Von Frau Doktor
Vermischtes, Kultur . 13:13 Uhr
… und heute bekommt sie den Literaturnobelpreis: Herta Müller hat gestern im Literaturhaus gelesen. Und ich war nicht da. Tja, selbst Schuld, wenn man in der geheimen Literaturhauptstadt der Republik wohnt, aber den Popo nicht hochbekommt. Und das nächste Mal, liebes Nobelpreiskommitee, ist es dann aber ganz bestimmt Thomas Pynchon!!!!!
#1 Julia Marie . 08.10.09 . 15:14 Uhr
Oh nein, wie ärgerlich! Du solltest dich eben diesen beißen, meinste nicht auch? ;o) Eine fantastische Autorin! Also würde ich in Stuttgart wohnen…. Ist ja schon gut. Ich wollte eigentlich nur noch einmal meine Anerkennung für diese Frau aussprechen!
#2 Frau Doktor . 08.10.09 . 18:38 Uhr
Nicht, dass ich es nicht versucht hätte - das Beißen meine ich. Aber das fehlt mir die Gelenkigkeit dazu.
#3 Mythen in Tüten . 12.10.09 . 12:36 Uhr
@ Werte Frau Doktor
Ich gestehe: Herta M. ist bisher ungelesen an mir vorübergezogen. Sie als Kennerin, können einem blutigen Müller-Anfänger wie mir, mit Sicherheit ein Buch empfehlen.
HG
#4 Frau Doktor . 12.10.09 . 15:35 Uhr
@Mythen in Tüten: Das hängt stark von Ihrem Trainingszustand als Leserin ab. Müller ist nix zum einfach weglesen - schon thematisch nicht, und ihre Sprache ist etwas sehr eigenes. Mich hat “Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt” sehr beeindruckt. Wenn SIe auch mit richtig experimentellen Schreib-Ansätzen was anfangen können, sind “Die blassen Herren mit den Mokkatassen” zu empfehlen. Und warum man in einer Diktatur wie der Ceaucescus ein ganz besonders geschärftes Verhältnis zur Sprache bekommen kann, lässt sich in “Der König verneigt sich und tötet” nachlesen - einer Art Autobiographie.
Herta Müller-Texte sind meist relativ kurz, aber anstrengend - auch emotional (wenn man sich drauf einlässt). Für Leser, die sehr auf erzählerische Literatur des angloamerikanischen Mainstreams geeicht sind, ist Herta Müller auch auf fünfzig Seiten eine Herausforderung. Auf ihren Stil muss man sich einlassen. Ich kenne Leute, die können damit garnicht. Die Stadtbibliothek Stuttgart ist sehr gut ausgestattet mit ihren Werken. Als Tipp zum finanziell risikolosen Probelesen.
#5 Mythen in Tüten . 16.10.09 . 12:33 Uhr
Vielen Dank für die Empfehlung. Der Herbst wird ja lang und dunkel. Da findet sich viiieeeellll Zeit auch für Texte abseits des Mainstreams.
HG
MiT