speisekarte und Personal haben jedoch auf ganzer Linie überzeugt. Nach zwei schnellen halben und der bösen Vorahnung, es könnte gefährlich enden heute, ging es raus und der eigentliche Marsch begann.

Stop #2: Taverna Yol
Wegen geschlossener Gesellschaft (inklusive Riesenvideokamera) nicht besucht. Das sah uns ne Spur zu offiziell aus. Wird aber nachgeholt, die Speisekarte verspricht türkische Küche abseits des Dönerbudenstandarts.

Stop #2: Westend
Der Name verwirrt etwas. Das Westend ist nicht am Ende des (Stuttgarter) Westens - eigentlich sogar eher mittendrin. Uns wars egal, jede Kneipe wird mitgenommen. Auf meinen Fusswegen in Richtung Stadtmitte bin ich etliche Male am Westend vorbei. Es erschien mir im Vorbeigehen immer als DIE Standard-Rentner-Kneipe. Ist es wahrscheinlich auch - es war aber trotzdem Klasse. Derbe Verkehr, ein paar ältere Herren, die wohl schon seit Tagen an der Theke klebten, und ein sch*** aufs Rauchverbot. Aus dem Grund gabs dann auch zwei, drei Halbe mehr als geplant - was sich beim verlassen der Kneipe schon bemerkbar machte.

Stop #3: Hexenstäffele
Eigentlich nicht an der Bebel-, sondern an der Forststraße gelegen, sind wir trotzdem rein. Der Name und der kleine, witzige Eingang haben gelockt.
Der kleine Eingang setzt sich im Innern fort - es ist sehr übersichtlich. Ausser uns waren zwei Gäste und ein Hund da. Der Hund im Ponyformat blockierte auch prompt den Zugang zum einzigen Tisch im Lokal. Nach gutem Zureden zu Hund und Bedienung hatten wir einen Platz, zwei Halbe und drei Ouzos. Fazit: übersichtlich, anscheinend eingeschworenes Stammpersonal.

Stop #4: Hinterhofkneipe
Bebelstraße Ecke Schwabstraße, versteckt im Hinterhof befindet sich diese Lokalität. Der Innenausbau erinnert an Schrebergarten, Vereinsheim und Partykeller. Wenn der Besitzer nur Werbung machen dürfte - hier würds garantiert brennen! Er darf aber leider nur ein kleines Klappschild auf die Straße stellen. Wir hatten aber mittlerweile die richtige Biernase und habens natürlich entdeckt.
Es erwarteten uns nette Kümmerling-Kränze, hübsch dekoriert mit hartgekochten Eiern und Grissini-Käsestangen, welche uns zu den Bieren vorzüglich reinpassten. Nach einer kleinen Gesangseinlage unsererseits zur Belustigung des Wirts und des einen Gastes sind wir dann auch wieder raus.
Fazit: siehe oben: es würde brennen hier, wenn nur mehr Werbung erlaubt wäre.

Stop #5: Jenseitz
Eine nette Bar/Lounge, ganz in weiß und Pink gehalten. Nach den vorhergegangenen gutbürgerlichen Ecklokalen war das schon ein Stilwechsel. Wir freuten uns auf die Abwechslung und gingen über zu Sekt und Beck’s.
Fazit: Ein sehr gut besuchter Ort für Freunde gleichgeschlechtlicher Liebe und schlechter Musik.

Ab jetzt setzten die ersten Gedächtnislücken ein - wir endeteten auf jeden Fall morgens früh im Oblomov - wie schon so oft.
Das war mal wieder eine Tour - mit nur fünf Kneipen ziemlcih übersichtlich, dafür aber hoch komprimierter Biergenuss vom Feinsten. Der ein oder andere Laden wird bestimmt nochmal besucht!

Es grüßt und stellt sich mit einem Strassenbericht vor,
nerwoest

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13 Kommentare zu Kneipentour durch den Westen

#1 Case . 13.03.08 . 16:55 Uhr

Für mich als Freund der gepflegten Kneipentour ein sehr interessanter Bericht; ich wohne zwar weder im Westen noch - momentan - überhaupt direkt in Stuttgart, werde das aber mal an meinen im Westen wohnenden Kollegen weiterleiten.

5 Kneipen + Obi sind auch eine durchaus ansprechende Leistung. ;)

P.S.: Okay, waren ja nur 4 besuchte, aber nichtsdestoweniger…

#2 Plasier . 13.03.08 . 18:49 Uhr

Auch für mich, als Freund des gepflegten Suffes, ist dieser Bericht eine nützliche Anleitung…
Gibt es diese auch für den Osten der Stadt? Wäre das nicht etwas für das nächste Wochenende, verehrter Bebel56?

In froher Erwartung was da kommen mag, Plasier.

#3 Nordman . 13.03.08 . 23:58 Uhr

Hallo, es wäre hilfreich wenn man noch erfahren könnte welche Biere ausgeschenkt wurden. In Stuttgart leider ein K.O. Kriterium für bestimmte Kneipen. Die meisten der hiesigen Biere kann man schlichtweg vergessen.

NM

#4 Liamara . 14.03.08 . 07:41 Uhr

Ich kann nicht für die Kneipenleistung sprechen, aber im YOL hatten wir unsere Weihnachtsfeier 2006. Sehr gutes Essen. :)

#5 Wegschaffel . 14.03.08 . 18:57 Uhr

Eine äusserst ungesunde, flegelhafte, hilariöse und auf einen ausgeprägten Mangel an sittlicher Reife hindeutende Feierabendaktion. Schad’, dass meine alte Leber sowas nicht mehr mitmacht …

#6 Case . 14.03.08 . 19:26 Uhr

Man muss seinem Körper auch mal zeigen wer Herr im Haus ist. ;)

#7 konservativ . 14.03.08 . 20:12 Uhr

originelles Thema. Stuttgart geht aus , super. Da kann jeder zustimmen, das kennt man, hat nicht jeder von uns schon mal ein bier getrunken?

#8 Lomovogt . 15.03.08 . 08:11 Uhr

Respekt, bebel56! Eine wahrhaft sportliche Leistung!
Lag es nur am zu scharfen Tempo gleich nach dem Start, dass Sie das Flagschiff der Bebel-Kneipenkultur, nämlich das Ackermanns, im Endspurt nicht mehr ansteuern konnten? Oder war Ihnen in Ihrem Zustand die Überquerung der Schwabstraße zu gefährlich?

#9 hans . 15.03.08 . 19:38 Uhr

Als ich bei meiner Tante in Stuttgart zu Besuch war(Jahre her) besuchten wir mal das Jenseitz. Ein echt freundliches Ambiente, leider ziemlich verraucht.

#10 bebel56 . 16.03.08 . 12:58 Uhr

Dass wir das Ackermanns ausgelassen haben, ist uns am nächsten Tag auch aufgefallen. Ich hab keine Ahnung, warum wir daran vorbeigelaufen sind … zu übersehen ist es ja eigentlich nicht ;-)

#11 Frau Doktor . 16.03.08 . 21:32 Uhr

Könnte das Versäumnis vielleicht etwas mit …. Alkohol zu tun haben?

#12 albertW . 10.07.08 . 18:40 Uhr

Bin einmal im Ackermanns gewesen. war echt cool, ist aber schon lange her.

#13 Andreas . 30.07.08 . 18:29 Uhr

Im Westend bin ich bis jetzt 2x gewesen. Das Rauchverbot scheint dort wohl nicht zu gelten.

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