Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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15 10.10

Herr Fischer ist dagegen

Von Donna Lüttchen
Vermischtes . 02:14 Uhr

Viel gibt es nicht, was einen bei solch lausigem Nebelherbst hinter dem Ofen hervorzulocken imstande wäre. Immerhin mich lockte es heute Abend. Das Universum am Charlottenplatz. Mit dem großartigen Roman Fischer und seinen Mannen. Nach langem Darben während des Konzert- losen Sommers konnte ich kaum an mich halten vor Freude, eines der unbestritten größten Indie- Talente in meiner Stadt erleben zu können. Jawohl, ich hatte die Tage gezählt bis zu diesem Termin und im Kalender abgestrichen. Den Herrn Fischer nämlich halte ich für einen Ausnahmekünstler, den mag ich schon sehr gern.
Nun weiß ja ein Jeder, dass das so eine Sache ist mit Ausnahmekünstlern. Ansichtssache zum Beispiel. Nur ich vergesse so etwas zuweilen, wenn mein musikalisches Herz allzu sehr schlägt für jemanden. Und so war ich gelinde gesagt geschockt über die gähnende Leere, mit der das Uni mich empfing. Es sah so aus, als stünde ich mit meiner hohen Meinung über Roman Fischer doch recht alleine da.
Lag es nun am Wetter, am fehlenden Support durch Funk und Presse oder daran, dass das Universum für Unkundige schwer bis gar nicht zu finden ist- OH, Napoleon und Roman Fischer traten vor geschätzten dreißig Leuten auf. Was ich unfassbar schade fand.
Und doch- es hatte seinen Reiz. Vor allem da beide Acts der Situation durch Witz und Professionalität Herr wurden. Das Publikum dankte es ihnen durch wärmstmöglichen Applaus und tapferes Johlen- allein, die rechte Stimmung braucht eben vielleicht doch das ein oder andere klatschende Händepaar mehr.
Ich für meinen Teil schwanke noch immer zwischen Fassungslosigkeit und Hochstimmung- immerhin, solch intime Konzertmomente werden einer Musiknärrin nicht jeden Abend zuteil.
Jetzt entscheide ich mich einmal für die Hochstimmung und hoffe inständig auf bessere Zeiten und vollere Säle für Roman Fischer. Sehr gern auch wieder in Stuttgart.

Um das derzeitige Thema des Blogs nicht zu verfehlen: es wurde auch im Universum über S21 geredet. Herr Fischer ist dagegen.

4 Kommentare zu Herr Fischer ist dagegen

#1 MC_ . 15.10.10 . 08:49 Uhr

Ja, Schade. Kenne solche Konzertereignisse auch. Allerdings kenne ich Herrn R. Fischer nicht. Von daher bin ich hoffentlich entschuldigt.

nebenbei bemerkt: S21 ist nicht “das…Thema des Blogs”. Es ist DAS Thema in der Stadt, wenn nicht sogar der Republik (mittlerweile).

#2 nick . 15.10.10 . 12:55 Uhr

Dagegen? Nächstes Mal geh ich auch zu Roman Fischer. ;-)

#3 Paul-geht-baden . 15.10.10 . 13:20 Uhr

Sie haben offenbar ein Talent dafür, in Konzerte zu gehen, die außer Ihnen kein Mensch hören und sehen will. Eine Anmerkung zum ‘Universum’ : Als wir vor ein paar Wochen dort zu Mother Tongue gehen wollten, sind wir auch erst herumgeirrt, ehe wir es fanden. Obwohl das nicht unsere Musik war (Gröhlrock, Publikum: fast nur junge Männer - Hat nicht irgendwer mal gesagt, dass Rockmusik nur Ausdruck von sexueller Frustration ist?), hielten wir bis zum Schluss durch, gingen aber, als die Zugabe anfing. Die Lage des ‘Universum’ im Bauch der weitläufigen U-Bahn-Station Charlottenplatz sorgte jedoch dafür, dass das noch nicht alles war: Auf dem Bahnsteig, auf dem wir auf unsere Stadtbahn warteten, wurden wir, nur wenig gedämpft, noch ein paar weitere Minuten lang von Mother Tongue beschallt. Skurriles Erlebnis.

#4 Donna Lüttchen . 15.10.10 . 17:57 Uhr

#2: Bitte, wenn Sie so freundlich wären, den Smiley am Ende Ihres Kommentars zu entfernen- kommen Sie lieber wirklich…

#3: Je nun, irgendein Talent sollte man schon jedem zubilligen. Auf meines allerdings hätte ich gestern doch gern verzichtet. Man steckt nicht drin.
Täte ich Herrn F. wohl einen Gefallen, besuchte ich sein Konzert am Sonntag in Potsdam? Aus lauter purem Egoismus fürchte ich allerdings, dass ich meine Entscheidung diesbezüglich nicht davon abhängig machen würde. Hoffentlich muss ich dort nicht zur Strafe herumirren!