Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
Stuttgart Blog, Stimmen der Stadt
12 04.12

Glück gehabt: Kein Vorsatz bei der Verharmlosung von Nazi-Verbrechen nachweisbar

Von Frau Doktor
Vermischtes . 08:57 Uhr

Die Leser erinnern sich vielleicht an diesen Blog-Beitrag: Ein Denkmal der Fühllosigkeit. Was ich damals nicht wusste: Während ich versucht habe, Frau und Herrn Erbslöh die Unhaltbarkeit ihrer Behauptung klar zu machen, hat jemand anderes sie wegen Volksverhetzung angezeigt. Gestern hat nun die Staatsanwaltschaft Stuttgart mitgeteilt, dass sie die Anzeige nicht weiter verfolgen wird. Ihre, für mich gut nachvollziehbare Begründung:

Das Verhalten des Ehepaars sei „historisch und moralisch fragwürdig, und es erscheint abstrakt geeignet, nationalsozialistisches Unrecht zu verharmlosen.“ Die Darstellung „unbehelligten“ Lebens werde den Lebensbedingungen jüdischer Mitbürger Ende der 1930er Jahre „kaum gerecht“. Da sich die Tafel aber alleine auf die Wohnsituation der Henles in der Hohentwielstraße beziehe, könne nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass vorsätzlich nationalsozialistisches Unrecht verharmlost werden sollte.

(Zitat aus Stuttgarter Zeitung online)

Die Zeit, die für diese fruchtlosen Rechtsstreitigkeiten bisher verschwendet worden ist, hätten die Erbslöhs lieber mit der Lektüre von Raul Hilbergs “Die Vernichtung der europäischen Juden” und Christopher Brownings “Judenmord. NS-Politik, Zwangsarbeit und das Verhalten der Täter” zubringen sollen.