Von Westbalkon
Vermischtes . 18:43 Uhr
Klettpassage Stuttgart. Ein junger Punk steht vor der Wache, in einer Lache Erbrochenem. Fassungslos schaut ihn das Auge des Gesetzes, ein aus der Wache aufgeschreckter Polizist, an. “mrschlgwmpf”, murmelt der Punk. “DES SEH ICH DASS DIR SCHLECHT ISCH - PUTZ WEG!” brüllt der Polizist zurück.
#1 Plasier . 26.11.08 . 12:04 Uhr
…traumhaft…
#2 MC . 26.11.08 . 22:44 Uhr
Freund und Helfer halt.
#3 Tickets . 01.12.08 . 17:24 Uhr
Genauso stelle ich mir unseren Rechtsstaat vor!
#4 Plasier . 02.12.08 . 15:46 Uhr
Na, wenn man evtl. täglich mit solchen Bürgern in den vielfältigsten Formen zu tun hat…. hab ich Verständnis für solch eine Reaktion…
#5 Frau Doktor . 02.12.08 . 19:16 Uhr
Ich finde die Reaktion der Ordnungshüter eigentlich ganz schlagfertig - und die Aufforderung zum Wegputzen korrekt.
#6 paul-geht-baden . 03.12.08 . 00:32 Uhr
Langsam verliere ich den Glauben, Frau Doktor. Jemanden, dem’s nicht gut geht und der deshalb wehrlos ist, auf die autoritäre Tour anzugehen - das finden Sie schlagfertig? Und wie soll das denn gehen, das Wegputzen? Haben Sie immer einen Eimer mit Wasser dabei, für solche Fälle? Oder ziehen Sie Ihre Bluse aus und wischen damit den Gehweg auf? Ach, Ihnen passiert so etwas nie? Ja, dann. Haben Sie sich hier nicht mal zum praktizierten Christentum bekannt? Dann gilt Ihre Nächstenliebe vermutlich nur Leuten, die entweder überhaupt nie kotzen oder es im Fall des Falles wenigstens rechtzeitig bis ins Klo schaffen. Oder hängen Sie vielleicht einer Richtung an, bei der man den Elenden in die Kniekehlen tritt?
#7 Frau Doktor . 03.12.08 . 11:15 Uhr
Da haben sie mich erwischt, Herr Paul-geht-baden. Christliche Nächstenliebe sieht anders aus. Aber als pietistisch erzogener Mensch fällt mir das Nächstenlieben der Pennerpunks sehr, schwer - und als Teil einer Ordnungshüter-Familie sympathisiere ich sofort mit dem Polizist.
#8 paul-geht-baden . 03.12.08 . 12:20 Uhr
Okay, verstehe. Vorurteile hat ja jeder. Und wenn man sie nicht leugnet, wenn man sie kennt, kann man sie meistens ganz gut in Schach halten, und es kommt gar nicht erst dazu, dass Onkel Ewald mit dem erhobenen Zeigefinger wackeln muss. Schlimm ist es mit den Leuten, die sich selbst für “vorurteilsfrei” halten: das sind in der Regel die richtigen Barbaren.
#9 Plasier . 03.12.08 . 13:29 Uhr
@Paul-geht-baden
Ich finde Ihre Reaktion eher naiv und wirklichkeitsfremd. Hier geht es auch nicht um Vorurteile, sondern um Tatsachen. Glauben Sie mir.
#10 Mythen in Tüten . 03.12.08 . 14:04 Uhr
Erst durch Aktion: Punk kotzt, und Reaktion: Polizist schimpft, wird daraus eine nette Geschichte, die so weitergehen könnte indem Frau D. vorbeikommt, sich nackt auszieht und mit Ihrer Bluse das Erbrochene des Punks aufwischt, die Bluse dem Polizisten in die Hand drückt und mit erhobener Faust ruft: Viva la Revolution. Anschließend: Fallender Vorhang, Applaus etc. pp.
#11 Frau Doktor . 03.12.08 . 14:19 Uhr
Ähm, ich trag’ eigentlich nie Blusen. Und ich würde eigentlich lieber “Hasta la victoria siempre!” rufen. Nachdem ich die Kotze aufgeputzt habe, sollte sich um mich ein Chor aus Punkerpennern und Polizisten formieren, der auf der großen Treppe zum Hauptbahnhof einen schmissigen CanCan hinlegt - am besten auf eine von Baz Luhrman komponierte Version der Internationalen. Dann schwebt von oben P-G-B ein, erteilt uns die Absolution und dann Vorhang!
#12 Mythen in Tüten . 03.12.08 . 14:25 Uhr
Wann ist Premiere?? Schnittchen und Getränke sind schon in Arbeit.
#13 paul-geht-baden . 03.12.08 . 15:31 Uhr
@ Plasier Das kommt Ihnen nur so vor, glauben Sie mir. Hier auf der Neumeyer-Station habe ich natürlich, sagen wir, eine gewisse Distanz zu allem Möglichen, das schon, was mich aber nicht daran hindert, ziemlich deutlich zu erkennen, dass die “Tatsachen”, von denen Sie so lebendig erzählen (und die übrigens ganz enge Verwandte sog. “Sachzwänge” sind, wo man dann gar nicht mehr anders kann, so hilf mir Gott!), Chimären sind, Halluzinationen, die von einer gewissen Engstirnigkeit erzeugt werden (aber fragen Sie mich nicht, wo die Engstirnigkeit herkommt). Das geht nach dem Prinzip: je engstirniger, desto “tatsächlicher” wirken die Hirngespinste. Was den unschätzbaren Vorteil hat, dass man praktisch nicht mehr ins Kino zu gehen braucht. Mit eiskalten, aber ganz herzlichen Grüßen aus der Arktis.
#14 Wegschaffel . 04.12.08 . 19:04 Uhr
___PGB: Zum Thema Kotzen und Staat - haben Sie sich antizipatorisch schonmal weitestmöglich aus dem Dampfkreis Ihres Stuttgartes Tourismusförderungssumpfes entfernt, oder gehört antarktisches Abhängen zum normalen Abhärtungsprogramm? PS: Obacht vor dem Ekström-Schelfeis. Ein Tick zu viel im Gin Tonic und in der Stirn wirds eng wie nie.
#15 Mythen in Tüten . 05.12.08 . 12:39 Uhr
@ W.
Obacht vor dem Ekström-Schelfeis. Ein Tick zu viel im Gin Tonic und in der Stirn wirds eng wie nie.
Bravissimo. Ist der von Ihnen?