Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
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13 12.07

Goodnews4Trash

Von Schnezagaigeler
Vermischtes . 12:35 Uhr

Man wundert sich ja schon ein bissel über so manche Web 2.0 Blüte, die da ihre Blätter öffnet. “Goodnews4Baden-Wuerttemberg” ist so eine (www.goodnews4baden-wuerttemberg.de). Da wird als “Interview der Woche” ein Video mit Günther Oettinger verprochen. Das “Interview” entpuppt sich als Mitschnitt einer Pressekonferenz, und gezeigt wird Oettingers Antwort auf die Frage, ob er sich von den Medien in seiner Scheidungsangelegenheit unter Druck gesetzt gefühlt habe. Habe er nicht, sagt er. Das war’s dann schon fast. Dasselbe “Interview” wird auf derselben Seite nochmal als “Reportage” angeboten. Und dann gibt’s dazu noch einen flott gesprochenen 1-Minuten-Bericht, dessen Inhalt sich in der Aussage erschöpft: “Sein umtriebiges Politkerlenen hat wohl jetzt seinen privaten Preis gefordert. Der Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann sagte einmal, Öttinger würde jedes Heckenfest besuchen.”

Schade um die Bandbreite.

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6 Kommentare zu Goodnews4Trash

#1 Christine George . 05.04.08 . 18:52 Uhr

… wenn ihr schon so neunmal klug seid, dann schreibt weingestens den Namen des Mnisterpräsident richtig…”Öttinger” heißt Oettinger…

#2 Herr S . 06.04.08 . 10:53 Uhr

Kennen Sie, Frau George, den Spruch von dem, der im Glashaus sitzt? Was der mit Steinen nicht tun sollte? Nein? Dann will ich Ihnen mal auf die Sprünge helfen:

  • „Neunmalklug“ schreibt man zusammen.
  • Es muss „wenigstens“ heißen, nicht „weingestens“.
  • „Ihr“ als Anrede schreibt man groß.
  • Des Ministerpräsidenten muss es heißen (Genitiv). Und „Minister-“, nicht „Mnister-“.
  • Ihr eröffnendes Anführungszeichen ist im deutschen Sprachraum falsch.
  • Ersetzt die Ellipse (…) ein ausgelassenes Wort, ist sie mit Leerzeichen zu setzen und darf nicht am vorangegangenen Wort kleben.

Nicht schlecht für 2,2 Zeilen, finde ich. Aber denken Sie an die Sache mit den Steinen. Im Zweifelsfall hilft auch die goldene Regel: Im Suff lieber kein Internet nicht.

#3 Schnezagaigeler . 06.04.08 . 15:28 Uhr

„Ihr“ als Anrede schreibt man groß.

Aber doch nicht bei einer Personengruppe, oder? Ich dachte immer, “euch” und “ihr” wird nur dann groß geschrieben, wenn man den Pabst oder König damit anredet, also eine Einzelperson: “Ich küsse Euch die Füße, Hochwürden”. Oder beim Normalsterblichen: “Das war Ihr Fehler, Herr Müller!” Aber: “Damit habt ihr euer Leben verwirkt, ihr Taugenichtse!”

#4 Herr S . 06.04.08 . 16:36 Uhr

Genau so habe ich Frau George auch verstanden. Bevor ich mich dazugruppierte, war außer Ihnen ja kein Neunmalkluger zu erkennen. Also bin ich von einer singulären dritten Person ausgegangen, nicht von einem saloppen Plural. Übrigens muss es „Papst“ heißen, nicht „Pabst“. Der kommt nämlich nicht vom Babba, sondern vom Papa.

#5 Paul-geht-baden . 06.04.08 . 18:13 Uhr

Ach, kommen Sie, Herr S. Bitte nicht eingraben. Irrtümer werden nur größer, wenn man sie leugnet. Wenn die Leserbriefschreiberin eine “singuläre dritte Person” gemeint hätte, hätte sie doch wohl “wenn Sie […] sind” usw. gesagt - es sei denn eine Zeitreisende aus dem 18. Jahrhundert hat sich in unseren Blog verirrt (was unwahrscheinlich, aber nicht ganz auszuschließen ist, wenn ich noch auf dem neuesten Stand bin). Meiner Meinung nach handelt es sich eindeutig um einen Plural, in dem die Auffassung aufgehoben ist, dass der angesprochene Einzelne zu einer ganzen Mischpoke von irgendwie als konträr empfundenen Leuten gehört. Der Plural vergrößert nicht nur die Einzelperson, an die Frau George sich wendet, zur Gruppe, sondern auch den Vorwurf in der einzelnen Sache zu einer größeren, allgemeineren Ablehnung der ganzen - sagen wir: Denkungsart, hier des geschätzten Kollegen Schnezagaigeler, und spricht ihr, der Denkungsart, auch noch alles Individuelle, Selbstgeleistete ab und rückt sie in die Nähe einer verbreiteten (dummen) Masche, eines gedankenlosen Nachplapperns von etwas irgendwo Gehörtem. Diejenigen, die sich dieses rhetorischen Kunstgriffs bedienen, meinen natürlich, dass sie ihr(e) Argument(e), soweit davon die Rede sein kann, damit schlagkräftiger machen, tatsächlich aber verrät die Aufplusterungen, wie stets, nur usw. usf. In allem anderen bin ich d’accord mit Ihnen und wünsche mir viel mehr solch detaillierter Kritik. War deprimierend, was es hier in den letzten Wochen zu lesen gab, auch an Kommentaren.

#6 Herr S . 06.04.08 . 23:04 Uhr

Okay, okay, mein lieber Paul, ich gebe zu: Sie haben mich erwischt. Ich muss Ihnen aber nicht erzählen, dass Vorhaltungen umso mehr Kraft entfalten, je mehr von ihnen man auf den Tisch knallt, nicht? Tatsächlich vermute ich Frau George in den Reihen der behandelten Unternehmung, und dass deren Gegenwehr dermaßen peinlich ausfällt, unterstreicht den Gedanken des Ursprungsartikels immerhin aufs Nachdrücklichste. Will sagen, insofern passt ja alles wieder. Irgendwie. Deprimieren sollten Sie sich jedenfalls nicht lassen, das wäre wirklich zu schade.

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