Von nick
Politik, Stuttgart 21 . 16:22 Uhr
Da die Mehrheit der Stuttgarter Bevölkerung noch immer nicht die vielen Vorteile von Stuttgart 21 erkannt hat, haben die zuständigen Gemeinderatsfraktionen jetzt erkannt, dass eine weitere Informationsoffensive von Nöten ist. Die Informationsausstellung im TurmForum Stuttgart 21, in der Eintritt und sogar Führungen kostenlos sind, konnte wohl noch nicht überzeugen. Damit sich das endlich ändert, wurde jetzt beschlossen, einen Informationspavillon dort zu errichten, wo die meisten Menschen anzutreffen sind: Mitten auf dem Schlossplatz. Kosten: Eine Million Euro. Nein, kein Scherz.
Ich nenne das Realsatire. Mit aller Gewalt werden über Jahrzehnte mit Werbekampagnen (zu denen auch die Propaganda im Bahnhofsturm gehört) Millionen in den Sand gesetzt, um den Menschen die Möglichkeit einer eigenen Meinungsbildung zu nehmen. Sehr demokratisch. Da trotz jahrelanger dreister Propaganda immer mehr Menschen gegen Stuttgart 21 sind, wird die Meinung nicht etwa respektiert, sondern es wird mit aller Gewalt weiter versucht, die Meinung zu berichtigen. Mit immer dreisteren Methoden. Mit einem Info-Pavillon an der Stelle, an der täglich die meisten Menschen entlanglaufen. Das ist nur zum informieren, versteht sich.
Im Übrigen verstehe ich gar nicht, warum denen so sehr an unserer Meinung liegt. Die entscheiden doch eh über unsere Köpfe hinweg und jeglicher Widerstand geht vollkommen an ihnen vorbei. Oder doch nicht? Ich jedenfalls werde um den künftigen Info-Pavillon lieber einen großen Bogen machen.
#1 Frau Doktor . 16.01.09 . 16:57 Uhr
#3 mmr . 16.01.09 . 18:04 Uhr
Versucht du nicht mit deinem Beitrag unser aller Meinung “zu berichtigen”?!
Ansonsten kann ich mich nur DER MFG anschließen und sagen NEEEIIN, EIN INFOPAVILION !!!!
#4 PhilGrooves . 16.01.09 . 19:11 Uhr
“Mit aller Gewalt werden über Jahrzehnte mit Werbekampagnen (zu denen auch die Propaganda im Bahnhofsturm gehört) Millionen in den Sand gesetzt, um den Menschen die Möglichkeit einer eigenen Meinungsbildung zu nehmen. Sehr demokratisch.”
Irgendwie bilden sich ja die Menschen trotzdem eine (andere) eigene Meinung, so wie hier im Blog z.B.. Wie passt das denn zusammen?
#5 Malte . 16.01.09 . 19:29 Uhr
“Da trotz jahrelanger dreister Propaganda immer mehr Menschen gegen Stuttgart 21 sind…”
Haltlose Behauptung und viel eher Propaganda als die Information über das Projekt. Ich wünsch Dir für 2009, dass Du endlich eine konstruktive Aufgabe findest.
#6 nick . 16.01.09 . 21:42 Uhr
@ Malte, laut Umfragen der StN sind tatsächlich immer mehr Menschen gegen S21.
Im Übrigen sehe ich die Aufgabe der Politik nicht darin, Meinungen zu bilden oder gar Webekampagnen für die eigenen Vorhaben zu starten. Vielmehr sollte die Politik die Meinung des Volkes repräsentieren, und gerade findet das Gegenteil statt.
Und ich dachte, dass die Ironie des Begriffs “Infopavillon” auf der Hand liegt. Es ist doch klar, was die Aufgabe dieses Projektes ist: Schöne Bilder und Filme zu zeigen, wie im Bahnhofsturm seit Jahren schon, um die Besucher zu beeindrucken und für das Projekt zu gewinnen. Und das ausgerechnet an dem Ort, an dem jeden Tag tausende Fußgänger gar nicht daran vorbeilaufen können. Und dafür wird eine Million Euro investiert. Was hat das bitte mit “Information” zu tun?! Das selbe gibt es doch heute schon im Bahnhofsturm, nur ist man halt draufgekommen, dass nicht jeden Tag die Menschenmassen daran vorbeilaufen.
Abgesehen davon sind wir hier in einem Blog. In dieser Plattform ist die persönliche Meinungsäußerung angebracht, aber in der Politik gelten andere Regeln. Soviel zur “Berichtigung von Meinungen”. Und wer schonmal im Bahnhofsturm war, weiss, was ich mit dreister Propaganda meine.
#7 Jack Hanson . 17.01.09 . 00:32 Uhr
Der Begriff “dreiste Propaganda” mag etwas übertrieben sein, denn wenn man ihn hier anwenden würde, müsste man jede Imagekampagne, jede PR-Aktion, eines jedes Unternehmens, jeder Institution, jedes Fussball-Clubs als “dreiste Propaganda” bezeichenen… das ist hier aber nicht der Punkt.
Dieser ist doch daß der Rückhalt für dieses Projekt in der Bevölkerung (endlich) zu schwinden scheint, und das scheint man so langsam zu begreifen im Rathaus, also wird man unruhig…
Und das führt dazu daß man 1 Mio (als ob es in Stuttgart keine andere Verwendung für 1 Mio gäbe….!!!!!!) für eine Werbe/Imagemassnahme ausgibt, die es schon zigfach gegeben hat, man plaziert sie nur an einem anderen Ort.
Das ist schlicht und einfach ein Witz, wie Nick schon sagt, die Politik soll UNSERE Meinung repräsentieren, stattdessen zwingen sie uns IHRE Meinung auf, und alles andere ist nicht geduldet
#8 circulus . 17.01.09 . 02:10 Uhr
#9 nick . 17.01.09 . 12:50 Uhr
Ich verstehe nicht, was ihr an meiner Formulierung so daneben findet. Allen Schlossplatz-Besuchern wird in Zukunft S21-Werbung praktisch vor die Nase gehalten. Und dafür wird eine Million Euro investiert. Das ist erstens Propaganda (wie auch Joe Bauer schreibt) und zweitens dreist, vor allem, das alles dann noch als Info-Pavillon zu bezeichnen. Da bleibe ich dabei.
#10 der Flaneur . 17.01.09 . 15:12 Uhr
Ich freue mich auf den Info-Pavillion.
Zum Ersten gibt die Investition den Unbelehrbaren unter uns die Möglichkeit zum rechten Glauben zurückzufinden und dient zudem auch noch der Konjunkturbelebung - zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!
Und zum Zweiten wird es bestimmt ein unvergessliches Einweihungsfest geben ;-)
#11 Frau Doktor . 18.01.09 . 21:31 Uhr
#12 Case . 20.01.09 . 15:25 Uhr
Im Übrigen verstehe ich gar nicht, warum denen so sehr an unserer Meinung liegt. Die entscheiden doch eh über unsere Köpfe hinweg und jeglicher Widerstand geht vollkommen an ihnen vorbei. Oder doch nicht?
Klar ist denen die Meinung egal, aber das ist wie bei 1984: da kommt auch erst die Gehirnwäsche, damit man den Großen Bruder gut findet, danach wird man trotzdem erschossen.
#13 Gerhard Dongus . 14.02.09 . 14:50 Uhr
Der Info-Pavillon kommt nun doch nicht. Doch die Mehrheit im Stuttgarter Gemeinderat will das nicht wahrhaben. Ein Grund mehr die Befürworter von Stuttgart 21 im Gemeinderat bei der Kommunalwahl abzuwählen.